Unsere Website verwendet sogenannte Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Website erhalten Sie durch Klick auf    Mehr Informationen

Die Pferdesportlerin Franziska Stieglmaier erklärt uns im Inter­view, wie sie in der Winterzeit trainiert und was es bei langen Transporten mit dem Pferd zu beachten gibt.

Franziska Stieglmaier ist mit Pferden großgeworden. Schon bevor sie selbst laufen konnte, war sie auf den Ponys ihrer älteren Geschwister unterwegs. "Meine Eltern haben immer mit und für die Pferde gelebt", erzählt die Pferde­sportlerin. Bereits ihr Vater war in Dressur und Springen bis zur Klasse S und ihre Mutter bis zur Klasse M erfolgreich. Im Interview spricht sie über den Umgang mit ihrem Pferd Dauphin.

Interview mit Franziska Stieglmaier im Reiterstübchen

Winterzeit ist Hallenzeit. Wie gestaltest du den Trainingsalltag von Dauphin und Lukas, um den Winterblues vermeiden?

"Das geht bei uns schon mit der Haltung los. Dauphin und Lukas stehen in großen Außenboxen mit jeweils 2 Fenstern. Da muss man die geschorenen Turnierpferde zwar ein bisschen dicker einpacken, aber so können sie auch im Winter den Kopf mal in die Sonne stecken und das Geschehen auf dem Hof beobachten. Nach dem morgendlichen Training und einer ausgiebigen Mittagspause gehen beide am Nachmittag nochmal in die Führmaschine.

Je nach Wetterlage und Bodenver­hältnissen kommen meine Pferde auf die großen Paddocks - nachdem wir uns voll auf das Dressurreiten konzentrieren, haben wir den Springplatz in große Paddocks umgebaut. Hier ist auch mal Platz für einen fröhlichen Bocksprung. Neben Stangenarbeit konzentriere ich mich im Winter vermehrt auf die Arbeit an der Basis. Auch ein Grand-Prix-Pferd muss bei mir Volten und korrekte einfache Galoppwechsel gehen."

Vorbilder von Franziska Stieglmaier:

"Bei uns Dressurreitern kommt es ja eigentlich auf das perfekte Zusammenspiel von Reiter und Pferd an. Deshalb kann ich schwer einen Reiter als Vorbild nennen. Ich versuche, mir immer die positiven Dinge abzuschauen. Wenn ich mir ein Vorbild basteln könnte, dann würde ich mir Dorothee Schneiders vollendeten Sitz und ihre Fähigkeit, im Viereck die absolute Harmonie zum Ausdruck zu bringen, wünschen. Und dazu Isabell Werths Zauber, so gut auf die Pferde einzuwirken, dass diese über ihr Potenzial hinauswachsen."

Wie sieht eine typische Woche für Dauphin aus?

"An turnierfreien Sonntagen haben alle Pferde frei. Natürlich steht dann keiner 24 Stunden in seiner Box. Hier stehen dann Führmaschine und Paddock auf dem Programm. Montags arbeiten die Pferde dann immer erstmal locker. Ziel ist es, dass sich meine Pferde entsprechend ihres individuellen Ausbildungsstands locker durch den Körper bewegen, den Rücken hergeben und sich in der Oberlinie vertrauensvoll an die Reiterhand herandehnen. Dienstag bis Donnerstag ist die Intensität des Trainings dann höher. Hier nehme ich mir einen täglichen Trainingsschwer­punkt vor.

Durch viele Übergänge und den Wechsel von Seitengängen und höchster Versammlung möchte ich Dauphin zu noch mehr Kraft und Ausdruck verhelfen. Ein richtig schönes Pferd war sie mit 3 Jahren nämlich nicht. Erst jetzt durch die Muskulatur finde ich ihre Optik runder und harmonischer. Bei den intensiven Trainings baue ich viele Schrittpausen ein und versuche, genau zu erspüren, wann Dauphin eine kleine Pause braucht. Aktuell beginnen wir auch damit, Ausschnitte aus dem St-Georg-Spezial zu erarbeiten. Freitag und Sonnabend steht dann wieder lockere Basisarbeit auf dem Programm."

Du trainierst seit jüngster Kindheit mit deinem Vater. Wie gut klappt das?

"Mit Erschrecken beobachte ich auf den Turnieren, wie manche Jugend­liche mit ihren Eltern umgehen. Das Verhältnis zu meinen Eltern war und ist von großem Respekt geprägt. Wir reden viel miteinander. Auch wenn ich im Sattel mal einen Hinweis vom Papa nicht ganz verstanden habe, so haben wir uns die Zeit genommen, am Abend ganz in Ruhe miteinander zu reden.

Zusätzlich hat mein Vater schon immer großen Wert darauf gelegt, dass wir uns regelmäßig Input von außen holen. Auf Lehrgängen und Trainings­aufenthalten mit anderen Trainern hat Papa große Offenheit gezeigt. Manchmal haben die Trainer dann einfach nur ein anderes Wort benutzt und da hat es bei mir Klick gemacht. Von Papa kam dann meist verbunden mit einem Schmunzeln: "Und ich erzähle es dir schon so lange, schön dass es jetzt klappt.".

Interview mit Franziska Stieglmaier und ihren Eltern

Wie reisen deine Pferde? Hast du Tipps, wie man es Pferden auf langen Fahrten so angenehm wie möglich macht?

"Wichtig ist ein gutes Klima. Im Sommer muss es genügend Belüftung geben und im Winter sollte es nicht zu eisig werden. Zur Not muss man mit einer entsprechenden Decke arbeiten. Zumindest meine Pferde bekommen auf der Fahrt immer ein gut gefülltes Heunetz, so können sie sich beschäftigen und müssen nicht zu lange ohne Raufutter sein. Im Lkw ist ein größerer Raum auch über dem Pferd. Bei manchem Pferd habe ich den Eindruck, dass es wichtiger ist, ihnen genügend Raum zu geben. Auch eine vorsichtige, vorausschau­ende Fahrweise ist wichtig, um den Pferden möglichst nur gute Erfahrungen beim Transport zu vermitteln. Bei der Zusammenstellung der Fahrgemein­schaften achte ich immer darauf, wer mit wem kann. Verstehen sich 2 Pferde schon beim Vorbeiführen an der Box nicht gut, dann versuche ich, diese möglichst nicht nebenein­ander zu fahren. Zur Not muss eine Abtrennung wie ein Hengstgitter verwendet werden - damit nicht bereits die Fahrt zum Training zum Stressfaktor wird."

Auf dem Weg zu Trainings, Sichtungen und Turnieren verbringst du viele Kilometer auf der Straße. Was machst du auf langen Fahrten?

"Ich habe zwar den Lkw-Führerschein, aber bisher hat Papa mich noch nicht hinters Steuer gelassen. Transporterfahren ist Chefsache. Ich bin als Beifahrerin die Brotzeit- und Unterhaltungsverantwortliche. Wir unterhalten uns auf den Fahrten viel und nutzen die ungestörte Zeit dafür, Pläne für den Betrieb zu machen. Auf der Rückfahrt von Turnieren schaue ich mir meist die Turnierergebnisse aus anderen Prüfungen an. Denn wenn man sich auf seinen eigenen Ritt konzentriert, bekommt man meist wenig vom Turnier insgesamt mit. Und Dank den Online-Video­diensten kann ich während der Fahrt auch meine Ritte nochmal anschauen und gemeinsam mit Papa alles auswerten."

Diese Themen könnten Ihnen auch gefallen:

Balve OPTIMUM

Unser Tipp:

70 Jahre Balve OPTIMUM - Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen teilt mit uns ihre Erfahrungen als Veranstalterin des Traditionsturniers.

Mehr erfahren
Reitturniere

Alles Wichtige zum Thema:

Bei der Organisation von Reitturnieren gibt es einige Hürden zu nehmen. Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen berichtet im Interview über ihre Erfahrungen.

Mehr erfahren