Die Kleinsten sind besonders gefährdet. Jährlich verunglücken in Deutschland mehr als eine halbe Million Kinder unter fünf Jahren beim Spielen zu Hause. Die Küche ist für Säuglinge und Kleinkinder ein besonders gefährlicher Ort, hier sollten sie stets beaufsichtigt werden. Typische Kinderunfälle in der Küche sind: Vergiftungen und Verätzungen durch Reinigungsmittel, Verbrennungen am Herd oder Verbrühungen beim Herabziehen heißer Flüssigkeiten. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK Bundesverband) rät zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
- Ätzende Putzmittel (beispielsweise für Herd und WC), Spülmaschinenreiniger (Tabs) und Duftöle nicht für Kinder erreichbar aufbewahren. Reiniger aller Art gehören nicht unter die Spüle, unter das Waschbecken oder auf den Fußboden. Beim Kauf von ätzenden Putzmitteln auf kindersichere Verschlüsse achten!
- Medikamente stets in der verschlossenen Hausapotheke aufbewahren.
- Kleinkinder am gedeckten Tisch nie alleine lassen. Gefäße mit heißer Flüssigkeit von Kindern fernhalten. Heiße Speisen und Getränke nicht auf Tischdecken abstellen.
- Töpfe auf die hintere Herdplatte stellen, Pfannenstiele nach hinten drehen. Ideal ist die Verwendung eines Herdschutzgitters.
- Notrufnummern gut sichtbar in Telefonnähe anbringen. Die Rufnummern finden Sie im Telefonbuch (Erste Hilfe, Medizinischer Notfalldienst, Rettungsdienst, Giftnotruf). Bei Verätzungen, Verbrühungen und Verbrennungen empfehlen Experten folgende Maßnahmen zur Ersten Hilfe: Bei Verätzungen das Kind sofort viel Wasser trinken lassen! Beruhigend auf das Kind einwirken, kein Erbrechen auslösen, kein Salzwasser und keine Milch reichen. Verbrühte oder verbrannte Körperteile unter laufendes Kaltwasser halten. Kleider nicht erst ausziehen, sondern die kalte Brause zwischen Kleidung und Haut stecken. Das Abkühlen sollte 10 bis 15 Minuten andauern, bei kleineren Verletzungen so lange, bis der Schmerz abgeklungen ist. Puder oder Salben erschweren später die ärztliche Versorgung. Am besten decken Sie nach der Kaltwasserbehandlung die Haut mit sterilem Verbandsmaterial ab.
Alle weiteren Maßnahmen sollte nur der Arzt durchführen!