Selbstständig arbeiten hat viele Vorteile: Sie sind Ihr eigener Chef, treffen die Entscheidungen und verdienen vielleicht sogar mehr. Doch der Sprung in die Selbstständigkeit bedeutet auch, dass Sie sich um vieles selbst kümmern müssen, z. B. um Ihren Versicherungsschutz.

Worauf müssen Selbstständige in Sachen Versicherung achten?

Raus aus dem Angestelltenverhältnis, rein in die Selbstständigkeit: Ob Sie ein innovatives Start-up gründen, sich als Grafiker selbstständig machen oder als Hebamme freiberuflich tätig sind - die Frage nach einer umfassenden Absicherung sollten Sie sich in jedem Fall stellen. Denn im Gegensatz zu Angestellten müssen Sie sich zum großen Teil selbst um Ihren Versicherungsschutz kümmern. Und das fängt schon bei der Krankenversicherung an. Hierbei müssen Sie sich nämlich unter anderem entscheiden, ob Sie lieber gesetzlich oder privat versichert sein wollen.

Für Selbstständige sind teils ganz andere Versicherungen wichtig, da sie oft nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Unternehmen absichern müssen. Tun sie das nicht, gefährden sie sowohl ihre berufliche als auch ihre private Existenz.

Vor allem eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige sinnvoll und meist sogar unverzichtbar. Sie ist ein wesentlicher Baustein der privaten Vorsorge für alle, die mit ihrem beruflichen Einkommen den Lebensunterhalt bestreiten.

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Eine pauschale Versicherungsempfehlung für Selbstständige ist allerdings schwierig, da die finanziellen Risiken je nach Unternehmen unterschiedlich groß sind. Es macht schließlich einen Unterschied, ob Sie als selbstständiger Grafiker von zu Hause aus arbeiten oder einen Handwerksbetrieb mit mehreren Angestellten führen. In der Liste weiter unten finden Sie die wichtigsten Versicherungen, die jeder Selbstständige haben sollte.

Kurze Begriffsklärung zu Tätigkeiten als Selbstständige:

  • Ein Freiberufler arbeitet wissenschaftlich, künstlerisch, schriftstellerisch, unterrichtend oder erzieherisch. Dazu gehören u. a. Ärzte, Hebammen, Architekten, Steuerberater, Journalisten und Wissenschaftler. Eine freiberufliche Tätigkeit ist kein Gewerbe, d. h. es fällt keine Gewerbesteuer an. Wichtig: Ein Freiberufler kann seinen Beruf sowohl selbstständig als auch angestellt ausüben.
  • Ein Freelancer ist ein freier Mitarbeiter eines Unternehmens, der einen Dienst- oder Werkvertrag hat und Aufträge selbstständig ausführt, ohne dabei Arbeitnehmer des Auftraggebers zu sein.
  • Gewerbetreibende müssen ihr Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Sie bekommen dann einen Gewerbeschein und müssen Gewerbesteuer zahlen. Das grenzt sie deutlich von Freiberuflern ab. Im Zweifelsfall entscheidet das Finanzamt, ob die Selbstständigkeit gewerblich oder freiberuflich ist.

Welche Krankenversicherung für Selbstständige?

Ganz egal, ob selbstständig oder angestellt, eine Krankenversicherung braucht jeder. Als Selbstständiger können Sie allerdings zwischen einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und einer privaten Krankenversicherung (PKV) wählen - unabhängig von Ihrem Einkommen.

Für Selbstständige kann eine private Krankenversicherung tatsächlich die günstigere Alternative sein. Denn anders als in der GKV richten sich die Beiträge hier nicht nach Ihrem Einkommen. Das bedeutet: Es besteht kein Risiko, dass Sie unerwartete Voraus- oder Nachzahlungen leisten müssten. Viele Anbieter - auch die NÜRNBERGER Versicherung - gewähren sogar Beitragsrückerstattungen, wenn keine Leistung in Anspruch genommen wurde. Ein weiterer Vorteil: Anders als in der GKV sind die gewählten Leistungen fester Vertragsbestandteil, die nicht ohne Weiteres gekürzt werden können.

Diese Versicherungen sind für Selbstständige besonders wichtig:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

    Noch mehr als für Angestellte gilt für Selbstständige: Ihre Arbeitskraft ist Ihr größtes Gut. Denn nur wenn Sie gesund sind und arbeiten können, können Sie sich auch Ihren Lebensunterhalt verdienen. Doch was passiert, wenn Sie wegen einer schweren Erkrankung oder einem Unfall Ihren Beruf längere Zeit nicht mehr ausüben können? Der Staat unterstützt Sie erst mit einer sogenannten Erwerbs­minderungs­rente, wenn Sie überhaupt nicht mehr in der Lage sind, am Arbeitsmarkt teilzunehmen. Im Schnitt sind das übrigens gerade einmal 736 EUR. Der gewohnte Lebensstandard lässt sich damit nur schwer aufrechterhalten. Um diese Einkommenslücke zu schließen, empfiehlt sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

  • Krankenzusatzversicherung

    Anders als Angestellte haben Selbstständige keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Im Klartext heißt das: Wer nicht arbeiten kann, verdient auch keinen Cent. Bei längeren Krankheiten kann das schnell ein existenzbedrohendes Ausmaß annehmen. Mit dem sogenannten Krankentagegeld können Sie sich gegen das Risiko absichern, bei Krankheit kein Geld zu bekommen. Innerhalb dieser Zusatzversicherung können Sie selbst bestimmen, ab welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe Sie die Leistung in Anspruch nehmen wollen.

  • Basisrente

    Ob als freiwilliges Mitglied in der Gesetzlichen Rentenversicherung, über eine private Rentenversiche­rung oder mit einer Kombination aus beidem - wie Sie als Selbstständiger Ihre Altersvorsorge gestalten, ist komplett Ihnen überlassen.

    Da die gesetzliche Rente aber in den meisten Fällen nicht ausreicht, lohnt es sich, zusätzlich eine private Renten­versicherung abzuschließen, z. B. in Form der Basisrente, auch Rürup-Rente genannt. Diese Rentenversicherung wird staatlich gefördert und bietet klare Steuervorteile: Sie können den Beitrag als Sonderausgabe von der Steuer absetzen und so Ihr steuer­pflichtiges Einkommen mindern. Das ist insbesondere für Selbstständige interessant, da sie so mithilfe des Staates fürs Alter vorsorgen können.

    Neben dem klassischen Modell bietet die NÜRNBERGER Basisrente auch die Möglichkeit, sich an der Wertentwicklung des DAX zu beteiligen oder in chancenreiche Fonds zu investieren, um so von den Renditechancen des Aktienmarkts zu profitieren.

  • Rechtsschutz

    Ob als Privatperson oder als Unternehmer - eine Rechtsschutz­versicherung sollten Sie in jedem Fall haben. Schließlich werden bei einem verlorenen Prozess schnell mal mehrere Tausend Euro fällig. Aber auch für den Fall, dass einer Ihrer Kunden nicht zahlen will, kann der Rechtsschutz von Vorteil sein.

  • Betriebs- oder Berufshaftpflicht

    Die Betriebshaftpflichtversicherung leistet, wenn Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter oder Besucher in Ihrem Büro oder auf dem Firmengelände zu Schaden kommen und Sie als Unternehmer dafür haftbar gemacht werden. Zum Beispiel, wenn jemand auf Ihrem Firmengelände stürzt, weil Sie im Winter die Wege nicht ordnungsgemäß geräumt haben. Abgedeckt sind aber auch Schäden, die Sie durch Ihre Arbeit verursachen: z. B. wenn Sie als Grafiker einen fehlerhaften Flyer erstellen und Ihr Kunde Schadenersatz fordert.

  • Betriebsunterbrechungs­versicherung

    Ein Wasserschaden hat Ihr Lager geflutet? Oder ein Brand Ihre Produktionshalle zerstört? Ist der Betrieb in Ihrem Unternehmen eine Zeit lang unterbrochen, verdienen Sie kein Geld - und das bei fortlaufenden Betriebskosten. Das kann schnell Ihre wirtschaftliche Existenz bedrohen. Mit einer Betriebs­unterbrechungs­versicherungsind Sie für solche Fälle abgesichert. Denn die Versicherung kommt vorübergehend für Löhne, Miete, Sozialausgaben und Gewinneinbußen auf.

    Übrigens: Auch für Freiberufler ist eine Betriebs­unterbrechungs­versicherung sinnvoll. Schließlich kann auch hier ein Sturm oder Einbruch dafür sorgen, dass Ihr Büro verwüstet wird und Sie es längere Zeit nicht benutzen können.

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