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Manche Menschen feiern zweimal im Jahr Geburtstag. Nicht nur den Tag ihrer Geburt, sondern auch den Tag, an dem sie durch eine Organspende ein zweites Leben geschenkt bekamen.

Sie können sich freuen und dankbar sein, weil ihnen die Spendebereitschaft eines anderen Menschen das Leben gerettet hat oder in Zukunft erleichtern wird.

Nach wie vor warten Tausende von Menschen auf eine neue Leber, Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse oder ein neues Herz. Denn Organe sind in Deutschland noch immer Mangelware.

Dabei wären laut einer Umfrage aus dem Jahr 2003 72 Prozent der Bundesbürger bereit, sich Organe entnehmen zu lassen. Leider besitzen aber nur 14 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis. Liegt es an der mangelnden Aufklärung? Genügt es, wenn Organspenderausweise in Apotheken oder Arztpraxen ausliegen?

Dabei könnte es so einfach sein. Jeder Mensch kann Organe spenden.


Ich will spenden. Was muss ich tun?

Besorgen Sie sich einen Organspendeausweis (PDF). Darin können Sie verschiedene Möglichkeiten dokumentieren. Welche Organe entnommen werden dürfen, entscheiden alleine Sie.

  • Sie können der Spende von Organen und Geweben uneingeschränkt zustimmen.
  • Sie können nur bestimmte Organe und Gewebe spenden.
  • Sie können der Spende eines Organs oder aller Organe widersprechen.

Wenn Sie die Entscheidung nicht selbst oder nicht sofort treffen wollen, können Sie sie auf einen anderen übertragen, z. B. auf den Ehepartner, einen guten Freund oder eine Person Ihres Vertrauens.


Organspende? So läuft sie ab.

Von der Spende bis zur Transplantation müssen bestimmte, vom Gesetzgeber vorgeschriebene Abläufe und Entscheidungskriterien erfüllt sein.

Bevor ein Organ entnommen wird, müssen zwei voneinander unabhängige Fachärzte feststellen und dokumentieren, dass beim Spender ein endgültiger Ausfall aller Gehirnfunktionen eingetreten ist. Dies wird in einem sogenannten Hirntod-Kriterien-Protokoll erfasst. Diese zwei Mediziner dürfen weder bei der Entnahme des Organs noch an der Transplantation beteiligt sein.


Wer kann Organe spenden?


Jeder Mensch kann Organe spenden.

  • Es gibt keine Altersgrenzen.
  • Entscheidend ist der Funktionszustand eines Organs.
  • Eine Untersuchung im Vorfeld ist nicht nötig.

Bitte weisen Sie dennoch auf wichtige Erkrankungen hin, die evtl. einer Organspende entgegenstehen.


Welche Organe können gespendet werden?


  • Herz
  • Lunge
  • Leber
  • Nieren
  • Bauchspeicheldrüse
  • Darm und Teile der Haut
  • Hornhaut der Augen
  • Gehörknöchelchen
  • Herzklappen und Teile der Blutgefäße, der Hirnhaut, des Knochengewebes und der Sehnen (Gewebe)

Organvermittlung und Verteilung


Dafür ist das niederländische Zentrum Eurotransplant mit Sitz in Leiden zuständig.

  • Es vergibt Organe nach den Richtlinien der Bundesärztekammer.
  • Es sucht für alle Organe die optimalen Empfänger aus.
  • Es erstellt eine Rangliste, falls beim ersten Patienten auf der Liste keine Transplantation vorgenommen werden kann.

Warteliste


Die Anmeldung eines Patienten auf der Warteliste für die Organspende übernimmt der behandelnde Arzt. Die Richtlinien für diese Liste bestimmt die Bundesärztekammer. Ein Komitee von unabhängigen Ärzten entscheidet dann über die Dringlichkeit der Transplantation. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist, ob die medizinische Gesamtsituation des Patienten auf einen längerfristigen Erfolg schließen lässt.


Pro oder contra Organspende


Die Entscheidung pro oder contra Organspende ist eine sehr persönliche. Ein "Falsch" oder "Richtig" wird es dabei nicht geben. Aber bedenken Sie: Mit einem "Ja" können Sie Leben retten!

 
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