Manchmal peitscht ein Sturm ihn so, dass er unruhig zitternd kleine Wellen zieht. Mal glatt wie ein Spiegel, reflektiert er im Dunkeln die Fassaden und beleuchteten Fenster und lässt die Stille hören. Doch auch im Sonnenlicht hat er seinen glitzernden Auftritt: In seinen Nebenrollen gut aussehen - das kann er, der See im Innenhof der NÜRNBERGER! Wirklich glänzen tut er in seiner Hauptrolle als Wasserspeicher.

Wenn sich im Sommer wieder die brütende Sonne auf unsere Häupter senkt, ist das Verlangen groß, sich im kühlen Nass eines Sees Abkühlung zu verschaffen. Diesem Verlangen können die Mitarbeiter der NÜRNBERGER zwar nicht nachkommen, wenn sie auf der Terrasse direkt am "NÜRNBERGER See" ihre Mittagspause verbringen. Aber schon allein der kurze Weg über die Brücke, um zum Gebäudeteil auf der anderen Seite "überzusetzen", entschädigt dafür. Auch ist etwa die Hälfte der Arbeitsplätze zum Innenhof mit Blick auf den See ausgerichtet. Wahrscheinlich werden sich die wenigsten beim Anblick des Gewässers Gedanken machen, welche Rolle dieser architektonischen Finesse von Anfang an zugedacht war.

Das Pumpen- und Steuerungssystem sorgt für die Umwälzung, damit die Sauerstoffanreicherung des Wassers optimiert wird.

Auch die Sprinkler werden mit Regenwasser gespeist.

Wasserspiele und Pflanzinseln sind nicht nur funktional, sondern auch eine optische Bereicherung.

Ein ewiger Kreislauf.

So wie sich Jahr für Jahr Szenen der Tierwelt im und um den NÜRNBERGER See abspielen, so lässt sich auch deutlich machen, wie Wasser, Fauna und Flora hier einen Kreislauf des Lebens bilden. Ein Zyklus, der im See als Regenwasserspeicher beginnt, sich über die belebten Uferzonen im Schilf fortsetzt und in den Untergrund der NÜRNBERGER abtaucht.

Denn um die Kapazitäten des Sees als Wasserspeicher für die Bewässerung der Pflanzen im Außenbereich, als Regenauffangbecken und Speicher für die Sprinkleranlagen im gesamten Gebäudekomplex voll auszuschöpfen, müssen Mensch und Maschinen doch nachhelfen.

Dafür gibt es im Untergeschoss der NÜRNBERGER extra Räumlichkeiten mit imposanten Pumpenanlagen und Steuerungseinheiten. Damit hier alles rund läuft, haben Klaus Leipold und seine Kollegen, die bei der NÜRNBERGER unter anderem für die Hausverwaltung und Technik zuständig sind, ein wachsames Auge auf die gesamten Abläufe. Unterstützt werden sie dabei von Mitarbeitern einer externen Firma. "Der See wird zwar ökologisch über die Pflanzinseln im Umlaufbetrieb gefiltert. Die Herausforderung besteht jedoch darin, die Wasserwerte in Bezug auf pH-Wert und Sauerstoffgehalt im Gleichgewicht zu halten", erläutert Klaus Leipold. Diese Werte werden stark von der Witterung beeinflusst - von Trockenphasen, Regen und Temperatur. Diese Werte können über die Umwälzung des Wassers reguliert werden. Für die Klärung des Wassers wird ein Flockungsmittel auf Chitosan-Basis (zu 100 Prozent Naturprodukt) eingesetzt. Romantischer wird es, wenn zu Reinigungszwecken und Kontrollfahrten ein kleines Boot eingesetzt wird, das stets Aufmerksamkeit erregt.

Zeichen der Zeit.

Die Bedeutung von Wasserspeichern wird angesichts immer längerer Trockenzeiten auch in unseren Regionen, vor allem aber in eher regenarmen Gebieten zunehmend an Bedeutung gewinnen: Ob das im Kleinen mit der Regentonne im Garten praktiziert wird oder im Größeren mit Stauseen, Wassertürmen oder Zisternen. Wasser ist nicht nur prägend für unsere Kultur. Manchmal überrollt es uns mit Fluten und zeigt seine gewaltigen Kräfte, bezaubert dann wieder mit seiner breiten Palette an Farbreflexionen im Zusammenspiel von Licht und Umgebung. Aber es ist vor allem auch unsere Lebensader - und sinnbildlich für unseren Blauen Planeten. Deshalb ist jeder Tropfen kostbar und bewahrenswert.

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