Da hat sich Johann Wolfgang von Goethe aber wirklich getäuscht. Vor allem, wenn es um das Thema Corporate Responsibility (CR) geht. Denn um die vielgepriesene gesellschaftliche Unternehmensverantwortung zu leben und diese nachhaltig im Betrieb zu verankern, bedarf es mehr als schnelles Handeln.

Glaubt man der Nachhaltigkeitsexpertin Susanne Bergius ist CR "nämlich keine zusätzliche Aktivität, sondern eine Art, das Kerngeschäft zu betreiben: umweltschonend, sozialverträglich und dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich." Es geht also darum, wie Gewinne erwirtschaftet werden - "und zwar nachhaltig". Und hier beginnt die Sache schwieriger zu werden: Demnach genügt es nicht, ein Projekt als das CR-Projekt auszuweisen. Sondern es geht ums Eingemachte, um Prozesse, Dienstleistungen - ja die ganze Wertschöpfungskette.

Wie einfach war es wohl früher, ein ehrbarer Kaufmann zu sein? Der musste nur mit sich selbst ausmachen, ob und welche guten Taten er vollbringen wollte. Und es reichte, wenn er einen Teil seines erwirtschafteten Geldes an die Armen spendete. Ohne formale Vorgaben verpflichtete er sich zum Einhalten von "Werten". Sein Handschlag war verbindlich und die Gesellschaft schenkte ihm Glauben.

Gesetzliche Vorgaben beeinflussen CR-Ziele der Unternehmen.

Heutzutage gibt es ganz konkrete vom Gesetzgeber formulierte Ziele der Unternehmensverantwortung. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) setzt mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) einen Kriterienkatalog ein, der es einem Konzern ermöglicht, transparent über seinen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung zu berichten. Die NÜRNBERGER gehört zu den rund 500 Firmen in Deutschland, die gesetzlich verpflichtet sind, einmal im Jahr einen geprüften Nachhaltigkeitsbericht abzugeben.

Marktmacht Konsument.

Spätestens seit "Fridays for Future" ist uns allen bewusst, dass nachhaltige Ziele nicht nur Theorie sind, sondern ihnen Taten folgen müssen. Treiber des Paradigmenwechsels von einer gewinnorientierten hin zu einer wertebasierten Wirtschaft ist die Gesellschaft. Ihre Erwartungshaltung gegenüber Unternehmen ist spürbar gestiegen. Immer mehr Deutsche sind bereit, CR-orientierte Unternehmen durch den Kauf ihrer Produkte und Leistungen zu belohnen. 37 Prozent der Bundesbürger sagen, dass sie hierfür mehr Geld ausgeben würden; vor zwei Jahren waren es erst 32 Prozent (Nielsen-Report). Und CR beeinflusst auch die Arbeitgebermarke positiv: "Nicht nur die Generation Y sucht sinnstiftende Motivation in ihrer täglichen Arbeit. Generell fühlen sich Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen verbundener und bringen ihre volle Arbeitskraft ein, wenn sie einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen. Dieser Sinn ist für viele Menschen gleichbedeutend mit Gutes tun."

CR-Strategie.

Die NÜRNBERGER hat den Dialog mit ihren Stakeholdern aufgenommen, Handlungsfelder definiert und eine CR-Strategie formuliert, die ein klares Bild von Nachhaltigkeit zeichnet. Der Weg dorthin war nicht steinig, sondern erkenntnisreich.

Schummeln gilt nicht.

Der Versuch, Defizite mit Greenwashing zu vertuschen und sich mit PR-Aktionen in ein "grünes" Licht zu stellen, wird hart geahndet. Denn in Zeiten der Sozialen Medien kommt der Gesellschaft auch die Rolle des Marktwächters zu. In Foren, Blogs und Microblogs tauschen sich Menschen aus, welche Erfahrungen sie mit einem Konzern gemacht haben, wo Angaben widersprüchlich sind, welche Produktionsbedingungen bei Nestlé beispielsweise herrschen. Sie sehen sich als Watchdogs und mahnen unternehmerische Verantwortung öffentlich an.

Organisationen wie Germanwatch rufen auf ihrer Homepage zum "Hinsehen. Analysieren. Einmischen." auf und fordern von der Wirtschaft transparente sowie nachhaltige Prozesse.

Das Thema ist brisant und die Entwicklungen überschlagen sich. Es gibt kaum mehr ein Unternehmen, das sich nicht daranmacht, eine CR-Strategie zu entwickeln und seine Wertschöpfungskette auf den Prüfstand zu stellen. Die entscheidende Frage ist aber: Wäre CR nicht auch ohne gesellschaftlichen Druck und politisches Regelwerk aktuell? Ein integrer und fairer Umgang mit Partnern ist jedenfalls seit Jahrhunderten ein Garant für gute Geschäfte. Der schonende Umgang mit Ressourcen und der Erhalt der Umwelt sollte schon im eigenen Interesse der meisten Unternehmen sein, um auch künftig wirtschaften zu können. Nimmt man die vielen sperrigen Fachbegriffe aus der Debatte, betrachtet die Zusammenhänge fernab der gesellschaftlichen Forderung, wird schnell klar: Vielleicht ist es doch nicht schwer, Gutes zu tun - vielleicht hatte Goethe. doch recht.

Die NÜRNBERGER hat den Dialog mit ihren Stakeholdern aufgenommen, Handlungsfelder definiert und eine Strategie zur unternehmerischen Verantwortung formuliert, die ein klares Bild von Nachhaltigkeit zeichnet. Der Weg dorthin war nicht steinig, sondern erkenntnisreich. Bastian Güttler, Nachhaltigkeitsbeauftragter der NÜRNBERGER, erzählt:

"Unser Nachhaltigkeitsansatz beruht auf dem Verständnis, dass wir ökonomischen Erfolg nur in einer intakten ökologischen und sozialen Umwelt erzielen können. Dabei ist das Vertrauen, das uns unsere Kunden, Vermittler, Investoren und Mitarbeiter entgegenbringen unser wichtigstes Kapital. Ihnen gegenüber tragen wir eine besondere Verantwortung.

Die Nachhaltigkeit ist aufgrund ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension ein vielfältiges und komplexes Phänomen. Um dieser Vielfalt Rechnung zu tragen, haben wir ein Kompetenzteam zur Entwicklung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie ins Leben gerufen, das aus Mitarbeitern aller Unternehmensbereiche besteht. Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit zu einem Handlungsmaßstab in unserer gesamten Organisation zu machen.

In einem ersten Schritt haben wir die für uns relevanten Themen identifiziert. Dazu zählen die Verantwortung gegenüber Kunden, Vermittlern und Mitarbeitern, das Angebot nachhaltiger Versicherungsprodukte, die Unternehmenskultur, nachhaltige Kapitalanlagen, regelkonformes Verhalten, gesellschaftliches Engagement, betrieblicher Klima- und Umweltschutz und eine nachhaltige Beschaffung. Diese Themen werden wir nun systematisch analysieren und vorantreiben sowie unseren Fortschritt messen.

Unserer gesetzlichen Berichtspflicht kommen wir in dem geprüften "Gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht" nach, der hier veröffentlicht ist."

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