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Von der Asche in den Sand: Beach Tennis macht nicht nur gute Laune, es trainiert auch den ganzen Körper.

Die wichtigsten Fragen zum Beach Tennis:

  • Was zeichnet Beach Tennis aus?

    Beach Tennis steht für einen dynami­schen, frischen Lifestyle. Athletische und akrobatische Sprünge gehören zu jedem Match dazu. Die Beinarbeit erinnert an den Beachvolleyball, die geforderte Reaktionsschnelligkeit an das Badminton. Selbst bei offiziellen Turnieren werden starre Regeln wie das aus dem traditionellen Tennis bekannte "Quiet, please" aufgebrochen. Stattdessen heizen am Rand des Center-Courts DJs den Zuschauern ein. Es wird getanzt und gefeiert - nicht selten auch während der Ballwechsel!

  • Wie sind die Regeln?

    Beim Beach Tennis werden vorwiegend Doppel oder Mixed-Doppel gespielt. Wie beim Badmin­ton darf der Ball nicht auf dem Boden aufkommen. Die Begrenzungslinie zählt zum Spielfeld. Es gibt nur einen Aufschlag. Dieser kann wahlweise von unten oder oben ausge­führt werden. Allerdings dürfen im Mixed männliche Spieler ausschließlich von unten servieren. Berührt der Ball beim Aufschlag die Netzkante, geht es direkt weiter. Annahmeberechtigt sind in Doppel und Mixed beide Spieler.

  • Wie wird gezählt?

    Die Zählweise ist aus dem Tennis übernommen. Jedoch entscheidet bei Einstand der nächste Punkt über den Spielgewinn (No-Ad-Regel). Ein Satz endet mit 6 oder 9 Gewinnspielen bei einem Vorsprung von 2 Gewinnspielen. Bei 6:6 bzw. 8:8 wird ein regulärer Tiebreak gespielt. In der Regel wird bei Turnieren in Deutschland das Round-Robin-System angewendet - d. h. die Teilnehmer werden in der Vorrunde in Gruppen aufgeteilt, in denen jeder gegen jeden antritt. Die Vorrunde wird meist über einen Gewinnsatz gespielt. In der Endrunde mit K.o.-System geht es dann über 2 Gewinnsätze.

  • Was gibt es bei Spielgerät und Platz zu beachten?

    Gespielt wird mit sogenannten Paddle-Schlägern. Sie bestehen meist aus Carbon oder Fiberglas und sind etwas rundlicher und kleiner als die klassi­schen Tennisschläger. Anstelle der klassischen Bespannung ist die Schlag­fläche mit Löchern zwischen 9 und 13 mm versehen. Die Bälle gleichen in der Größe den traditionellen Tennisbällen, allerdings sind sie druckreduziert und fliegen daher etwas langsamer (Metho­dikbälle der Stufe "Orange"). Das Spielfeld ist in Doppel und Mixed identisch mit dem im Beachvolleyball (16 x 8 Meter). Im Einzel wird die Feldbreite auf 5 Meter reduziert. Die Netzhöhe misst in der Mitte des Spielfelds genau 1,7 Meter.

  • Wie sieht die Turnierlandschaft in Deutschland aus?

    Unter dem Dach des DTB Beach Tennis Circuit sind seit 2013 die in Deutschland veranstalteten ITF- und DTB-Turniere zusammengefasst. Darüber hinaus gibt es kleinere nationale Turniere, soge­nannte Hobby-Turniere. Einen Überblick über alle Events finden Sie auf der DTB-Homepage dtb-tennis.de unter Initia­tiven und Projekte/Beach-Tennis.

  • Wo kann ich in Deutschland Beach Tennis spielen?

    Als Fun-Sport können Sie Beach Tennis an vielen Stränden und Badeufern in Deutschland sowie teilweise in Frei­bädern spielen. Für regelkonformes Üben und Spielen eignen sich die Anlagen von Tennisvereinen und von kommerziellen Anbietern. Wenn Sie Beach Tennis einmal auspro­bieren möchten, hier ein Überblick über geeignete Anlagen in Deutschland:

Maraike Biglmaier (2. von rechts) ist Deutschlands erfolgreichste Beach-Tennis-Spielerin. Nach zahlreichen internationalen Erfolgen sicherte sich die 30-jährige Berlinerin 2017 erstmals den Titel der Deutschen Meisterin - im Mixed und im Doppel.

Im Interview spricht sie über die Besonderheiten des Beach Tennis und ihre Bemühungen, diese Sportart hierzulande populärer zu machen.

Beach Tennis Maraike Biglmaier

Frau Biglmaier, wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, im Beach Tennis eine internationale Karriere anzustreben?

Als Jugendliche war ich im Tennis erfolgreich und habe gemeinsam mit Angelique Kerber und Julia Görges an Lehrgängen teilgenommen. Eine Verletzung an der Leiste beendete meine Träume von einer Profikarriere. Den Vorschlag eines Freundes, es doch mit dem Beach Tennis zu versuchen, tat ich zunächst mit dem Argument ab, dass auch hier meine Verletzung Probleme bereiten könne. Heute weiß ich: Der Sand­boden federt vieles ab und ist gelenkscho­nend. Um richtig gut im Beach Tennis zu werden, muss man viel Zeit inves­tieren. Besonders bei internationalen Turnieren darf man sich keine un­nötigen Fehler erlauben, wenn man vorne mitspielen möchte.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Turniere vor?

Ich versuche, so viel wie möglich zu trainieren. Wenn ich in Deutschland bin, lege ich den Schwerpunkt meist auf Konditions- und Athletiktraining, auch deshalb, weil mir gleich­wertige Sparringspartner fehlen. Die besten Beach-Tennis-Spieler leben und trainieren in Bayern und Baden-Württemberg, also weit weg von Berlin. In Berlin gibt es einige gute Tennisspieler, die wissen, wie sie mir die Bälle idealerweise zuspielen müssen, allerdings kann ich mit ihnen kein Matchtraining machen. Es fehlt ihnen als klassischen Tennis­spielern einfach an taktischer Raffinesse. Um mich für die Turniere fitzumachen, fahre ich nach Möglichkeit ins Aus­land und schließe mich dort Trainings­gruppen an. Vor der euro­päi­schen Hauptsaison, die von Juli bis Anfang September geht, war ich zur Vorbe­reitung zum Beispiel 2 Wochen in Italien.

Das klingt nach hohen Kosten. Wie finanzieren Sie Ihre Karriere?

Tatsächlich ist Beach Tennis sehr teuer. Auch wenn der internationale Turnierplan ständig wächst und sich die Sportart immer größerer Beliebt­heit erfreut, kann man auf der Tour nur sehr wenig Geld verdienen. Wenn wir nach Brasilien reisen, kostet der Flug bereits um 1.000 EUR. Um uns refinanzieren zu können, müssen wir demnach mindestens ins Finale kom­men. Zum Glück habe ich kleinere Sponsoren, die mir ein wenig Sicher­heit geben. Als weitere Finanzie­rungs­quelle haben sich Trainings­camps im Ausland, sogenann­te Clinics, erwiesen. Besonders in Brasilien sind Beach-Tennis-Spieler daran interessiert, von den Besten zu lernen. Deshalb bleiben wir nach den Turnieren oft noch für 1, 2 Wochen vor Ort und helfen den Breitensport­lern, ihr Spiel zu verbessern.

Gibt es das klassische Beach-Tennis-Publikum?

Nein, ein klassisches Publikum gibt es nicht. So wie es auch den klassischen Beach-Tennis-Spieler nicht gibt. Viele fangen in der Kindheit an, andere steigen erst mit 30 oder 40 Jahren ein. In Brasilien, wo das Beach Tennis seit etwa 6, 7 Jahren sehr beliebt ist, nehmen auch 50-Jährige noch an Turnieren und Ligaspielen teil. Die Zuschauer sind teilweise auch älter, als man es vielleicht bei einer so hippen Variante des Tennis vermuten würde. In Europa finden sich unter den Zuschauern ganz viele Kinder, das ist eine Besonderheit. Aber nach oben gibt es auch hier keine Altersgrenze.

Was müsste Ihrer Ansicht nach passieren, damit Beach Tennis in Deutschland bekannter wird?

Es fehlt an tollen Events, die eine Werbung für unseren Sport dar­stellen. Die Deutschen Meister­schaften, so wie hier in Saarlouis geschehen, mit einem ITF-Turnier und einer großen Ausstellerfläche zu kombinieren und die Matches direkt im Herzen der Stadt auszutragen, ist zukunftsweisend. Wir haben hier eine Top-Veranstaltung erlebt, die Teil­nehmer, Funktionäre und Publikum begeistert hat. Dieses positive Feedback gilt es für die Ansprache von Sponsoren zu nutzen. Darüber hinaus müssen wir uns um eine stärkere mediale Aufmerksamkeit bemühen, um unsere Sportart in der Breite noch bekannter zu machen.

Sie engagieren sich beim DTB als Projektleiterin für das Beach Tennis. Welche Ziele verfolgen Sie?

Häufig werde ich sogar von aktiven Tennisspielern darauf angesprochen, dass sie nicht wissen, was Beach Tennis ist. Das muss sich ändern. Wir müssen die Tennisinteressierten erreichen und für das Beach Tennis begeistern. Das kann meiner Meinung nach nur funktionieren, wenn wir eine Grundstruktur aufbauen, also einen Turnierkalender und ein Ranglisten­system entwickeln. Parallel arbeiten wir daran, für lizenzierte Tennistrainer eine Beach-Tennis-Fortbildung zu entwickeln. Die Notwendigkeit ist gegeben, denn in Deutschland werden immer mehr Beach-Tennis-Plätze gebaut. Da braucht es quali­fizierte Trainer.

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