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Eva Birkle-Belbl übt in ihrem Verein, dem Freiburger Tennis-Club, eine Schnittstellenposition aus. Als hauptamtliche Clubmanagerin ist sie das Bindeglied zwischen den Mitgliedern, den freiberuflichen Trainern und der ehrenamtlichen Vorstandschaft. Im Interview verrät sie, wie die Zahl der Vereinseintritte überproportional gesteigert werden konnte, mit welcher Methode ein zielgruppengerechtes und qualitativ hochwertiges Training sichergestellt wird und wie es gelingen kann, ehrenamtliche Unterstützer für die Vereinsarbeit zu finden.

Vita.

Eva Birkle-Belbl ist eine Macherin und der Motor ihres Vereins. Seit sie beim Freiburger Tennis-Club das Amt der Clubmanagerin und gemeinsam mit ihrem Ehemann die Cheftrainer-Funktion übernommen hat, ist die Zahl der Neueintritte deutlich gestiegen. Die diplomierte Sportwissenschaftlerin ist dem Tennis seit ihrer Kindheit verbunden. Als Jugendliche durchlief sie die Kaderstrukturen im Badischen Tennis-Verband und im DTB. Für ihren Trainingseifer wurde sie mit zahlreichen nationalen und internationalen Titeln belohnt. 1999 begann Eva Birkle-Belbl mit der Trainerausbildung, die sie 2003 mit der A-Lizenz abschloss. Vergangenes Jahr wurde sie vom DTB zur Vereinstrainerin des Jahres gekürt.

Eva Birkle-Belbl

Eva Birkle-Belbl im Interview mit der NÜRNBERGER.

Sie sind seit Ende 2017 beim Freiburger Tennis-Club als Trainerin tätig. Wie sind Sie dort gelandet?

Mein Mann und ich sind beide gebürtig aus Freiburg und nach einigen Jahren in Stuttgart hat es uns irgendwann zurück in die alte Heimat gezogen. Wir waren vorher als Trainer bei einem deutlich größeren Verein mit über 850 Mitgliedern tätig. In Freiburg kam eigentlich nur dieser eine Club für uns infrage und als dann der bisherige Trainer in Ruhestand gegangen ist, hat sich alles wie ein Puzzle für uns zusammengefügt.

Wie ist die Konstellation innerhalb des Clubs?

Wir sind in Freiburg nicht fest angestellt, sondern haben beide einen Cheftrainervertrag auf freiberuflicher Basis. Ich bin zusätzlich als hauptamtliche Kraft im Clubmanagement tätig und damit für die gesamte Organisation des Trainingsbetriebs verantwortlich, ebenso auch für die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing - immer in Abstimmung mit dem Ehrenamt. Das ist eine ganz günstige Konstellation, weil mein Mann die Trainingsinhalte plant und wir uns so sehr gut aufteilen und abstimmen können. Das ist sicherlich ein gewisser Vorteil gegenüber Trainern, die diese organisatorischen Aufgaben noch zusätzlich zu ihrer Arbeit auf dem Platz bewältigen müssen.

Arbeiten Sie noch mit zusätzlichen Trainern?

Wir haben noch einen Co-Trainer angestellt. Dazu arbeiten wir mit Studenten oder Spielern aus den ersten Mannschaften, die auch Trainerlizenzen haben. Sie alle wurden von uns geschult, werden von uns eingeteilt und arbeiten nach unseren Stundenentwürfen.

Können Sie Ihr Trainingskonzept beschreiben?

Der erste Ansatz war es, die Trainingsqualität zu steigern und zu sichern. Es gibt immer einen Wochentrainingsplan für die unterschiedlichen Zielgruppen, geplant vom Cheftrainer. Die Einheiten bauen aufeinander auf und können unabhängig vom Coach durchgeführt werden. So fangen wir jegliche Art von Ausfällen auf. Das ist die Stärke, die uns so erfolgreich macht.

Welche Methoden nutzen Sie in Ihrem Training?

Wir arbeiten von "Talentinos" bis hin zu "Tennis Xpress" mit allen gängigen Konzepten. Dadurch bieten wir einen methodisch nachvollziehbaren, einheitlichen, aber auch variantenreichen Trainingsbetrieb für alle Spielstärken und Altersklassen. Wir schauen auch sehr darauf, dass die Zusammensetzung der Trainingsgruppen stimmt. Wenn das gegeben ist, dann kann man Tennis auf allen Levels mit Spaß und Leistungsorientierung trainieren und jede Zielgruppe fühlt sich gut betreut.

Wer organisiert bei Ihnen die Trainingsstunden?

Das läuft alles über mich, auch die Einteilung der Gruppen und Trainer mache ich. Das ist sehr aufwendig, aber dadurch haben wir einen besseren Überblick. Wir versuchen, durch eine gute Kommunikation alle mitzunehmen, auch wenn mal der Wunschtrainer oder die Wunschtrainingszeit nicht verfügbar ist.

Und wie kommunizieren Sie mit den Vereinsmitgliedern?

Bei uns ist klar: Wenn Training ist, dann sind die Handys aus, dann wird nicht nach außen kommuniziert, nur mit der Gruppe. Das bedeutet dann, dass für die Eltern der Trainer in dem Moment nicht der Ansprechpartner ist, den sie zu Belangen des Kindes fragen können. Wir glauben: In der Vierergruppe verdient jedes Kind die volle Aufmerksamkeit. Mit dieser Argumentation stoßen wir eigentlich immer auf Verständnis. Die Eltern haben ja die Möglichkeit, uns über das Büro, per E-Mail oder eben später telefonisch zu erreichen.

Bringen sich die Mitglieder denn auch in die Vereinsarbeit ein?

Durch die gesellschaftlichen Veränderungen ist schon spürbar, dass für Ehrenamt wenig Kapazität vorhanden ist, auch wenn die Eltern sicher punktuell bereit sind, bei Veranstaltungen anzupacken oder mal Fahrdienst zu machen. Schließlich sind sie auch dankbar dafür, dass die Kinder hier so gut aufgehoben sind. Wir haben jetzt auch einen "Freundeskreis" installiert, um zusätzliche Mittel zur Jugendförderung zu generieren. Da bringen sich wirklich viele ein und das wissen wir sehr zu schätzen. Wir wissen aber auch, dass wir seitens des Hauptamts ein gutes Angebot machen müssen. Zum Beispiel im Bereich der Turnierbetreuung hinken wir noch etwas hinterher, da müssen wir uns verbessern, denn aktuell spielen die Kinder noch wenig Turniere.

Sie beteiligen sich mit Ihrem Verein jedes Jahr stark am Aktionstag "Deutschland spielt Tennis" – wie bewerben Sie die Veranstaltung im Vorfeld?

Wir gehen zunächst einmal an die regionale Presse heran und informieren sie über unseren Aktionstag. Wir haben eine Wochenzeitung als Medienpartner, teilweise kommen wir mit der Saisoneröffnung auch in die Tageszeitungen. Außerdem organisieren wir auch immer eine Schulaktion. Nach dem Motto "Wir suchen das Freiburger Tennistalent" machen wir Tennis in den Schulen erlebbar. Unsere Trainer gestalten dann mit den Lehrern gemeinsam den Sportunterricht und anschließend laden wir die Kinder zur Saisoneröffnung in den Verein ein.

Welche Aktivitäten gibt es am Aktionstag?

Wir polieren die Anlage auf, hängen Plakate auf - da bringen sich alle ein. Unser großes Saisoneröffnungsturnier, das wir hier intern kommunizieren, erfreut sich großer Beliebtheit, weil es im Stile eines ProAm-Turniers die Generationen und die Leistungsstärken verbindet. Kostenloses Schnuppertraining in allen Feldgrößen, Schlägertest und eine Modenschau, eine Ballzielwand und Gewinnspiele - wir bespielen eigentlich alle Bereiche. Das ist viel Arbeit, aber es sind auch immer schöne Events.

Gibt es noch weitere Aktionen zur Mitgliedergewinnung?

In unseren Aktionswochen bieten wir Erwachsenen einen reduzierten Einstiegsbeitrag an. Bei den Jugendlichen ist es inzwischen aufgrund des großen Andrangs und der begrenzten Kapazitäten umgekehrt: Wir nehmen sie nur noch auf, wenn die Eltern eine passive Mitgliedschaft eingehen. Nur durch diese finanziellen Mittel können wir die Qualität in diesem Bereich auch langfristig sichern. Das stößt intern auf großes Verständnis: Wachsen ist super, aber man muss es auch bewältigen können. Der größte Ansturm ist im Frühjahr und im September vor der Hallensaison, dann beginnen auch unsere Kurse für Erwachsene und Kinder. Wer dazwischen einsteigt, der kann in unserem "Newcomer-Club" hineinschnuppern oder individuell ein Probetraining vereinbaren.

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