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hitzefrei_arbeitsplatz_291x164pxDer Sommer ist da und somit auch die Rekordtemperaturen – doch leider gibt es bei der Arbeit kein Hitzefrei wie noch zu Schulzeiten. Dafür muss der Arbeitgeber jedoch ab bestimmten Temperaturen Maßnahmen ergreifen, damit seine Mitarbeiter einen kühlen Kopf bewahren können.

Chance auf Hitzefrei?

Ein Anspruch auf Hitzefrei seitens der Arbeitnehmer ist nicht gegeben. Allerdings muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass im Büro ein erträgliches Klima herrscht. Denn das Arbeitsschutzrecht bezieht sich nicht auf die Außentemperatur, sondern auf die jeweilige Arbeitsplatztemperatur. Wer ohne Absprache mit dem Chef zuhause bleibt, riskiert eine Abmahnung. Regelt der Chef allerdings trotz Absprache die Abkühlung des Raumes nicht, gilt das sogenannte Zurückbehaltungsrecht und der Arbeitnehmer darf tatsächlich zuhause bleiben. Beträgt die Arbeitsplatztemperatur 35° Celsius und mehr, obwohl technische Vorkehrungen zu Kühlung getroffen wurden, besteht die Chance auf ‚Hitzefrei‘.

Regelungen ab 26°C

Bei einer Arbeitsplatztemperatur von über 26°C soll der Arbeitgeber hitzemildernde Maßnahmen ergreifen. Ab 30°C muss der Arbeitgeber die Mitarbeiter vor Hitze schützen und ab 35°C Arbeitsplatztemperatur darf der Arbeitsplatz laut Arbeitsstättenregel nicht mehr genutzt werden.

Wirksame Maßnahmen

Um den Mitarbeitern die Motivation nicht zu nehmen, sollte der Arbeitgeber hitzemildernde Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört, an den Fenstern Jalousien oder Markisen anzubringen, um die Sonneneinstrahlung abzuschirmen. Auch ist eine Nachtauskühlung möglich, solange keine Einbruchsgefahr besteht. Freie Getränke oder Eis sorgen ebenfalls für eine gute Stimmung und halten die Mitarbeiter hydriert. Ventilatoren und das Ausschalten nicht zwingend notwendiger technischer Geräte verschafft zeitweise Kühlung. Des Weiteren bietet sich Gleitzeit an – nutzt man die kühlen Morgenstunden zur Arbeitszeitverlagerung, kann man nachmittags selbst für Abkühlung etwa im nahen Freibad sorgen.

Besondere Fälle

Bei Beschäftigten mit schwerer körperlicher Arbeit, Mitarbeitern mit Schutzkleidung und Schwangeren muss der Arbeitgeber ab 26°C am Arbeitsplatz wirksame Maßnahmen einleiten. Darunter fällt auch, die Kleidungsvorschriften zu lockern. Schwangere und stillende Mütter können sogar ein ärztliches Attest vorzeigen, welches die Einhaltung einer gesundheitlich zuträglichen Raumtemperatur fordert. Ist dies nicht umsetzbar seitens des Arbeitgebers, so haben Schwangere und stillende Mütter ein Recht auf einen anderen Arbeitsort oder sogar auf Freistellung.

Wichtig: Es gibt keine allgemeinen Bestimmungen, ab wann die Hitze zu einer Gefährdung der Gesundheit und des Lebens wird. Allerdings regelt das Arbeitsrecht, welche Temperatur am Arbeitsplatz gewährleistet sein muss – und der Arbeitgeber hat immer eine arbeitsvertragliche Fürsorgepflicht. Solange also mit dem Arbeitgeber alles abgeklärt wird, gibt es einige Möglichkeiten, der Sommerhitze zu entgehen. Nur Berufsgruppen, die unter speziellen Bedingungen arbeiten, etwa an Hochöfen, im Ernteeinsatz oder Verkauf, haben abweichende Regelungen. Hier gilt es, nochmals in den Arbeitsvertrag zu schauen oder den Betriebsrat nach den genauen Bestimmungen zu fragen.

Einen unbeschwerten und hoffentlich nicht zu heißen Sommer wünscht die NÜRNBERGER!

 
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