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Ärztin untersucht Herz eines Patienten mit Ultraschall

Kardiomyopathie.

Ursachen, Symptome und Behandlung.

zuletzt aktualisiert am 07.05.2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kardiomyopathien sind Herzmuskelerkrankungen, die Struktur und Funktion des Herzens beeinträchtigen können.
  • Typische Symptome sind Atemnot, Erschöpfung, Herzrasen oder Schwindel.
  • Früherkennung ist entscheidend: durch gezielte Untersuchungen wie EKG, Herzultraschall oder MRT.
  • Eine Dread-Disease-Versicherung hilft im Ernstfall finanziell mit einem einmaligen Kapital bei der Diagnose von schweren Krankheiten wie Kardiomyopathie.

Was ist eine Kardiomyopathie?

Der Begriff Kardiomyopathie bezeichnet eine Erkrankung des Herzmuskels. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Krankheitsbild, sondern um eine ganze Gruppe von Herzmuskelerkrankungen, die die Struktur und Funktion des Herzens verändern.

Herzmuskelerkrankung: Was passiert dabei?

Bei einer Kardiomyopathie ist das Herz in seiner Fähigkeit beeinträchtigt, effizient Blut durch den Körper zu pumpen. Die Ursachen sind vielfältig: genetische Veranlagung, Infektionen, Autoimmunreaktionen, aber auch langjähriger Bluthochdruck oder Alkoholkonsum kommen infrage.

Typisch für eine Kardiomyopathie:

  • Die Herzwände können verdickt, versteift oder ausgedehnt sein.
  • Die Pumpfunktion des Herzens kann abnehmen.
  • Es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen.
  • Das Risiko für eine Herzinsuffizienz oder sogar einen plötzlichen Herztod steigt.

Trotz dieser möglichen Gefahren verläuft eine Kardiomyopathie nicht immer dramatisch. Vor allem, wenn sie früh erkannt und individuell behandelt wird.

Kardiomyopathie ist nicht gleich Herzinfarkt

Obwohl die Symptome teils ähnlich sind (z. B. Atemnot, Brustschmerzen, Leistungsabfall), unterscheidet sich die Kardiomyopathie vom Herzinfarkt grundlegend: Beim Herzinfarkt wird ein Gefäß verschlossen. Die Kardiomyopathie betrifft dagegen den Herzmuskel selbst, der verändert oder geschädigt ist - meist ohne verengte Herzkranzgefäße.

Bei der Takotsubo-Kardiomyopathie können vorübergehende funktionelle Veränderungen kleiner Koronararterien auftreten, jedoch liegt keine klassische Gefäßverengung wie bei der koronaren Herzkrankheit vor.

Ursachen der Kardiomyopathie

Die Ursachen einer Kardiomyopathie sind vielfältig. Oft hängt es von der jeweiligen Form der Erkrankung ab, welcher Auslöser dahintersteckt. Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwischen genetischen, erworbenen und unklaren Ursachen.

Zu den häufigsten Auslösern gehören:

  • Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung, vererbte Genmutationen (z. B. bei HCM, ARVC)
  • Infektionen: Virusinfekte (z. B. Coxsackie-Virus, SARS-CoV-2), bakterielle Myokarditis
  • Autoimmunerkrankungen: Lupus erythematodes, Sarkoidose
  • Toxische Einflüsse: Chronischer Alkoholmissbrauch, Chemotherapie, bestimmte Medikamente
  • Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Langjähriger Bluthochdruck
  • Schwangerschaft: Peripartale Kardiomyopathie

Wann besteht ein erhöhtes Risiko?

Nicht jede Ursache führt automatisch zu einer schweren Kardiomyopathie. Entscheidend ist meist die Früherkennung. Unbehandelt kann sich eine anfangs leichte Funktionsstörung jedoch verschlimmern und zu Herzversagen oder gefährlichen Rhythmusstörungen führen.

Wichtig zu wissen: Auch scheinbar harmlose Infekte können das Herz angreifen. Wer nach einer Grippe oder COVID-19 anhaltende Schwäche oder Atemnot verspürt, sollte vorsichtshalber das Herz abklären lassen. Nicht jede Myokarditis führt automatisch zu einer Kardiomyopathie. Eine genetische Prädisposition kann entscheidend sein.

Formen der Kardiomyopathie

Kardiomyopathien unterscheiden sich in Ursache, Verlauf und Prognose. Hier die wichtigsten Formen im Überblick:

  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM):
    Ausgedehnte Herzmuskelschwäche, vor allem der linken Kammer. Pumpfunktion reduziert, oft durch genetische Faktoren, Infekte oder Alkohol bedingt.
  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM):
    Verdickte Herzwände, meist genetisch bedingt. Kann den Blutfluss behindern (HOCM) und zu plötzlichem Herztod führen - v. a. bei jungen Menschen.
  • Restriktive Kardiomyopathie (RCM):
    Steifer Herzmuskel, eingeschränkte Füllung der Kammern. Ursache meist Ablagerungserkrankungen wie Amyloidose.
  • Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC):
    Erblich bedingt, Ersatz von Herzmuskelzellen durch Fett-/Bindegewebe. Führt zu Rhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod.
  • Takotsubo-Kardiomyopathie ("Broken-Heart-Syndrom"):
    Plötzliche, stressbedingte Form nach emotionalen Auslösern. Symptome ähneln Infarkt, aber reversibler Verlauf.
Mann liegt erschöpft im Bett und hustet

Symptome einer Kardiomyopathie

Eine Kardiomyopathie entwickelt sich oft schleichend. Viele Betroffene merken zunächst nichts. Doch mit fortschreitender Erkrankung treten typische Beschwerden auf, die auf eine eingeschränkte Herzfunktion hinweisen:

  • Atemnot, vor allem bei Belastung oder im Liegen
  • Schnelle Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit
  • Brustschmerzen (ähnlich wie bei Angina pectoris)
  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Schwindel, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
  • Wassereinlagerungen in den Beinen oder am Knöchel (Ödeme)
  • Gewichtszunahme durch Flüssigkeitsretention
  • Nächtlicher Husten (durch Flüssigkeit in der Lunge)

Achtung: Manche Formen, wie die Takotsubo-Kardiomyopathie ("Broken-Heart-Syndrom"), treten plötzlich nach emotionalem Stress auf. Die Beschwerden ähneln einem Herzinfarkt, aber die Herzfunktion normalisiert sich oft innerhalb weniger Tage bis Wochen.

Symptome bei speziellen Formen einer Kardiomyopathie

Es gibt je nach Art einer Kardiomyopathie charakteristische Beschwerden:

  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Atemnot, verminderte Pumpleistung, Herzvergrößerung.
  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM/HOCM): Schwindel, Synkopen, Rhythmusstörungen, evtl. Ausflusstrakt-Obstruktion.
  • Restriktive Kardiomyopathie (RCM): Atemnot, Ödeme, Erschöpfung durch reduzierte Dehnbarkeit.
  • Takotsubo-Kardiomyopathie: Akute Brustschmerzen, reversible Funktionseinschränkung.
  • Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC): Herzstolpern, Ohnmacht, Risiko plötzlicher Herztod.

Da die Symptome oft unspezifisch sind, wird die Kardiomyopathie leider häufig erst spät erkannt - mit negativen Auswirkungen auf die Therapieoptionen.

Wie wird eine Kardiomyopathie diagnostiziert?

Die Diagnose ist oft nicht einfach, denn die Symptome ähneln vielen anderen Herzerkrankungen. Umso wichtiger ist es, auf Warnzeichen zu achten und frühzeitig eine ärztliche Abklärung vorzunehmen.

1. Anamnese und körperliche Untersuchung

Am Anfang steht das Gespräch mit dem Arzt, u. a. zu:

  • Art, Dauer und Intensität der Symptome
  • Vorerkrankungen und familiärer Belastung
  • Lebensstilfaktoren (Stress, Sport, Alkohol etc.)

Dazu kommen Basisuntersuchungen wie Abhören, Puls- und Blutdruckmessung sowie Kontrolle äußerer Anzeichen (z. B. Ödeme).

2. Technische Untersuchungen: Was wird gemacht?

  • EKG: Erkennt Rhythmusstörungen oder Leitungsstörungen.
  • Echokardiografie (Herzultraschall): Zeigt Strukturveränderungen und Pumpfunktion.
  • Herz-MRT oder CT: Bildet feine Veränderungen im Herzmuskel ab.
  • Langzeit-EKG: Dokumentiert Rhythmusstörungen über 24 bis 72 Stunden.
  • Belastungs-EKG oder Herzkatheter bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen.
  • Bluttests: z. B. Troponin, Entzündungsmarker.
  • Genetische Tests: Bei familiären Erkrankungen.
  • Myokardbiopsie: Nur bei Verdacht auf spezifische Ursachen (z. B. Amyloidose).
  • Speckle-Tracking-Echokardiografie oder nuklearmedizinische Bildgebung ergänzend möglich.

Früh erkannt: schlimmer Verlauf vermeidbar

Wer Symptome wie Atemnot oder Herzstolpern bemerkt (besonders nach Infekten oder in Stressphasen), sollte eine ärztliche Abklärung nicht hinauszögern. Je früher die Diagnose, desto besser sind die Chancen auf einen stabilen Verlauf.

Behandlungsmöglichkeiten der Kardiomyopathie

Die Therapie richtet sich individuell nach Form, Schweregrad und Beschwerden.

Medikamentöse Therapie:

  • ACE-Hemmer oder Sartane (Blutdruck, Entlastung)
  • Betablocker (Herzfrequenz, Rhythmuskontrolle, v. a. bei HCM)
  • Diuretika (bei Ödemen, Atemnot)
  • Mineralokortikoid-Antagonisten (bei Herzinsuffizienz)
  • Weitere je nach Bedarf: Antiarrhythmika, Antikoagulanzien etc.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen:

  • Nikotinverzicht, mäßiger Alkoholkonsum
  • Salzrestriktion bei Ödemen
  • Kontrollierte Bewegung (in ärztlicher Absprache)
  • Stressmanagement
  • Kontrolle von Bluthochdruck, Diabetes, Gewicht

Technische/invasive Verfahren:

  • ICD bei Risiko plötzlichen Herztods
  • CRT zur Koordinierung der Herzaktion
  • Ablation bei bestimmten Rhythmusstörungen
  • In schweren Fällen: Herztransplantation

Vorsorge & Absicherung: Die Dread-Disease-Versicherung bietet eine finanzielle Sicherheit

Viele Kardiomyopathien verlaufen lange unbemerkt. Doch ohne Diagnose bleibt wertvolle Zeit ungenutzt: für Therapie, Prävention und Absicherung.

Die Dread-Disease-Versicherung leistet bei Diagnose einer versicherten schweren Krankheit wie Kardiomyopathie ein einmaliges Kapital.

Ihre Vorteile mit dieser Absicherung sind:

  • Einmaliges Kapital bei Diagnose einer von mehr als 50 versicherten schweren Krankheiten - steuerfrei zur freien Verfügung.
  • Finanzieller Freiraum für Gesundheit, Familie und Lebensstandard.
  • Kinder sind automatisch und beitragsfrei mitversichert.
  • Teilleistung bei den häufigen Erkrankungen Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie bei Multipler Sklerose.
  • Premium-Schutz: 2. Kapital bei Eintritt einer weiteren schweren Erkrankung mit Soforthilfe.

Häufige Fragen zur Kardiomyopathie:

Typische Anzeichen sind Atemnot, Erschöpfung, Herzrasen oder Ödeme. Da viele Symptome unspezifisch sind, ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Die Prognose ist variabel, je nach Form und Behandlungszeitpunkt. Früh erkannte und gut behandelte Kardiomyopathien ermöglichen oft ein normales Leben.

Nicht alle Formen sind heilbar, viele lassen sich aber durch Therapie gut kontrollieren.

Eine der häufigsten Formen weltweit ist die dilatative Kardiomyopathie (DCM), insbesondere bei Erwachsenen.

Ein EKG liefert erste Hinweise, z. B. auf Rhythmusstörungen. Die gesicherte Diagnose erfolgt meist per Ultraschall oder MRT.

Kardiomyopathien können zu Herzinsuffizienz führen. Doch auch andere Ursachen wie Klappenerkrankungen oder Koronare Herzkrankheit (KHK) sind möglich.

  • Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V., Kardiomyopathien, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V., zuletzt abgerufen am: 07.04.2026
  • Prof. Dr. med. Felix Schönrath und Prof. Dr. med. Bettina Heidecker, Kardiomyopathie, Deutsches Herzzentrum der Charité (DHZC), zuletzt abgerufen am: 07.04.2026
  • Universitätsklinikum Heidelberg, Cardiomyopathie, Universitätsklinikum Heidelberg, zuletzt abgerufen am: 07.04.2026