Im Zuge der Entwicklung und Umset­zung ihrer Nachhaltigkeits­strategie hat sich die NÜRNBERGER Versicherung nach einem großen sozialen Projekt umgesehen, das sie auf vielfältige Weise unterstützen und stark machen kann.

Kinder-Lebens-Lauf Facts & Figures

15 Tage, 42.417 Kilometer und über 53 Millionen Schritte - so lässt sich unsere Bewegungs-Challenge anlässlich des diesjährigen Kinder-Lebens-Laufs zusammenfassen. Pro 7.000 Kilometer - die Gesamtstrecke des Kinder-Lebens-Laufs - lobten wir eine Spende in Höhe von 2.500 EUR aus. Somit gehen 15.000 EUR zur Unterstützung schwersterkrankter Kinder und ihrer Familien an den Bundesverband Kinderhospiz.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für den Einsatz beim Laufen und Radeln!

Kinder-Lebens-Lauf

In Nürnberg startete eine ganz besondere Wanderausstellung

Im Lorenzer Pfarrhof waren über einen Zeitraum von drei Wochen vier großflächige, durchscheinende Bilder aufgebaut. Auf ihnen zu sehen: Hoffnungsvoll blickende Kinder, deren Gesichter sich in einer Art Auflösungsprozess befinden. Der Bundesverband Kinderhospiz e. V., die Nürnberger Versicherung und das Bibel Museum Bayern thematisierten mit der Ausstellung "Facing the Taboo" eines der größten Tabuthemen unserer Zeit, den Tod junger Menschen. Wir sprachen mit Dr. Karoline Haderer, Marketingleiterin der Nürnberger Versicherung, über die Ausstellung und das soziale Engagement des Unternehmens.

Frau Dr. Haderer, weshalb setzt sich die Nürnberger Versicherung für die Kinderhospizarbeit ein?
Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff Kinderhospiz Krankheit, Trauer, Tod. Doch die Kinderhospizarbeit ist nicht nur dunkel. Die Familien konzentrieren sich auf das Leben im Hier und Jetzt. Sie versuchen, die ihnen zur Verfügung stehende Zeit mit Licht und Glücksmomenten zu füllen. Uns ist es wichtig, die Betroffenen in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Mentale Grenzen zu überwinden, Berührungsängste abzubauen, das ist es, was wir erreichen möchten. Die Partnerschaft mit dem Bundesverband Kinderhospiz ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

Wie genau sah Ihre Unterstützung aus?
Zunächst haben wir mit dem Bundesverband Kinderhospiz und der Mensch Kreativagentur aus München, die den künstlerischen Ansatz entwickelt hat, einen möglichen Rahmen für die Ausstellung besprochen. Dann haben wir unser Netzwerk geöffnet und versucht, das Maximum herauszuholen. Mit der Aufnahme von "Facing the Taboo" in das Programm der Blauen Nacht und eine Plakataktion rund um die Lorenzkirche haben konnten wir gerade hier im Großraum viel Aufmerksamkeit erzielen. Ergänzend haben wir viel über unsere Social-Media-Kanäle berichtet, eine Pressekonferenz veranstaltet und die Ausstellung mit Gästen aus dem sozialen Bereich, aus Politik und Wirtschaft eröffnet. Die Zusammenarbeit hat sehr gut geklappt und wir sind dem Projektbüro der Blauen Nacht, dem Bibel Museum Bayern, Billmann Event, Frapack und Stadtreklame Nürnberg für die Unterstützung dankbar.

"Facing the Taboo" war der Öffentlichkeit erstmals im Rahmen der Blauen Nacht zugänglich. Wie haben Sie das erlebt?
Die Exponate nach den vielen Webkonferenzen live zu sehen, war für mich sehr berührend. Die Bilder standen ganz am Ende des Lorenzer Pfarrhofs in einem fahlen Licht. Mit jedem Schritt näher traten die Kindergesichter stärker von ihrem tiefschwarzen Untergrund hervor. Und mit jedem Schritt näher erkannte man, dass ein Schatten über ihnen lag. Sinnbildlich für das schwere Schicksal, das diese Jugendlichen teilen. Vor den Exponaten stehend hat man sich selbst in der gläsernen Oberfläche gespiegelt. Eine Reflexion, die zur Reflexion angeregt hat.

War diese Ausstellung auf Nürnberg beschränkt?
Nein, es ist eine Wanderausstellung, die nächste Station ist Stuttgart. Dort wird die Ausstellung ab Ende Juni für sechs Wochen zu sehen sein. Weitere Stationen sind unter anderem Erfurt und Berlin. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Orte hinzukommen. Einen Einblick erhält man auf der Website www.facing-the-taboo.de. Die Ausstellung ist ein Teil der Aufmerksamkeitskampagne, die der Bundesverband Kinderhospiz im 20. Jahr seines Bestehens durchführt. Zu "Facing the Taboo" passende Werbespots mit Dieter Hallervorden und August Zirner werden in Kürze im Fernsehen zu sehen sein.

Planen Sie im Jahresverlauf weitere Aktionen mit bzw. für den Bundesverband Kinderhospiz?
Ja, selbstverständlich. Diese Partnerschaft ist uns extrem wichtig und wir lenken immer wieder mit diversen Aktionen die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Kinderhospizarbeit. Den Weltkindertag im September nutzen wir, um die Kinderhospizarbeit im Rahmen verschiedener Sponsorings, wie etwas beim Club und beim HC Erlangen, zu platzieren. Im November und Dezember rücken wir beinahe schon traditionell das Hilfeportal "Frag OSKAR" in den Fokus. Ergänzend gibt es immer wieder Charity-Aktionen, bei denen sich Interessierte einbringen können, etwa indem sie sportlich aktiv sind und Schritte für den guten Zweck zurücklegen.

Glücksmomente bereiten

Ausgewählt wurde die Zusammen­arbeit mit dem Bundesverband Kinderhospiz e. V. Unter dem Motto "Das Leben feiern" bietet dieser Rückhalt und Unterstützung für weit über 50.000 Familien in Deutschland, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben.

Kinderhospizarbeit

In Deutschland sind wesentlich mehr Menschen mit dem Thema "Kind und Sterben" konfrontiert als allgemein angenommen, siehe YouGov-Studie.

Kinderhospizarbeit fokussiert sich auf die betroffene Familie, aber auch auf das gesamte soziale Umfeld des betroffenen Kindes, beispielsweise Erzieher, Mitschüler, Trainer und Nach­barn. Dieser systemische Ansatz und die Tatsache, dass die Unterstützung ab Beginn der Diagnose einsetzt und sich bis in die Trauerzeit erstreckt, sind wesentliche Unterscheidungs­merkmale zur Erwachsenen­hospizarbeit.

In stationären Kinderhospizen können Familien jahrelang immer wieder gemeinsam eine Auszeit nehmen vom anstren­genden Alltag, der meist völlig von der Krankheit des Kindes bestimmt wird. Ambulante Kinderhos­pizdienste unter­stützen zudem im häuslichen Umfeld und bieten auch Eltern- und Geschwister­trauergruppen an.

Sabine Kraft, besondere Vertreterin des Bundesverbands Kinderhospiz und langjährige Geschäftsführerin erklärt: "In der Kinderhospiz­arbeit geht es nicht ums Sterben. Es geht ums Leben. Darum, die verblei­bende Zeit, egal wie lange sie noch dauert, mit Liebe und Glück zu füllen!".

An diesem Punkt setzt das Enga­ge­ment der NÜRNBERGER an. Gemeinsam mit ihrer Stiftung trägt sie zum Erhalt des Sorgentelefons OSKAR bei. Darüber hinaus möchte sie betrof­fenen Familien und insbesondere Geschwisterkindern, die im Pflege­alltag manchmal zurück­stecken müssen, Momente der Freude bereiten. Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter der NÜRNBERGER werden im Sinne des "Corporate Volunteering" aktiv in die Kooperation eingebunden.

Frag OSKAR - das Sorgentelefon

Das Hilfeportal des Bundesverbands Kinderhospiz e. V. ist für alle Menschen da, die mit dem Thema "Kind und Sterben" konfrontiert sind. Die Unterstützung durch erfahrene Experten setzt ab der Diagnosestellung ein und umfasst auch die Sterbebegleitung sowie die Trauerzeit.

Die Beratung ist kostenfrei, erfolgt auf Wunsch anonym und gliedert sich in folgende Angebote:

OSKAR Telefon

OSKAR Mail

Moderierte Live-Chats

  • Jugend-Chat (14 bis 27 Jahre) mittwochs von 16 bis 18 Uhr
  • Familien-Chat donnerstags von 19 bis 21 Uhr
  • Mehr Infos: www.frag-oskar.de/chat

Sprechstunde für sozialrechtliche Fragen

Über eine Spende unserer Stif­tung tragen wir zum Erhalt von "Frag OSKAR" bei.

Berührungsängste abbauen

Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind müssen große Sorgen und Ängste aushalten. Das ist unend­lich schwierig und macht in vielen Fällen auch einsam. Mit unserem Enga­gement tragen wir dazu bei, dass der Bundesverband Kinderhospiz seine wertvolle Arbeit weiterhin schnell und unkompliziert anbieten kann und den Alltag der Betroffenen erleichtert. Unsere gemeinsamen Aktionen haben ferner zum Ziel, Berührungsängste abzubauen und so die Kinderhos­piz­arbeit aus der Ecke der Tabuthemen herauszuholen.

Wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit für die Kinderhospizarbeit zu sensi­bilisie­ren, zeigt eine in Zusammen­arbeit mit YouGov im Oktober 2019 durchge­führte Studie.

YouGov-Studie

Auf viele Fragen, etwa nach der Anzahl der deutschlandweit betrof­fenen Kinder und Jugend­lichen, fühlen sich die Befragten nicht in der Lage, Antworten zu geben. Von denjenigen, die eine Schätzung vornehmen, setzt die Hälfte die Fallzahl mit einem Wert von 10.000 viel zu niedrig an. Denn aktuell leben in Deutschland deutlich über 50.000 Kinder und Jugendliche mit einer unheil­baren Krankheit. Jedes Jahr sterben rund 5.000 von ihnen. Da ebenso viele neue Diagnosen "unheilbar lebens­verkürzend erkrankt" ausgestellt werden, bleibt die Anzahl der Betroffenen relativ konstant.

Gedanken an den Tod, an Abschied und Trauer dominieren auch bei über der Hälfte der Befragten, wenn es um den Begriff der Kinder­hospizarbeit geht. Eine Parallele zur Hospiz­arbeit für Erwach­sene ist nicht zu übersehen. Dabei unter­scheiden sich beide Bereiche grundlegend.

Während Einrichtungen für Erwachse­ den Erkrankten ausschließlich für die finale, letzte Lebens­phase offenstehen, setzt die Arbeit von Kinder­hos­pizen viel früher im Krankheits­verlauf an. Kinderhospize stellen über Jahre ein wichtiges unter­stützendes Angebot für die gesamte Familie lebensbe­gren­zend erkrankter Kinder, Jugendlicher und auch junger Erwachsener sicher. Vom Zeitpunkt der Diagnose bis zum Tod und darüber hinaus. Sie sind ein Ort zum Kraftschöpfen und konzentrieren sich auf das Leben sowie das Bereiten von Glücks­momenten.

Knapp 60 % der Befragten erachten ein ehrenamtliches Engagement für Kinder und Jugendliche als besonders wichtig. Dennoch kann sich nur rund ein Drittel ein Engagement im Kinderhospiz­bereich vorstel­len. Die Mehrheit findet es emotional zu belastend. Genau hier setzt die NÜRNBERGER an. Ihr erklärtes Ziel ist es, Aufklä­rungs­arbeit zu leisten und das Thema gesellschaftlich bekannter zu machen.

Gemeinsam ein Zeichen setzen

Solidarität mit betroffenen Familien zeigen, das Wirken des Bundes­ver­bands Kinderhospiz e. V. unter­stützen und den vielen Tausend ehrenamtlich Engagierten ein positives Feedback geben ist leichter, als man denkt. Zum Beispiel beim Kinder-Lebens-Lauf.

Dieser führt quer durch die Bundes­republik - von einem Kinderhospiz zum nächsten. Hunderte Unterstützer tragen zu Fuß, mit dem Rad oder im Rollstuhl die Engel-Fackel einmal rund um Deutschland und machen so auf die Kinderhospizarbeit aufmerksam. Start- und Endpunkt ist Berlin.

Wir tragen die Fackel vom 13. bis 15. Mai 2022 von Nürnberg nach Regensburg. Über eine virtuelle und damit coronasichere Variante möchten wir möglichst vielen Menschen die Chance geben, dabei zu sein und eine Spende an den Bundesverband Kinderhospiz e. V. auszulösen. Details geben wir in Kürze über unseren Facebook- und Instagram-Account bekannt.