Plötzlicher Winter­einbruch mit Frost, Schnee und Glatteis: Wer kennt es nicht? Gut, wenn man darauf vorberei­tet ist, insbesondere als Autofahrer. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit Ihrem Auto sicher durch den Winter kommen.

So fahren Sie bei Eis und Schnee.

Willkommen im Winter-Wunderland. Wenn Frau Holle die Welt mit einer Schneedecke überzogen hat, freuen sich Kinder aufs Schnee­mannbauen. Autofahrer hingegen fragen sich: Wie kom­me ich heu­te nur zur Arbeit und schaffe meine Erledigungen?

Ganz einfach: Fahren Sie defensiv und mit niedriger Drehzahl, da­mit das Auto nicht ins Rutschen kommt. Außerdem sollten Sie we­der stark beschleunigen noch bremsen. Sollten Sie dennoch in eine brenzlige Lage geraten, setzen Sie durch Treten der Kupp­lung die Motor­bremse ein. Zu­sätz­lich empfehlen wir, bei einer stark ver­schnei­­ten Fahrbahn Spurrillen in Kurven nur im spitzen Winkel zu über­fahren.

Autofahren bei Eis und Schnee

Gut gerüstet - die Grundaus­stat­tung gegen Frost.

Besen und Eiskratzer: Handbesen und Eiskratzer sind die Grundausstattung für den Winter. Damit aus der Front­scheibe keine Frostscheibe wird, ist eine Ab­deck­folie sinnvoll. Ebenso ein Anti­be­schlagtuch für innen, damit Ihnen nach dem Losfahren nicht gleich die Sicht verloren geht. Denn zumeist beschlagen die Schei­ben in den ersten Fahrminuten.

Winterreifen mit starkem Profil: Win­ter­reifen sind ein Muss. Minimum ist eine Pro­fil­tiefe von 4 Milli­metern für eine gute Haftung auf dem Schnee. Ach­ten Sie auf die M&S-Kennzeich­nung und auch auf den Luft­druck. Der sollte im Vergleich zu Som­mer­reifen um 0,2 bar höher sein. Denn bei zu niedrigem Luftdruck ist die Schnee­haftung beein­trächtigt. Sind die Wet­ter­­verhältnisse besonders schlecht, greifen Sie zu den Schneeketten.

Scheiben und Scheibenwischer: Gute Sicht ist wichtig. Erneuern Sie alte Schei­ben­­wischer. Und wenn die Schei­ben zugefroren sind, kratzen Sie alle sauber für einen freien Rundum­blick. Denn ist der nicht gege­ben, werden Sie eventuell von der Polizei verwarnt - was Sie 10 EUR kosten kann.

Tipp: Winterreifenpflicht und M&S-Kenn­zeich­nung mit Alpine-Symbol.

In Deutschland gilt die soge­nann­te "situative Winterreifen­pflicht". Sie schreibt vor, dass bei be­stim­mten Wetterverhält­nis­sen nur mit Reifen mit M&S-Kenn­zeichnung gefahren wer­den darf (auch "M+S" oder "M-S"). Dazu zählen Schnee-, Eis- und Reif­glät­te so­wie Schnee­matsch. Aller­dings gilt diese reine Buch­stabenkenn­zeich­nung nur noch bis Ende 2017. Ab 2018 herge­stellte Reifen müssen laut Stra­ßen­verkehrs­ord­nung zu­sätz­lich das Alpine-Symbol vor­wei­sen. Die Über­­gangsfrist läuft bis zum 30.09.2024 - so lange können Autofahrer noch mit M&S-Reifen ohne Symbol fahren.

Vorsorge bei Eis und Schnee: Auch darauf müssen Sie als Auto­fahrer achten.

Volle Batterie: Prüfen Sie vor der kal­ten Jahreszeit Ihre Autobatterie. Säu­bern Sie auch die Pole und fetten Sie sie ein.

Zündanlage: Checken Sie vor der Fahrt die Zündanlage, besonders die Zünd­ker­zen und Unterbrecher­kon­takte. Sind Sie selbst kein Auto­experte, las­sen Sie Ihr Fahr­zeug von Ihrer Werk­statt fit für den Winter ma­chen.

Bremsen, Lichtmaschine und Keilrie­men: Auch die Bremsen sollten Sie am besten von einer Werkstatt prüfen las­sen. Diese müssen richtig eingestellt sein, sonst könnte Ihr Auto bei Brems­vorgängen ins Schleu­dern geraten. Lassen Sie bei der Gelegen­heit gleich Lichtmaschine und Keilriemen mit­che­cken.

Frostschutzmittel: Geben Sie unbe­dingt Frostschutzmittel (bis mindes­tens -25 Grad) in die Wasser­be­häl­ter für die Scheiben­wischer. Denn ohne Frost­schutz können die Behälter bei großer Kälte bersten. Eine Reser­ve­flasche mit Frost­schutz­mittel im Kof­ferraum scha­det sicher auch nicht. Sind die Spritz­düsen vereist, soll­ten Sie Wischtücher für die Reinigung der Windschutz­schei­be zur Hand haben.

Türschlösser und Dichtungen: Tür­schloss-Enteiser sind Standard bei zuge­fro­re­nen Schlössern. Bitte immer in der Tasche behalten und nicht innen im Auto vergessen. Wenn Sie die Tür­schlös­ser mit Grafit­puder oder Öl behan­deln, kön­nen Sie sich den Entei­ser in der Re­gel sparen. Um dem Fest­frieren von Gum­mi­dichtun­gen - zum Beispiel an den Türen - vorzu­beugen, bestreichen Sie diese am besten mit Talkum oder Gly­zerin. Die Mittel fin­den Sie im Auto­zu­behör­handel oder in Dro­ge­rien.

Unterbodenschutz: Prüfen Sie den Un­ter­bodenschutz Ihres Autos. Bessern Sie beschädigte Stellen aus oder be­auf­tragen Sie einen Fach­mann. Das gilt auch für Roststellen durch Lack­schä­den. Denn Streusalz und die hohe Luft­feuchtigkeit im Winter können Rost­schä­den verschlimmern.

Autofahren im Winter - Kälte

Wenn die Autobatterie versagt: Starthilfekabel richtig an­schließen.

Der Klassiker im Winter: Der Motor will und will nicht anspringen. Die Kälte hat der Batterie schwer zugesetzt und die letzten Re­ser­ven aufgebraucht. Um dem vorzu­beugen, lassen Sie spä­tes­tens alle 4 Jahre den Ladezu­stand und die Spei­cher­kapa­zität Ihrer Auto­bat­terie prüfen. Kaufen Sie bei Bedarf eine neue. Denn eine schwa­che Batte­rie bekommen Sie auch durch Start­hil­fe per Körpereinsatz kaum zum Laufen. Ein Starthilfekabel ist darum nie ver­kehrt.

Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Auto richtig überbrücken.

Und wenn's trotzdem kracht? Was tun bei einem Unfall im Winter.

Spuren markieren: Unfälle im Winter sind meist komplizierter als im Som­mer. Die Schuldfrage ist oft nicht einfach zu klären, da Wetter­verhält­nisse wie rut­schiges Glatteis eine Rolle spielen kön­nen. Hat es gekracht, ist die Spuren­siche­rung schwie­rig. Aus Versi­che­rungs­gründen sollten Sie trotzdem versuchen, alle Unfall­spuren genau zu dokumen­tieren. Da Kreide auf Schnee zur Markierung der Brems­spuren nichts nützt, ver­wenden Sie Schals, Tücher, Schachteln oder Ähn­liches. Idealer­wei­se machen Sie auch eine Unfall­skizze mit dem Namen und Ver­lauf der Stra­ße, mit Ver­kehrs­schildern und Auto­kennzeichen. Zeichnen Sie den Stand­ort der Fahrzeuge nach dem Unfall ein und die Abstandmaße etwa zum Stra­ßen­­rand.

Unfall fotografieren: Nehmen Sie Ihr Smartphone und fotografieren Sie für even­­tuelle Versicherungs­an­sprüche die Unfallstelle - am besten aus allen Blick­winkeln. Machen Sie auch (Nah-)Auf­nah­men von den Schäden und den Autokennzeichen.

Kontaktdaten austauschen: Nehmen Sie die Kontaktdaten aller Unfall­betei­ligten auf - und auch von Zeu­gen. Tau­schen Sie mit dem Unfallgegner zu­dem unbedingt Name und Anschrift der Versicherungen aus.

Checkliste: Damit Sie bei einem Unfall gerüstet sind.

  • Warndreieck im Kofferraum
  • Warnweste im Handschuhfach
  • Kontaktdaten Ihrer Versicherung
  • Verbandskasten nach DIN 13 164
  • Digitalkamera oder Handy für Dokumentation
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  • Erstklassiger Schutz für Sie und Ihr Auto
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