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Bei der Organisation von Reitturnieren gibt es einige Hürden zu nehmen. Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen organisiert jedes Jahr die Deutschen Meisterschaften im Dressur- und Springreiten und berichtet im Interview über ihre Erfahrungen.

Rosalie Landsberg-Velen

Reitturniere organisieren bedarf einer umfangreichen Planung.

Sie ist das Gesicht des Balve OPTIMUM: Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen. Von klein auf waren Pferde in ihrem Leben fest verankert. Heute organisiert sie zusammen mit einem kleinen Team das Traditionsturnier Balve OPTIMUM am Familiensitz in Wocklum bei Balve.

Über Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen.

Als Kind und Jugendliche wuchs Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen bei ihrer Familie auf Schloss Wocklum auf. Eine kleine Oase bestehend aus dem Wasserschloss, einem Bauernhof und der Reitanlage. Hier hat sie zwei Drittel ihres Lebens verbracht. Heute weiß sie die Idylle von damals sehr zu schätzen, denn seit 4 Jahren lebt sie mit ihrer Tochter Louisanne (15 Jahre) in Berlin. Als Kind war Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen froh über die Reitanlage direkt neben dem Schloss. Sie konnte jederzeit hinüberlaufen, um älteren Reiterinnen und Reitern beim Unterricht zuzuschauen, und Gleichaltrige zum Spielen treffen. Hinzu kam noch die prägende Figur ihres Vaters, Dieter Graf von Landsberg-Velen, der eine große Persönlichkeit des Pferdesports war und für sie bis heute ein prägendes Vorbild ist.

Ein Leben mit und für den Pferdesport.

Freifrau Rosalie von Landsberg-Velen, wie kamen Sie zum professionellen Pferdesport?

Erster wichtiger Schritt in meiner reiterlichen Ausbildung war die damals von Klaus Wagner gekaufte Welsh-Ponystute "Leila". Eine kleine Schimmelstute, die er zum großen Reitturnier in Balve mitbrachte. Wir freuten uns sehr über das erste eigene Pony. Meine ältere Schwester und ich kümmerten uns intensiv um Leila, die allerdings trotz unseres ausgiebigen Trainings immer dicker wurde. Eines Tages machte uns dann unser Bauer darauf aufmerksam, dass unser Pony nicht einfach nur zu dick geworden ist, sondern aus ihrer Ursprungsherde schon tragend zu uns nach Balve kam. Mit dieser neuen Nachricht stiegen wir sofort von ihrem Rücken ab und trugen sie fast in ihre Box zurück. In totaler Aufregung wachten wir Tag und Nacht vor ihrer Box. Sie bekam ihr wunderbares Stutfohlen aber schließlich in einem Moment auftretender Müdigkeit unsererseits und somit völlig allein in der Nacht. Total perplex, aber super glücklich nahmen wir das süße kleine Fohlen in die Arme.

Als Jugendliche durfte ich von einer guten Profireiterin viele junge Pferde mitreiten, was sich sehr positiv auf meine Reitkünste auswirkte. Durch unser Agreement, ihr auf den Turnieren beim Satteln und Abreiten der vielen Pferde mitzuhelfen, kam mein Trakehnerwallach "Fleetwood Mac" auf ihrem Lkw zu unseren heimischen Turnieren. Er war das "Überbleibsel" von Springreiter Karsten Huck, der ihn zu einem Turnier in Balve als sogenanntes Begleitpferd mitgebracht hatte. Nach diesem Turnier blieb er bei uns in Wocklum und ging schleichend in meinen Besitz über. Wir beide wurden über viele Jahre ein unzertrennliches und unschlagbares Team. Gemeinsam arbeiteten wir uns von E-Prüfungen bis hin zu M-Dressuren und S-Springen vor und erreichten viele Siege und Platzierungen.

Wie findet man als Veranstalter Sponsoren?

Zunächst in der heimischen Region. Ich bin überzeugt vom psychologischen Identifikationsmoment. Den heimischen Unternehmern aufzuzeigen, wie wichtig eine solche Veranstaltung für die Region ist. Die Bedeutung als gesellschaftliches Highlight unter medialen Gesichtspunkten herausstellen. "Be part of our family" ist mein Motto.

Heute sind die persönlichen Kontakte unabdingbar. Einfach einen Brief an potenzielle Sponsoren zu schreiben, reicht längst nicht mehr aus. Sponsoren sind zum Großteil Unternehmen mit Sitz in regionaler Nähe zur Veranstaltung. In Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass es vielen Unternehmen im ländlichen Raum schwerfällt, Fachkräfte "auf dem Land" zu halten. Hierbei bieten häufig die weichen Faktoren wie das soziale Leben in der Region, Freizeitangebote und die Möglichkeit zum Netzwerken den Arbeitnehmern Anreiz zur Zufriedenheit mit der persönlichen Lebens- und Arbeitssituation. Reitsportveranstaltungen stellen in diesen Bereichen eine ideale Plattform dar. Zu meinen Aufgaben zählt es daher, die Vorteile unserer Pferdesportveranstaltung bei den Entscheidern im Unternehmen herauszustellen, Synergieeffekte aufzuzeigen sowie die Möglichkeiten, sich als Unternehmen darzustellen.

Ein abwechslungsreiches und interaktives Veranstaltungsprogramm bildet den Grundstein, dass Sponsoring auch bei geringer Pferdesportaffinität als eine für beide Seiten wertvolle Kooperation wahrgenommen wird. Veranstalter sollten immer offen bleiben für neue Ideen. Die reine Prüfungsanreihung kann mit kleinen Details aufgebrochen werden und breite Möglichkeiten bieten, Unternehmen in die aktive Gestaltung der Veranstaltung einzubeziehen. Unser Ziel ist es, über den Sport Wirtschaft, Kultur und Politik zusammenzuführen. Wir versuchen, für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation zu erreichen. Über Gespräche und Rahmenprogrammpunkte ergeben sich Netzwerkchancen. Balve OPTIMUM ist inzwischen mehr als die Deutschen Meisterschaften im Dressur- und Springreiten. Es ist eine eigene Marke geworden mit seinem Alleinstellungsmerkmal innerhalb der internationalen Reitsportszene. Ein gesellschaftliches Highlight mit "Da muss ich hin"-Faktor.

In der beim Balver Publikum sehr beliebten Nacht der Show nutzen Sie die Einbindung von Social-Media-Stars und -Sternchen. Aus welchem Grund spielen die neuen Medien in einem so traditionellen Umfeld wie dem des Reitsports eine wertvolle Rolle für Ihre Veranstaltung?

Die mediale Welt hat sich komplett verändert. Traditionell spielten in der Vergangenheit die Printmedien, Rundfunk und Fernsehen eine Rolle. Heute sind es darüber hinaus die Social-Media-Kanäle, die eine Riesen-Reichweite ausmachen und die wir natürlich nicht außer Acht lassen dürfen. Allerdings ist es in diesem riesigen Teich nicht einfach, das richtige Medium mit den richtigen Personen zu besetzen, um die entsprechende Zielgruppe zu erfassen. Ich glaube allerdings, dass wir als Veranstalter hier nicht allein herumirren.

Über diverse Promis finden wir die Aufmerksamkeit und mit unseren Inhalten bleiben wir in Erinnerung. Außerdem bedienen wir mit ihnen noch einmal eine andere Kategorie in der medialen Welt. Und nicht zuletzt geht es auch bei uns um Reichweiten, denn diese sind für die Sponsorenakquise unersetzlich.
Zum Glück habe ich mit meiner 15-jährigen Tochter eine familieninterne Expertin, die mich auf dieser Reise mit hilfreichen Tipps und Erklärungen begleitet. Wie überall kommt es auf den gesunden Mix an.

Mit den Stars und Sternchen außerhalb des Pferdesports gelingt es dem Balve OPTIMUM, ein von einer breiten Masse wahrgenommenes, gesellschaftliches Event zu sein. Die Sozialen Medien leisten hierbei ebenso einen Beitrag wie die persönlich gepflegten Pressekontakte und die ideenreiche und planvolle PR-Arbeit unseres Veranstaltungsteams.

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Über das Reitturnier Balve OPTIMUM.

Die 70. Auflage des Balve OPTIMUM findet vom 7. bis 10. Juni 2018 statt. Sportlich werden die neuen Deutschen Meisterinnen und Meister im Dressur- und Springreiten gesucht. Zudem sichten die Bundestrainer bereits für die im September anstehenden Weltreiterspiele. Ausgesprochen gute 7- bis 9-jährige Nachwuchs-Dressurpferde von Championatsqualität sind dem Balver Publikum in der Finalqualifikation zum NÜRNBERGER BURG-POKAL der Dressurreiter 2018 garantiert. 2017 lieferten sich die designierten Finalisten Brisbane FE, vorgestellt von Helen Langehanenberg, und Escolar mit Reitmeister Hubertus Schmidt einen spannenden Wettkampf, den die tänzerische Fuchsstute Brisbane vor dem späteren Siegerpreisgewinner Escolar für sich entschied.

Weitere Informationen zum Balve OPTIMUM finden Sie unter balve-optimum.de.

Ein Reitturnier mit Tradition.

Balve OPTIMUM, das sind 70 Jahre Tradition. Balve OPTIMUM, das sind über 20 Deutsche Meister und Meisterinnen. Balve OPTIMUM, das sind jährlich rund 450 Pferde und ihre Reiter, Pfleger, Trainer. Balve OPTIMUM, das ist ein Publikum, das in jedem Jahr die perfekte Verbindung von Tradition, Spitzensport und Gemeinschaftsgefühl sucht. Eine Veranstaltung wie diese ist immer Teamarbeit. Wie schaffen Sie es, auch in stressigen Phasen das Team zusammenzuhalten? Haben Sie Tipps für Vereinsturniere?

Die große Herausforderung ist es in der heutigen Zeit, Veranstaltungen im herkömmlichen Sinn weiterhin erfolgreich durchzuführen. Bisher war es der Verein mit seinen ehrenamtlichen Mitgliedern, der im Wesentlichen solche Turniere getragen hat. Hier sitzen wir in demselben Boot wie viele kleinere, regionale Pferdesportveranstaltungen. Auf der einen Seite haben sich die Zeiten im Vergleich zu früheren Jahren geändert. Die Anforderungen der Gesellschaft lassen nicht mehr viel Zeit für Vereinsarbeit. Heute sind wir doch alle froh, die Zeit zu finden, schnell nach der Schule oder dem Beruf in den Stall fahren und beim Reiten kurz abschalten zu dürfen. Für Aufgaben wie Stangen streichen oder Blumengestecke für Ehrengastbereiche herrichten hat keiner mehr Zeit.

Wir sind jedes Jahr dankbar, dass sich freiwillige Helfer finden, die ihre kostbare Freizeit für das Balve OPTIMUM einsetzen. Vor und während der Veranstaltung immer den richtigen Ton zu treffen, um ein professionelles Ergebnis zu erreichen, ist der Schlüssel für das Gelingen der Veranstaltung.

Selbstverständlich steht das Balve OPTIMUM ganz oben auf Ihrer persönlichen Pferdesport-Event-Favoriten-Liste. Welche Veranstaltungen finden sich dort noch?

Viel Zeit für ausführliche Turnierbesuche bleibt neben den OPTIMUM-Vorbereitungen und meinen privaten sowie beruflichen Verpflichtungen leider nicht. Natürlich möchte man als Veranstalter die aktuellen Entwicklungen im Turniersport verfolgen. Seit unendlich vielen Jahren bin ich beim CHIO Aachen für das Protokoll zuständig. Das "Weltfest der Pferde“ in der Aachener Soers ist mit seiner Vielfalt eines meiner turniersportlichen Jahreshighlights. Daneben besuche ich sehr gerne die Turniere in Münster und Wiesbaden, um mein Netzwerk zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.

Traditioneller Jahresabschluss ist immer das internationale Festhallen Reitturnier in Frankfurt mit dem Finale des NÜRNBERGER BURG-POKALs am Samstag als Höhepunkt. Wenn es die Zeit zulässt, habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr erstmals Pferd International auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem zu besuchen. Allerdings liegt der Fokus immer auf dem Balve OPTIMUM.

In Ihrer Leidenschaft für den Pferdesport besuchen Sie auch kleine, regionale Turniere. Welche Tipps haben Sie für Veranstalter und Veranstalterteams in den Pferdesportvereinen für die Vorbereitung und Durchführung von Reitsportturnieren?

Die Gesellschaft ändert sich aktuell in rasanter Geschwindigkeit. Kommt man auf ein ländliches Turnier, so ergibt sich zum Teil der Eindruck, die Zeit sei stehengeblieben. Auf manchem Turnierplatz schaut es noch genauso aus wie vor 20 Jahren, als ich selbst meine Runden im Parcours gedreht habe. Ich denke jetzt keinesfalls daran, dass Vereine große Investitionen tätigen müssen, um sich den exklusiven Olympiaboden auf den Turnierplatz zu holen. Es sind vielmehr die kleinen Details, die ein Turnier in den Augen der Sponsoren, Besucher und Teilnehmer aufwerten. Ein Anfang könnte es sein, die Siegerehrungen feierlicher zu gestalten.

Ein musikalisches Intro mit einer guten Anmoderation kann Spannung erzeugen und den Fokus der Zuschauer auf die Geschehnisse im Viereck richten. Ein kleines Stückchen "Roter Teppich", auf dem sich die Sponsoren aufstellen, während die Platzierten einmarschieren. Aber auch eine liebevolle Blumendekoration um 2 Fangständer, die als Bühne für das Siegerpaar der Prüfung dienen, und die Anwesenheit eines professionellen Fotografen, dessen Erinnerungsbilder mit ein paar freundlichen Zeilen nach dem Turnier an den jeweiligen Sponsor gesendet werden, dienen dem Eindruck von Professionalität.

Entscheidend ist es für Veranstalter, ein Gespür zu entwickeln für die kleinen Details, die Engagement ausdrücken, ein Gefühl von Willkommensein und Gastfreundschaft erzeugen und häufig mehr mit Überlegungen und kreativen Ideen zu tun haben als mit großen Investitionen.

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