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Tagesdosis

Die Empfehlungen zum Tagesbedarf an Vitaminen sind als Richtlinien zu verstehen. Sie variieren je nach Institution, welche die Empfehlungen gibt. Die abweichenden Vorgaben sind einfach zu begründen: Es ist äußerst schwierig, den tatsächlichen Bedarf des Organismus zu messen. Komplexe Mechanismen machen viele Vitamine wiederverwertbar, einige Vitamine werden vom Körper selbst oder von Darmbakterien gebildet. Komplizierte Resorptionsmechanismen erschweren diese Einschätzung zusätzlich.

Hohe Dosen

Während man sich über eine sinnvolle Mindestmenge an benötigten Vitaminen einig ist, gehen bei der oberen Grenze die Meinungen auseinander. Besonders in den Vereinigten Staaten gibt es vermehrt Wissenschaftler, die eine Zufuhr verschiedener Vitamine in sogenannten Megadosen (das Mehrfache der empfohlenen Tagesdosis) vorschlagen. Dieses Vorgehen ist allerdings kritisch zu betrachten. Zum einen werden die Vitamine ab einer gewissen Dosis unverändert ausgeschieden, zum anderen können gewisse Vitamine in großen Mengen den Verbrauch anderer übermäßig steigern. Dadurch kann es sogar zu einer Mangelsituation kommen. Wenn schon hoch dosierte Vitaminsubstitution, dann sollte sie sehr gezielt nach vorheriger Diagnostik und nur mit einzelnen Vitaminen durchgeführt werden.

Synthetisch hergestellte Vitamine

Bei der Einnahme von Nährstoffen besteht seit Längerem die Option, diese in "künstlicher" Form zu konsumieren. Chemisch gesehen weisen die synthetisch hergestellten die selbe Struktur auf wie die natürlich vorkommenden Vitamine. In Obst, Gemüse und tierischen Produkten kommen die Vitamine jedoch in Kombination mit zahlreichen anderen wichtigen Stoffen vor, über deren Funktion im menschlichen Körper wir heute zum Teil noch wenig wissen. Auch die Gefahr einer falschen Dosierung ist bei natürlichen Quellen geringer. Aus diesen und weiteren Gründen ist der "natürliche" Weg der beste, um zu seiner täglichen Vitaminration zu kommen. Zumal ein gesunder Körper bei ausgeglichener und abwechslungsreicher Ernährung keine zusätzliche Zufuhr von Nährstoffen benötigt. Vitaminpräparate können eine mangelhafte und einseitige Ernährung nicht kompensieren.

Mangelerscheinungen

In Europa sind schwere Mangelerscheinungen mit charakteristischen Krankheitszeichen, wie sie oft in Entwicklungsländern vorzufinden sind, selten. Allerdings sind viele uncharakteristische Symptome, die auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sind, auch bei uns weitverbreitet. Müdigkeit, Antriebsschwäche, depressive Verstimmung, Verdauungsstörungen und Störungen des Nervensystems können Zeichen einer mangelhaften Zufuhr sein. Trockene, rissige Haut, Mundwinkelrhagaden, brüchige Nägel und Haarwuchsprobleme müssen auch an eine Mangelversorgung denken lassen.

Bei einem gesunden, ausgeglichen ernährten Körper besteht geringe Gefahr, in eine Mangelsituation zu kommen. Der menschliche Organismus verfügt über ausgeklügelte Mechanismen, Vitamine zu speichern, wiederzuverwenden und sparsam einzusetzen. So kommt er auch mit äußerst geringen Mengen aus.

Trotzdem gibt es besondere Umstände, unter denen es zu einer mangelnden Versorgung kommen kann:

  • Verminderte Zufuhr durch einseitige Ernährung mit einem großen Anteil an "leeren Kalorien" (Kalorien mit wenig lebensnotwendigen Nährstoffen).
  • Gestörte Resorption (Aufnahme), bedingt durch mangelhafte Verdauung (Galleproduktions- oder -resorptionsstörung, nach Operationen im Magen-Darm-Bereich, bei infektiösen oder chronischen Darmentzündungen, bei angeborenen Defekten und bei Beeinträchtigung der Darmflora nach Antibiotikatherapie).
  • Gesteigerter Bedarf, beispielsweise im Rahmen von Stresssituationen (Infekte, Traumata, Operationen, chronische Krankheiten), von Schwangerschaft oder bei schwerer körperlicher Arbeit (Ausdauersport, Schwerstarbeit).
  • Störung der Vitaminspeicherung bei Leberfunktionsstörungen.
  • Vermehrte Ausscheidung bei Nieren- und Leberfunktionsstörungen oder bei starkem Schwitzen.


Besonders gefährdet, in eine Mangelsituation zu geraten, sind:

  • Säuglinge, bei ausschließlicher, langfristiger (länger als bis zum vierten Lebensmonat) Ernährung mit Muttermilch.
  • Kinder und Jugendliche bei einseitiger Ernährung (zu viele Süßigkeiten) und wachstumsbedingt vermehrtem Bedarf.
  • Schwangere, da insbesondere ab dem vierten Monat ein erhöhter Vitaminbedarf besteht.
  • Ältere Menschen: Ernährung oft mangelhaft, Aufnahme- und Resorptionskapazität zusätzlich im Alter reduziert.
  • Menschen, die ihren Energiebedarf im Wesentlichen mit Alkohol decken. Alkohol bedeutet für den Körper reine Energie und enthält keinerlei Nährstoffe. Bei längerer, regelmäßiger Zufuhr in größeren Mengen können Mangelerscheinungen auftreten (besonders Mangel an Vitamin B1).


Überdosierung

Ein Überschuss wasserlöslicher Vitamine wird zum großen Teil über die Nieren oder die Leber ausgeschieden und hat deshalb höchstens kurzfristige Auswirkungen. Fettlösliche Vitamine (A, D, E und K) hingegen häufen sich im Körper an und können bei übertriebenem Konsum weitreichende Folgen haben. Besonders bei Kleinkindern sollte man sich unbedingt an die vom Arzt vorgeschriebene Dosis halten.


(Quelle: www.gesundheit.de)

 
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