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Einbrüche in Häuser und Wohnungen passieren jeden Tag. Doch in über 44 % der Fälle bleibt es beim Versuch, nicht zuletzt dank sicherungstechnischer Einrichtungen.

Sinnvoll ist es, nur Fenster und Türen einzubauen, die mit geprüften Schutzbeschlägen, Querriegel- und Kastenschlössern oder Schließblechen versehen sind. Achten Sie dabei unbedingt auf eine fachkundige Montage. Beliebte Angriffsziele an Eigenheimen sind Kellerschächte. Werden sie mit massiven und gesicherten Gitterrosten verschlossen, vereitelt das in der Regel den Langfingern die Arbeit. Auch der Einbau einer Alarmanlage und einer zusätzlichen Beleuchtungsanlage für das Haus ist zu empfehlen.

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Alle 2 Minuten wird in Deutschland eingebrochen.


2016 erfasste die Kriminalstatistik 151.265 Wohnungseinbrüche. Was für Viele besonders schlimm ist: Neben dem erlittenen materiellen Schaden geht durch das gewaltsame Eindringen das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden verloren. Nicht selten leiden die Opfer unter psychischen Folgen wie Panikattacken und Schlaflosigkeit.

Vor dem Tag des Einbruchschutzes hatten wir in der Generaldirektion der NÜRNBERGER die Gelegenheit, uns mit Kriminalhauptkommissar Peter Herbst von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Nürnberg zum Thema Einbruchschutz zu unterhalten.

Einbruchschutz Polizei
Interview mit Kriminalhauptkommissar Peter Herbst von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Nürnberg.

Hallo Herr Herbst, besonders vor der Umstellung auf die Winterzeit wird mit der Initiative K-Einbruch der Einbruchschutz thematisiert. Zu welcher Uhrzeit passieren eigentlich die meisten Einbrüche?

Also die meisten Wohnungseinbrüche, etwa zwei Drittel, passieren in einem Zeitfenster von 10 Uhr vormittags bis 22 Uhr abends. Wenn es durch die Zeitumstellung früher dunkel wird, agieren die Täter schon etwa ab 16 bis 16:30 Uhr im Schutz der Dunkelheit.

Machen sich die Einbrecher wirklich verstärkt im Dunkeln ans Werk?

Ja. Wenn wir das ganze Jahr betrachten, dann gibt es einen Anstieg in der dunklen Jahreszeit.

Was raten Sie Menschen, die bei sich zu Hause einen Einbruch bemerken?

Wenn man beim Heimkommen Einbruchsspuren an Türen oder Fenstern bemerkt, dann sollte man unverzüglich den polizeilichen Notruf unter 110 anrufen. Am besten ist es, das Gebäude nicht zu betreten und draußen auf die Polizei zu warten. Denn es kann sein, dass sich der oder die Täter noch vor Ort befinden. Auf keinen Fall sollte man versuchen den Täter zu stellen, denn es besteht die Gefahr, dass ein flüchtender Täter zum Beispiel seine Einbruchswerkzeuge als Waffe einsetzt. Besser ist es, sich Kleidung und Aussehen des Täters zu merken und diese der Polizei mitzuteilen.

Was sind die drei effektivsten Maßnahmen, um Einbrüche zu verhindern?

Effektiv sind alle sicherungstechnischen Maßnahmen an Türen und Fenstern, die es Tätern erschweren schnell Zugang zu Wohnungen und Häusern zu erhalten. Dazu gehören besonders stabile, einbruchhemmende Türen, oder Fenstertüren und Fenster, die durch Pilzkopfbeschläge oder andere aufschraubbare Nachrüstsicherungen abgesichert wurden. Auch Gitter vor den Fenstern sind gute Maßnahmen. Das Wichtigste ist der mechanische Grundschutz, denn nur dieser hindert einen Täter zum Beispiel daran, einfach Fenster und Türen aufzuhebeln.

Zurzeit sieht man in Elektronik- und Baumärkten verstärkt elektronische Schutz- und Alarmvorrichtungen, was halten Sie denn von solchen Maßnahmen?

Nach unserer Auffassung ist der mechanische Grundschutz weitaus wichtiger. Erst danach kommt die Elektronik, wie Einbruch- oder Überfallmeldeanlagen. Diese machen auch nur dann Sinn, wenn sie mit Wachdiensten verbunden sind, das heißt, wenn im Ernstfall eine Alarmverfolgung stattfindet. Ganz wichtig ist, dass solche Anlagen von einem Fachmann konzipiert und mit geprüften Elementen aufgebaut werden. Auf dem Markt gibt es leider viele Geräte, die nie von Prüfinstituten geprüft wurden. Von deren Verwendung raten wir ab.

Was bringen Ihrer Ansicht nach einfache Geräte wie Türstopper mit Alarm oder "elektronische Wachhunde"?

Das sind Maßnahmen, die man zwar ergreifen kann, die aber nur einen trügerischen Schutz bieten, da sie die Täter nicht am Eindringen hindern und sich leicht abschalten lassen. Zum Thema wie man Einbrüche effektiver verhindert, bieten die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Bayern und bundesweit ihre Dienste an. Über die nächstgelegenen Beratungsstellen informiert jede Polizeidienststelle oder die Internetseiten der Polizei, zum Beispiel unter www.polizei.bayern.de.

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Checkliste Einbruchschutz:

  • Wer das Haus verlässt, sollte immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren schließen.
  • Geht der Hausschlüssel verloren, umgehend den Schließzylinder auswechseln.
  • Den Schlüssel niemals draußen verstecken, denn Einbrecher kennen die gängigen Depots.
  • Jalousien sollten zur Nachtzeit - und keinesfalls tagsüber - geschlossen werden; schließlich möchten Sie nicht schon auf den ersten Blick Ihre Abwesenheit signalisieren.
  • Achtung: Gekippte Fenster sind offene Fenster und damit kein Hindernis für Einbrecher!

Die NÜRNBERGER unterstützt die beiden Initiativen K-EINBRUCH und Nicht bei mir!, die aufklären, wie man Einbrechern das Leben schwer macht. Sollte es trotz wirksamer Sicherungsmaßnahmen zu einem Einbruch gekommen sein, ersetzt die Hausratversicherung den finanziellen Schaden.

Unser Tipp: Erstellen Sie von Zeit zu Zeit Inventarlisten und bewahren Sie Kaufbelege auf. Dann kann der Wert der gestohlenen Gegenstände später genau ermittelt werden. Lassen Sie Bargeld und Schmuck keinesfalls im Haus zurück, wenn Sie verreisen - dafür gelten übrigens in den meisten Policen prozentuale Höchstgrenzen der Versicherungssumme. Die Versicherungssumme selbst sollte regelmäßig geprüft und an den aktuellen Gesamtwert des Hausstandes angepasst werden. Ist sie zu niedrig, wird nur ein Teil des Schadens ersetzt.

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