Nach der Transparenzverordnung (EU-Verordnung 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten für Finanzdienstleister) sind Finanzmarktteilnehmer (z. B. ein Versicherungsunternehmen, das ein Versicherungsanlageprodukt anbietet, Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung oder Hersteller von Altersvorsorgeprodukten) und Finanzberater verpflichtet, Transparenz bei der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken und der Berücksichtigung nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen in ihren Prozessen herzustellen und entsprechende Informationen zu veröffentlichen.

Ein Nachhaltigkeitsrisiko stellt gemäß Art. 2 Nr. 22 der Transparenzverordnung ein Ereignis oder eine Bedingung in den Bereichen Umwelt (engl. Environmental), Soziales (engl. Social) oder Unternehmensführung (engl. Governance) dar, dessen beziehungsweise deren Eintreten tatsächlich oder potenziell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert der Investition haben könnte. Die Kurzbezeichnung dieser Risiken lautet in Anlehnung an die englischen Begriffe ESG-Risiken. Sie werden von uns als Teilaspekte bekannter Risikoarten, wie des Markt- oder versicherungstechnischen Risikos, angesehen und behandelt.

Nach der Transparenzverordnung zu erteilende Informationen umfassen auch die Darstellung nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene des Unternehmens. In dem Zusammenhang definiert Art. 2 Nr. 24 der Transparenzverordnung Nachhaltigkeitsfaktoren als Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Den Informationspflichten nach der Transparenzverordnung kommen die NÜRNBERGER Lebensversicherung AG, die NÜRNBERGER Beamten Lebensversicherung AG, die NÜRNBERGER Pensionsfonds AG und die NÜRNBERGER Pensionskasse AG (im Folgenden gleichermaßen mit "NÜRNBERGER" bezeichnet) mit dieser Veröffentlichung nach. Da die Kapitalanlage und das Risikomanagement für die genannten Gesellschaften einheitlich organisiert sind und die Vermögensanlage und -verwaltung zentral erfolgen, unterscheiden sich die aufgrund der Transparenzverordnung zu erteilenden Informationen für die einzelnen Gesellschaften nicht. Insofern in diesem Zusammenhang Informationen zur Erfüllung der Offenlegungspflichten in Bezug auf die "NÜRNBERGER" gegeben werden, gelten diese auch als Informationen zur Erfüllung der Offenlegungspflichten aller benannten NÜRNBERGER Gesellschaften.

  • Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Investitionsentscheidungsprozess

    Die NÜRNBERGER verfolgt als reguliertes Versicherungsunternehmen eine langfristige Ausrichtung bei der Kapitalanlage im konventionellen Sicherungsvermögen, was neben der Berücksichtigung üblicher Finanzdaten und -kennzahlen auch eine Berücksichtigung verschiedener Strategien zur Einbeziehung von Risiken aus den 3 Nachhaltigkeitsbereichen Umwelt (E - "Environment"), Soziales (S - "Social") und Unternehmensführung (G - "Governance") beinhaltet. Wir sehen dabei Nachhaltigkeitsrisiken als Teilaspekte bekannter Risikoarten wie Marktpreis-, Kredit- und Adressenausfallrisiko von Kapitalanlagen.

    Für traditionelle Investmentformen wie Aktien und Anleihen wird ein ESG-Rating, das die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung aggregiert abbildet, von einem externen Datenanbieter bezogen. Soweit derartige Investments im Direktbestand und in Wertpapierspezialfonds unterhalb einer bestimmten ESG-Ratinggrenze liegen, sind diese durch den jeweiligen Asset Manager zu unterlassen oder gesondert zu begründen ("Comply-or-Explain"). Zusätzlich sind gegenwärtig die folgenden Ausschlusskriterien bei Einzelinvestitionen in Wertpapier-Direktbestand und Wertpapierspezialfonds implementiert: Die NÜRNBERGER investiert nicht in Agrarrohstoffe oder deren Derivate. Außerdem wird nicht in Fremd- oder Eigenkapital von Unternehmen, die mit der Herstellung und/oder Vermarktung von Streumunition und Anti-Personen-Minen in Zusammenhang stehen, investiert. Bei passiven Investments wie ETFs sind die mandatierten Asset Manager angewiesen, keine Investments mit explizit nicht-nachhaltigem Branchenfokus (z. B. Fokus auf Rüstungshersteller) zu erwerben. Schließlich tauscht sich die NÜRNBERGER mit der beauftragten Kapitalverwaltungsgesellschaft für Aktienbestände in Wertpapierspezialfonds über Standards der Stimmrechtsausübung aus. Die Ausübung der Stimmrechte durch die Kapitalverwaltungsgesellschaft erfolgt gemäß den Empfehlungen externer Stimmrechtsberater und des Bundesverbands Investment und Asset Management e. V. (BVI).

    Bei alternativen Investmentformen wie Immobilien, Private Equity und Infrastruktur ist das Vorliegen einer ESG-Richtlinie im Regelfall die Voraussetzung für die Mandatierung eines Asset Managers. Die NÜRNBERGER steht zudem im regelmäßigen Austausch (Reviewgespräche) mit festgelegten Asset Managern in diesem Bereich, um die Berücksichtigung von ESG-Aspekten bei Investitionsentscheidungen hier noch weiter voranzutreiben.

    Die Fondsinformationen der Fondsverwalter stehen Ihnen auf unserer Internetseite unter https://nuernberger-de.factsheetslive.com/ zur Verfügung.

  • Nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene des Unternehmens

    Die NÜRNBERGER verfolgt als reguliertes Versicherungsunternehmen eine langfristige Ausrichtung bei der Kapitalanlage im konventionellen Sicherungsvermögen. Dazu zählt die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung in Investitionsentscheidungsprozessen. Für die Details vgl. hierzu die Ausführungen im Abschnitt "Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Investitionsentscheidungsprozess".

    Die Berücksichtigung dieser Risiken spiegelt die Erfassung und Berücksichtigung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf die in Artikel 2 Nr. 24 der Transparenzverordnung definierten Nachhaltigkeitsfaktoren (Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung) wider: Die nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren bzw. auf Indikatoren, die zur Messung von nachteiligen Wirkungen auf diese Nachhaltigkeitsfaktoren verwendet werden können, schlagen sich prinzipiell durch Reputationseffekte, Verhaltensänderungen von Investoren und Konsumenten sowie staatliche Eingriffe mittel- oder unmittelbar in Bewertungsrisiken für Kapitalanlagen nieder. Die genauen Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeitsrisiken und Nachhaltigkeitsfaktoren bzw. Nachhaltigkeitsindikatoren sind damit zeitabhängig und derzeit - auch in Folge von Datenbeschränkungen - nicht exakt beschreibbar.

    Neben der fortlaufenden Weiterentwicklung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Investitionsentscheidungsprozessen bezieht die NÜRNBERGER für traditionelle Investmentformen wie Einzelaktien und -anleihen deshalb eine Reihe von Nachhaltigkeitsindikatoren von einem externen ESG-Datenanbieter, wie z. B.

    • Klima- und andere umweltbezogene Indikatoren, u. a.: Treibhausgasemissionen, Biodiversität, Wasseremissionen, Gefahrenabfälle
    • Indikatoren zu Soziales und Arbeitnehmern, u. a.: Verletzungen von internationalen Vereinbarungen wie z. B. dem UN Global Compact oder den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, geschlechtsspezifisches Lohngefälle, Geschlechter-Diversität in Managementpositionen, Herstellung und/oder Vermarktung von kontroversen Waffen

    Die NÜRNBERGER prüft die Nachhaltigkeitsindikatoren auf Eignung für die Integration in Investitionsentscheidungsprozesse und verwendet sie, um gesetzlichen Offenlegungspflichten nachzukommen. Ebenso prüft die NÜRNBERGER, inwieweit entsprechende Daten für alternative Investmentformen wie Immobilien, Private Equity und Infrastruktur vorliegen.

    Für die Details zur Mitwirkungspolitik der NÜRNBERGER wird auf die Ausführungen im Abschnitt "Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Investitionsentscheidungsprozess" verwiesen.

    Die NÜRNBERGER plant zeitnah die Unterzeichnung der United Nations Principles for Responsible Investment (UN PRI). Damit dokumentiert die NÜRNBERGER die konsequente Integration von ESG-Kriterien in Investitionsentscheidungsprozesse auch nach außen.

  • Vergütungspolitik im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken

    Zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben gemäß Artikel 5 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor vom 27. November 2019 ("Transparenzverordnung") veröffentlicht die NÜRNBERGER Informationen dazu, inwiefern ihre Vergütungspolitik im Einklang mit der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken steht (Transparenz im Zusammenhang mit der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken in die Vergütungspolitik).

    Nachhaltigkeitsrisiken werden im Risikomanagementsystem der NÜRNBERGER nicht im Rahmen einer eigenen Risikokategorie betrachtet. Die NÜRNBERGER sieht Nachhaltigkeitsrisiken stattdessen als Teilaspekt bekannter Risikoarten (z. B. versicherungstechnische Risiken, Marktpreisrisiko, Kreditrisiko, Adressenausfallrisiko) und folgt damit der verbreiteten Auffassung, dass Nachhaltigkeitsrisiken auf diese Risikoarten einwirken. Auf diese Weise ist der Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken seit jeher in der Risikostrategie und im Risikomanagementsystem der NÜRNBERGER verankert. Die Nachhaltigkeitsrisiken werden daher mittelbar in der Geschäftspolitik berücksichtigt. Entsprechend sind die mit der Geschäftspolitik einhergehenden Risiken in die Vergütungspolitik einbezogen.

    Ziel der zukunftsorientierten und nachhaltigen Vergütungspolitik der NÜRNBERGER ist es, unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben das Engagement und die Kompetenz der Mitarbeiter, der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats zu erhalten und somit eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit der NÜRNBERGER sicherzustellen.

    Die NÜRNBERGER hat die allgemeinen Grundsätze ihrer Vergütungspolitik in Vergütungsleitlinien festgeschrieben. Für Mitarbeiter, Leitende Angestellte, verantwortliche Inhaber von Schlüsselfunktionen, Vorstandsmitglieder sowie Aufsichtsratsmitglieder wurden Vorgaben in die Vergütungsleitlinien aufgenommen. Hierdurch wird erreicht, dass die Vergütungssysteme angemessen, transparent sowie auf eine langfristige Entwicklung ausgerichtet sind.

    Sofern für Mitarbeiter und Leitende Angestellte variable Vergütungsbestandteile geleistet werden, stehen diese in einem ausgewogenen Verhältnis zu festen Vergütungsbestandteilen. Somit ist sichergestellt, dass keine erhebliche Abhängigkeit von variablen Vergütungsbestandteilen besteht, aber dennoch eine Orientierung an den unternehmerischen Zielen gegeben ist. Durch eine zentrale und gebündelte Betrachtung aller variablen Vergütungsvorgaben im Konzern ist sichergestellt, dass potenzielle Fehlanreize und Interessenkonflikte vermieden werden. Für Mitarbeiter im angestellten Außendienst ist ein wesentlicher Faktor der variablen Vergütung der Erfüllungsgrad der festgelegten Bonifikationsziele.

    Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder erfolgt dadurch, dass die variablen Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Vorstands u. a. einem Malus- bzw. Clawback-Mechanismus unterworfen sind. Danach können eine unzureichende Kapitalausstattung der NÜRNBERGER oder Pflichtverletzungen eines Vorstandsmitglieds zum Verfall von Vergütungsansprüchen und damit zu einer Reduzierung der erfolgsbezogenen Vergütung (gegebenenfalls bis auf null) führen. Die variablen Vergütungsbestandteile stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zu den festen bzw. garantierten Vergütungsbestandteilen, sodass vermieden wird, dass die Mitglieder des Vorstands zu sehr auf die variablen Vergütungsbestandteile wirtschaftlich angewiesen sind. Zudem basiert der Gesamtbetrag der variablen Vergütung auf einer Kombination aus der Bewertung der Leistungen des Einzelnen sowie des jeweiligen Geschäftsbereichs und dem Gesamtergebnis des Unternehmens. Die variable Vergütung ist im Umfang begrenzt (Cap). Die Zahlung eines wesentlichen Teils des variablen Vergütungsbestandteils enthält zudem eine flexible, aufgeschobene Komponente, die der Langfristigkeit der Geschäftstätigkeiten der NÜRNBERGER Rechnung trägt. Die variable Vergütung zielt somit darauf ab, die operativen Ziele der NÜRNBERGER zu erreichen und nachhaltige Leistung zu belohnen.

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