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Wenn die Kinder nicht mehr oder zu selten in den Tennisverein kommen, dann müssen die Tennisvereine dorthin, wo die Kinder regelmäßig sind. Und das sind Kindergarten oder Schule. Mit attraktiv gestalteten Schnupperangeboten, einer Tennis-AG oder Tenniseinheiten im schulischen Ganztag lassen sich neue Mitglieder für den Verein gewinnen. Damit bei der Umsetzung alles klappt, sollten Vereine frühzeitig mit der Schulleitung Kontakt aufnehmen, weiß Christian Efler. Im Interview verrät er, was bei Schulkooperationen im Allgemeinen zu beachten ist und wie das Erfolgsrezept des bei Stuttgart gelegenen TC Bernhausen lautet.

Übrigens: Die Übungssammlung "Tennis-Spaß für Kids" der NÜRNBERGER enthält zahlreiche Anregungen für die abwechslungsreiche Gestaltung von Tennisstunden im Kindergarten oder in der Schule. Und das Beste: Der Materialeinsatz ist gering!

Vita.

Christian Efler kennt sich mit der Jugendförderung im Tennis und der Zusammenarbeit von Vereinen und Schulen aus. Schon als Teenager hat er sich in der Nachwuchsarbeit seines Clubs eingesetzt, später fungierte er als Trainer und übernahm verschiedene Funktionen als Vorstandsmitglied. Seit 2002 ist er am Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim Lehrer für Sport, Geografie, Naturwissenschaft und Technik. Die Erfahrung aus seinem sportlichen und beruflichen Umfeld gibt er als Referent für Schultennis im Württembergischen Tennis-Bund und im Deutschen Tennis Bund weiter.

Christian Efler
Bildquelle: Jana Roßdeutscher

Christian Efler im Interview mit der NÜRNBERGER.

Herr Efler, welche Vorteile hat die Kooperation mit einer Schule für einen Tennisverein?

Die Kooperation mit Bildungseinrichtungen bringt viele positive Effekte für den Tennisclub mit sich. Naheliegend ist hier natürlich, dass über die Zusammenarbeit mit einer Schule neue Mitglieder gewonnen und bestenfalls langfristig an den Verein gebunden werden können. Sobald ein Club solch eine Verbindung eingeht, ist er auch in das kommunale Netzwerk eingebunden. Das kann entscheidend sein, wenn es um Themen wie Sportförderung geht, denn bei der Vergabe von Fördergeldern zählt auch, wie sich der Club in das kommunale Gemeinwesen eingebracht hat. Schultennis bietet hier die perfekte Möglichkeit, um sein Image zu schärfen und zu zeigen, dass man in puncto Jugendarbeit auch über den eigenen Tellerrand hinausschaut.

Welche Voraussetzungen muss der Tennisverein erfüllen?

Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich, dass es im Verein einen Hauptansprechpartner für die Schultennis-Kooperation gibt. Das muss nicht zwangsläufig ein Trainer sein, die Koordination kann auch über einen engagierten Tennisspieler aus dem Club laufen. Vor Start der ersten Tennisstunde sollte es ein handfestes Grundkonzept geben, das aufbauend auf die Bedingungen vor Ort die Abläufe der Tennisstunde und den Umgang mit der Großgruppe regelt. Und natürlich sollten auch die örtlichen Rahmenbedingungen gecheckt werden, zum Beispiel: Sind die Tennisplätze für meine Stunde reserviert? Habe ich das benötigte Material vorrätig? Benötige ich gegebenenfalls noch weitere Kindertennisschläger und druckreduzierte Bälle?

Welche Arten der Schultennis-Kooperation gibt es?

Von Schnupperstunde bis Tennis-AG ist hier alles möglich. Wie erwähnt, ist dies von den Bedingungen vor Ort abhängig. Infrastruktur, Personal und Materialien müssen auf das entsprechende Angebot abgestimmt sein - hier können sich die jeweiligen Partner, also Tennisverein und Bildungsinstitution, gut ergänzen. Stimmen die Voraussetzungen, kann Tennis beispielsweise auch direkt in den Sportunterricht eingebunden werden. Dies ist vor allem in der Grundschule im Bereich Rückschlagspiele gut möglich. Der Schulsportwettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" ist ein weiterer Weg, wie Tennis und Schule verbunden werden können.

Können Sie uns ein gelungenes Beispiel solch einer Schultennis-Kooperation geben?

Es gibt eine Vielzahl guter Beispiele, in denen der örtliche Tennisverein und eine Bildungseinrichtung einen prima Weg gefunden haben, das Thema Schultennis aufzunehmen. Eine von vielen Ideen ist das Konzept des TC Bernhausen, südlich von Stuttgart gelegen. Der Club kooperiert mit einer Grundschule, deren Schüler direkt nach dem Unterricht zum Tennisverein kommen. Vor Ort gibt es dann eine Hausaufgabenbetreuung und im Anschluss werden die Kinder gestaffelt in Gruppen in das Tennistraining eingeführt. Das ist nicht nur für die Kids super, sondern auch für Eltern eine zeitliche Entlastung.

Gibt es hierbei auch kritische Punkte?

Man könnte natürlich sagen: Wenn die Kinder schon in der Schule Tennis spielen, dann müssen sie ja nicht mehr zwangsläufig in einen Tennisverein. Das ist natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen, es kommt aber immer auf die jeweiligen Umstände und auch auf das Engagement des Tennistrainers an. Wenn dieser für die Kinder interessant ist und er den Kindern und Jugendlichen bestmöglich den Spaß am Tennissport vermittelt, bleiben viele automatisch und man kann sie in den normalen Trainingsbetrieb überleiten.

Wo erhalte ich weitere Informationen zum Thema Schultennis?

Der Deutsche Tennis Bund hat auf seiner Homepage www.dtb-tennis.de/Initiativen-und-Projekte zahlreiche Informationen zum Thema Schultennis zusammengestellt. Darüber hinaus können sich Vereinsvertreter an ihren Landesverband wenden und sich dort auch die Broschüre "Aufschlag Verein - Return Schule" bestellen, die zahlreiche Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Tennisverein und Schule enthält.

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