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Wo gewohnt wird, entstehen Schäden. Manche passieren plötzlich, andere entwickeln sich mit der Zeit. In beiden Fällen muss der Mieter für die Kosten aufkommen. Welche Versicherung übernimmt Allmählichkeits­schäden?

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie bohren ein Loch in die Kellerwand und bemerken nicht, dass Sie eine Wasserleitung erwischt haben. Das kontinuierlich austretende Wasser zeigt sich allerdings erst nach Wochen durch Schimmel an der Wand.

Hier haben wir es mit einem typischen Allmählichkeitsschaden zu tun, da der Mietsachschaden erst im Laufe der Zeit und dadurch allmählich entsteht. Zwischen der Ursache und dem Bemerken des Schadens liegt also meist eine längere Zeitspanne. Oft tritt ein solcher Schaden als Folge einer fehlerhaft durchgeführten Reparatur- oder Wartungsarbeit auf. Zu den bekanntesten Allmählicheitsschäden zählen Schäden, die durch Temperatureinwirkungen, Gase, Rauch, Staub, Dämpfe und vor allem Feuchtigkeit ausgelöst werden.

Auch wenn der Schaden schleichend entsteht, können die Kosten für seine Behebung erheblich sein. Besonders teuer wird es, wenn über die Jahre Schimmel entsteht, der aufwendig vom Fachmann entfernt werden muss.

Allmählichkeitsschäden abgedeckt über die Haftpflichtversicherung.

Allmählichkeitsschäden Parkett feucht

In der Regel kommt für Schäden an der Mietswohnung - sogenannte Allmählichkeitsschäden - die Privat-Haftpflichtversicherung auf.


Fast alle Versicherungsunternehmen unterscheiden bei Mietsachschäden zwischen plötzlich auftretenden Schäden und denjenigen, die schleichend entstehen. Von einem akuten Mietschaden sprechen wir, wenn der Mieter z. B. einen schweren Hammer auf den Parkettboden fallen lässt und ihn dadurch beschädigt. Akute Mietschäden sind - anders als Allmählichkeitsschäden - in der Regel gleich zu sehen.

In der Regel fallen Allmählichkeitsschäden in den Bereich der Haftpflichtversicherung. Allerdings sollten Sie prüfen, ob sie auch bei Ihrer Haftpflicht-Police mitversichert sind. Gerade bei älteren Verträgen, die auf Grundlage der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung in der Fassung von 2002 (AHB 2002) abgeschlossen wurden, sind Allmählichkeitsschäden grundsätzlich ausgeschlossen.

Bei der NÜRNBERGER Privat-Haftpflichtversicherung sind Allmählichkeitsschäden allerdings mitversichert. Ein Allmählichkeitsschaden entsteht normalerweise erst nach einer gewissen Zeitspanne schädlicher Einwirkung. Um den Schaden als solchen zu definieren, beziehen sich Versicherungen bei der Kostenübernahme auf folgende gerichtlich festgelegten Zeiträume:

  • Falls die Heizung durch Absinken der Raumtemperatur einfriert, ist ein Zeitraum von 4 Tage abgesichert.
  • Falls Wasserleitungen nicht ordnungsgemäß installiert werden und der Parkettfußoden deshalb aufgrund von Feuchtigkeit beschädigt wird, sind 4 bis 5 Wochen abgedeckt.
  • Falls Wände aufgrund von Temperatureinwirkungen Schaden nehmen, gelten 6 Monate als Richtlinie für einen Allmählichkeitsschaden.
  • Falls ein Bagger ein Stromkabel beschädigt und es dadurch Feuchtigkeit ausgesetzt wird, ist ein möglicher Schaden bis zu 3 Jahre abgedeckt.

Mit Verschleiß sind Schäden gemeint, die ohne das Verschulden des Mieters entstehen, z. B. das natürliche Abnutzen des Fußbodens oder sonnenlichtbedingte Verfärbungen an den Wänden. Für solche Schäden muss der Mieter nicht aufkommen, da Kosten für den Verschleiß bereits in der Miete abgedeckt werden.