Unsere Website verwendet sogenannte Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Website erhalten Sie durch Klick auf    Mehr Informationen

Wie sich das eigene Tennis entwickelt, hängt zu einem Großteil von der Athletik ab. Tennisspieler neigen dazu, sich ausschließlich auf die Muskelgruppen zu fokussieren, die in ihrem Sport am stärksten beansprucht werden. Konditionscoach Christian Rauscher ist der Meinung, dass das der falsche Ansatz ist.
Im Interview gibt er einen Einblick in seine Trainingsphilosophie und verrät, wie man mit einfachen Übungen das nächste Level erreichen kann.

Vita.

Christian Rauscher ist ein erfahrener Konditionscoach und betreute bereits viele namhafte ATP- und WTA-Stars. Bevor er das Tennis für sich entdeckte, trainierte er unter anderem VolleyballspielerInnen und Teams aus der 2. Fußball-Bundesliga.
Ein Coaching mit der Herren-Bundesligamannschaft aus Halle/Westfalen war im Jahr 2000 sein erster Kontakt mit dem Tennis. Seither ist das Feuer für diese Sportart in ihm entfacht. Während seiner Zeit als Head Athletik Coach bei der Tennis University in Offenbach am Main (2010 - 2017) arbeitete er mit Spitzenspielerinnen und -spielern wie Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Tommy Haas oder Janko Tipsarevic zusammen.

Athletiktraining Tennis Christian Rauscher

Christian Rauscher im Interview mit der NÜRNBERGER.

Herr Rauscher, warum ist Athletiktraining für Tennisspieler unerlässlich?

Eine gute Athletik ermöglicht es Tennisspielern jeden Alters, noch besser und intensiver an ihrem Spiel zu arbeiten und ihre Fähigkeiten auf dem Platz zu verbessern. Koordination und Kraft, vor allem die Core-Kraft, sind 2 enorm wichtige Bestandteile im Tennis und je länger man diese 2 Komponenten aufrechterhält, desto mehr Spaß und Erfolg hat man auf dem Platz. Das steigert natürlich auch die Motivation des Spielers.

Wie viel Zeit sollte man pro Woche in das Athletiktraining stecken?

Viele Freizeitsportler machen den Fehler, dass sie meinen, 1-mal in der Woche Bäume ausreißen zu müssen und danach 6 Tage lang die Füße hochlegen können. Aber auch im Breitensport gilt: Kontinuität macht einen besser, gesünder und leistungsfähiger. Daher empfehle ich 3-mal in der Woche eine halbe Stunde Athletiktraining. Viele Übungen sind einfach in der Umsetzung und können gut in den Alltag integriert werden - zum Beispiel auch beim abendlichen Fernsehen. Die Ausrede, dass man zu wenig Zeit hat, gilt also nicht!

Was mache ich, wenn ich zu Hause keine Motivation finde?

Das Athletiktraining sollte natürlich Spaß machen und wenn ich es absolut nicht schaffe, in den eigenen 4 Wänden den Schweinehund zu überwinden, ist das Fitnessstudio in der Nähe eine gute Anlaufstelle. Dort gibt es oft auch ein breites Kursangebot und das Training in der Gruppe bringt dem einen oder anderen mehr Spaß. Athletiktraining lässt sich wunderbar gemeinsam ausüben, zum Beispiel auch mit den Mannschaftskollegen. Und wenn man im Anschluss noch zusammensitzt und ein alkoholfreies Weißbier trinkt, kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Muss ich etwas beachten, bevor ich mit dem Athletiktraining beginne?

Wichtig ist: Machen Sie nichts auf eigene Faust, sondern informieren Sie sich vorab bei Experten. Wie erwähnt ist das Fitnessstudio hier eine Möglichkeit, aber auch die clubeigenen Tennistrainerinnen und -trainer verfügen oft über ein gutes Wissen und kennen für Sie geeignete Übungen. Es bietet sich auch an, etwas Geld zu investieren und zu einem guten Physiotherapeuten zu gehen. Es sollte immer der Rat der Profis befolgt werden, denn diese haben einen anderen Blick auf Ihren Körper und weisen Sie auf Schwachstellen hin, die im Training besondere Beachtung finden sollten.

Im fortgeschrittenen Alter ist außerdem eine ärztliche Voruntersuchung ratsam. Oft kann das Durchchecken mit einer Vorsorgeuntersuchung verbunden werden, für welche viele Krankenkassen die Kosten übernehmen. Gibt der Arzt grünes Licht, kann es losgehen!

Welche Körperpartien sollten Tennisspieler beim Athletiktraining besonders beachten?

Es ist wichtig, ganzheitlich zu denken und sich nicht nur auf die Muskelgruppen zu fokussieren, die im Tennis vermeintlich am meisten beansprucht werden. Der ganze Körper sollte geschult werden, um beispielsweise Bandscheibenvorfällen, Diabetes und Herzkrankheiten vorzubeugen. Beim Breitensportler sollte also nicht vorrangig die Anzahl der gewonnenen Tennismatches die Motivation sein, sondern der Spaß und der eigene Körper. Denn das Schöne ist: Auch im Alter kann man noch Fortschritte machen und sich das "Jüngersein" erarbeiten.

Welche Hilfsmittel benötige ich für das Athletiktraining?

Nicht das modernste Fitnessstudio und die neuesten Geräte machen den Athleten, sondern die Motivation und der eigene Umgang mit dem Körper. Ich persönlich bin ein großer Freund von Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Alles, was ich hierzu brauche, sind etwas Platz und eine Sportmatte. Hilfreich ist sicherlich auch ein Theraband, denn damit lassen sich super Übungen für die Schulter- und Beinmuskulatur machen.

Verraten Sie uns zum Schluss noch Ihre Lieblingsübung.

Eine meiner Lieblingsübungen ist die Powerwende (Plank, seitlicher Unterarmstütz rechts, Unterarmstütz rücklings, seitlicher Unterarmstütz links), weil sie relativ einfach ist, wenig Raum braucht und weil man die Fortschritte bei dieser Übung gut beobachten kann. Ich empfehle Ihnen, bei 20 Sekunden pro Seite zu beginnen und die Zeit dann kontinuierlich zu steigern. Sie werden sehen, wie schnell Sie sich verbessern!

Diese Themen könnten Ihnen auch gefallen:

College Tennis

Alles Wichtige zum Thema:

Studium und Hobby verbinden, geht das? Sandy Franz erzählt uns im Interview seine Erfahrungen mit College-Tennis, wie der Bewerbungsprozess abläuft und wie er ein Stipendium erwerben konnte.

Mehr erfahren
Tennis Instagram

Unser Tipp:

Ihre Leidenschaft für Tennis zeigt Diana Lojewski auf Instagram. Im Interview erklärt die Norddeutsche, wie sie über das NÜRNBERGER LK-Team zum Influencer wurde.

Mehr erfahren