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Schwerhörigkeit aufgrund von Lärm zählt zu den häufigsten Berufskrankheiten. Jährlich gibt es circa 6000 neue Krankheits­fälle. Hier erfahren Sie, ab wann Lärm zur Gefahr wird und wie Sie vorbeugen können.

Lärm ist nicht nur störend, sondern kann auch krank machen - vor allem, wenn man ihm dauerhaft ausgesetzt ist. Das kann in der Fabrikhalle, aber auch im Großraumbüro der Fall sein.

Laut der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung liegt der Grenzwert für dauerhaften Lärm bei 85 Dezibel (dB). Das entspricht in etwa der Lautstärke einer Bohrmaschine, mit der in Kopfhöhe in die Wand gebohrt wird. Es können allerdings auch schon Werte, die darunter liegen, die Gesundheit gefährden.

Bürolärm
Lärm am Arbeitsplatz ist nicht zu unterschätzen und kann zu ernst­zu­nehmenden gesundheitlichen Problemen führen.

So können z. B. auch in einem Großraumbüro, in dem mehrere Telefone klingeln und laut gesprochen wird, schnell bis zu 70 dB erreicht werden. Das kann neben Hörschäden auch Stress, Konzentrationsprobleme und Nervosität auslösen. Der Arbeitgeber steht dann in der Verantwortung, Maßnahmen zum Arbeitsschutz einzuleiten und den Lärm zu reduzieren.

An welchem Arbeitsplatz ist der Lärm am höchsten?


Es gibt Arbeitsplätze, bei denen die Gefahr das Gehör zu schädigen größer ist als bei anderen. Entscheidend hierfür ist die Art der Arbeit sowie das Tätigkeitssumfeld. Während ein Bibliothekar sicher einen der leisesten Arbeitsplätze hat und in der Regel gerade einmal 40 dB ausgesetzt ist, geht es bei einem DJ oder Flugbegleiter mit meist über 100 dB schon deutlich lauter zu. Einen der Berufe mit dem größten Lärm hat der Berufssoldat: Bei einem Gewehrschuss steigt die Lärmbelastung auf bis zu 150 dB. Je größer der Lärm am Arbeitsplatz, desto wichtiger ist der notwendige Arbeitsschutz durch den Arbeitgeber.

Diesem Lärm sind unterschiedliche Berufsgruppen ausgesetzt.

Beruf
Lärmquelle
150 dB Berufssoldat Gewehr­­schuss
140 dB Flug­hafen­personal Turbine eines Flug­zeuges
130 dB Formel-1-Fahrer Motor­geräusche im Cockpit
120 dB Flug­begleiter Flug­zeug ganz nah
115 dB Musiker Während eines Konzertes
110 dB Holzfäller Ketten­säge
105 dB Fabrik­arbeiter Maschinen­geräusch
100 dB DJ Musik in der Disco
95 dB Pianist Musik im Orchester
90 dB Kraft­wagen­fahrer Geräusche von Last­wagen
85 dB Lehrer un­ruhiges Klassen­zimmer
80 dB Hebamme Schreien von Klein­kindern
70 dB Reinigungs­kraft Staub­sauger in direkter Nähe
60 dB Büro­fach­kraft normales Gespräch (passiv)
50 dB Psychologe Unter­haltung mit Patienten
40 dB Bibliothekar Hinter­grund­geräusche

Sobald am Arbeitsplatz 80 dB erreicht werden, muss der Arbeitgeber:


Werden 85 dB überschritten, muss der Arbeitgeber folgende Schutz­maßnahmen ergreifen:

  • Jeder Betroffene muss eine persönliche Schutzausrüstung tragen.
  • Bereiche mit besonders hoher Lärmbelastung müssen als Gefahrenbereiche gekennzeichnet werden.
  • Maßnahmen zur Minderung des Lärms müssen ergriffen werden.
  • Eine Pflichtvorsorge nach der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung muss durchgeführt werden.


Tipp: Was tun gegen Lärm am Arbeitsplatz?

  • Gegen störende Geräusche im Großraumbüro helfen am besten andere Geräusche. Mit einem Gehörschutz (Kopfhörern) können Sie sich so vor Störgeräuschen abschirmen.
  • An einem besonders lauten Arbeitsplatz sollten Sie durchgehend einen Gehörschutz tragen.
  • Wer den ganzen Tag in einer lauten Umgebung arbeitet, sollte in seiner Freizeit weitestgehend Lärm meiden - denn das Gehör braucht Zeit zur Regeneration.
  • Auch am Arbeitsplatz sind Lärmpausen wichtig. Im besten Fall gibt es einen "Ruheraum", in dem konzentriertes Arbeiten möglich ist.
  • Laute Geräte wie Kopierer oder Drucker sollten vom Arbeitgeber am besten in einem separaten Raum untergebracht werden.
  • Auch schallschluckende Bodenbeläge, schalldämmende Fenster oder Filzunterlagen unter Tastaturen können helfen, den Lärm am Arbeitsplatz zu verringern.

Rund 4 Mio. Menschen in Deutschland sind an ihrem Arbeitsplatz einer gesundheitsgefährdenden Belastung an Lärm ausgesetzt. Zu viel Lärm - ob ein kurzes sehr lautes Geräusch oder ein dauerhaft hoher Lärmpegel - schädigt das Gehör und kann zu Hörstürzen, Tinnitus oder sogar zur Schwerhörigkeit führen.

Übrigens: Lärmbedingte Hörschäden sind nicht heilbar, denn wenn die Hörzellen erst einmal abgestorben sind, bilden sich keine neuen mehr nach. Das Gefährliche daran ist, dass Betroffene ihre Schwerhörigkeit meist erst bemerken, wenn es schon zu spät ist. Der Verlust der Hörfähigkeit ist dabei kein plötzlicher, sondern ein schleichender Prozess, der mehrere Jahre dauern kann. Hörtests und Vorsorgeuntersuchungen können also wichtige Maßnahmen sein, um den drohenden Hörverlust zu stoppen.

Mögliche gesundheitliche Folgen von Lärm.

  • Direkte Schäden am und im Ohr.

    Hörsturz
    Ein Hörsturz, auch Ohrinfarkt genannt, ist eine ohne erkennbare Ursache plötzlich auftretende, meist einseitige Schallempfindungsstörung. Beim Hörsturz kann der Verlust des Gehörs von sehr gering bis zur völligen Gehörlosigkeit reichen. Der Verlauf des Hörsturzes ist sehr unterschiedlich, oft heilt er schließlich ganz spontan.

    Tinnitus
    Tinnitus bezeichnet ein Symptom, bei dem der Betroffene Geräusche hört, die von keinen realen Schallquellen ausgelöst werden. Die Art der scheinbaren Geräusche ist sehr vielfältig und reichen vom Brumm- oder Pfeifton über Zischen und Rauschen bis hin zu Knacken oder Klopfen. Dabei kann das Geräusch in seiner Intensität gleichbleibend sein, es kann jedoch auch einen rhythmisch-pulsierenden Charakter haben.

    Schwerhörigkeit
    Mit Schwerhörigkeit ist eine Minderung des Hörvermögens gemeint. Die Ausprägung der Störung kann von leichter Schwerhörigkeit bis zur Gehörlosigkeit reichen und vielfältige Ursachen im gesamten Bereich der Hörorgane haben. Ausgelöst kann sie z. B. durch sehr starken Lärm wie Explosionen oder Detonationen von mehr als 140 dB werden.

  • Folgeschäden für den gesamten Körper.

    Doch nicht nur das Ohr reagiert empfindlich auf zu viel Lärm. Denn der daraus entstehende Stress kann auch folgende Krankheiten auslösen oder begünstigen:

    • Konzentrationsstörungen
    • Schlafstörungen
    • Migräne
    • Magen-Darm-Beschwerden
    • Herzrasen
    • Herzkreislauferkrankungen
    • Herzinfarkt

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