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Was sind Leukozyten?

Warum die weißen Blutkörperchen wichtig für die Gesundheit sind.

zuletzt aktualisiert am 14.04.2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Leukozyten sind weiße Blutkörperchen und zentraler Bestandteil des Immunsystems.
  • Sie schützen den Körper vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen.
  • Abweichende Werte bei Leukozyten können auf Infektionen, Entzündungen oder andere Belastungen hinweisen.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Leukozyten einfach erklärt

Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen (kurz: Leukos), die hauptsächlich im Knochenmark gebildet werden, sich aber in lymphatischen Organen wie Thymus, Milz und Lymphknoten weiterentwickeln können. Sie kommen im gesamten Körper vor: Blut, Gewebe, Lymphe, Tonsillen (Mandeln) und Schleimhäute.

Die Leukos übernehmen eine Schlüsselrolle in der Immunabwehr, daher werden sie auch als Immunzellen bezeichnet. Im Gegensatz zu roten Blutkörperchen (den Erythrozyten) besitzen Leukozyten einen Zellkern und sind beweglich, haben aber keinen roten Blutfarbstoff (das Hämoglobin).

Schutz des Immunsystems

Leukozyten sind Teil des angeborenen und des erworbenen Immunsystems. Die Aufgaben der weißen Blutkörperchen sind unter anderem:

  • Krankheitserreger erkennen und unschädlich machen
  • Tumorzellen bekämpfen
  • Entzündungsreaktionen steuern
  • Antikörper bilden
  • Geschädigte oder abgestorbene Zellen abbauen

Deshalb sollten Sie genau hinhören und durchaus auch einmal gezielt nachfragen, wenn Sie die Ergebnisse eines Bluttests bekommen und eine zu hohe oder zu niedrige Anzahl der weißen Blutkörperchen festgestellt wurde.

Welche Arten von Leukozyten gibt es?

Man unterscheidet in der Regel diese 3 Hauptarten von Leukozyten:

  • Granulozyten:
    Granulozyten gehören zur angeborenen Immunabwehr und bekämpfen vor allem Bakterien sowie andere Krankheitserreger.
  • Lymphozyten:
    Lymphozyten sind Teil der spezifischen Immunabwehr und sorgen für die gezielte Erkennung und Bekämpfung von Erregern.
  • Monozyten:
    Monozyten entwickeln sich im Gewebe zu Fresszellen und beseitigen Krankheitserreger sowie Zellreste.

Diese haben jeweils noch Unterarten.

Was sind normale Leukozytenwerte?

Mal sind die Werte der Leukozyten zu hoch, mal zu niedrig. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So hat die Milz als lymphatisches Organ eine zentrale Rolle im Immunsystem. Muss die Milz aus medizinischen Gründen entfernt werden, etwa wegen einer Milzruptur nach einem Unfall, wird die Immunabwehr deutlich eingeschränkt.

Doch wie lassen sich die Leukozyten im Blut überhaupt nachweisen? Die weißen Blutkörperchen lassen sich mit einem Bluttest bestimmen, entweder im kleinen Blutbild oder mit einem Differentialblutbild.

Leukozyten-Normalwerte im Blut

Grundsätzlich lässt sich über die Normwerte der Leukozyten bei Erwachsenen und Kindern sagen: je jünger, umso mehr.

Anzahl Leukozyten pro Mikroliter (µl) Blut; Konzentration pro Nanoliter (nl):

  • Erwachsene: 4.000 bis 10.000 / µl; entspricht 4 bis 11 / nl
  • Neugeborene: 9.000 bis 30.000 / µl; entspricht 9 bis 30 / nl
  • Kleinkinder: 6.000 bis 17.500 / µl; entspricht 6 bis 17,5 / nl
  • Schulkinder: 5.000 bis 15.000 / µl; entspricht 5 bis 15 / nl

Leukozyten erhöht

Ein Differenzialblutbild hat ergeben, dass in Ihrem Blut mehr Leukozyten als üblich nachweisbar sind? Dann hat Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise auch den Fachbegriff Leukozytose erwähnt. Die erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen kann ein Hinweis auf Infektionen, Entzündungen oder schwere Erkrankungen sein.

Laborantin untersucht Blutproben im Labor

Mögliche Ursachen für erhöhte Leukozyten

Die Ursachen für zu hohe oder zu niedrige Werte sind vielfältig. So hat die Milz als lymphatisches Organ eine zentrale Rolle im Immunsystem. Muss die Milz aus medizinischen Gründen entfernt werden, etwa wegen einer Milzruptur nach einem Unfall, wird die Immunabwehr deutlich eingeschränkt.

Doch wie lassen sich die Leukozyten im Blut überhaupt nachweisen? Die weißen Blutkörperchen lassen sich mit einem Bluttest bestimmen, entweder im kleinen Blutbild oder mit einem Differentialblutbild.

Ein Differentialblutbild zeigt es genau

Das Differentialblutbild ist ein Bluttest, bei dem die verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen einzeln gezählt und beurteilt werden. Es zeigt also, wie viele Leukozyten vorhanden sind, welche Sorten und in welchem Verhältnis. Demnach finden sich im Differentialblutbild normalerweise Granulozyten (Unterarten: neutrophile, eosinophile, basophile), Lymphozyten (Unterarten: T-Zellen, B-Zellen, NK-Zellen) und Monozyten.

Letztere entwickeln sich im Gewebe zu Makrophagen oder sogenannten Fresszellen und spielen auch eine wichtige Rolle bei der Reaktion auf Entzündungen und dem Aktivieren anderer Immunzellen.

Was zu wenige Leukozyten aussagen

Sind zu wenige Leukozyten vorhanden, spricht man von einer Leukopenie.

Die Ursachen für niedrige Leukozytenwerte

Zu erniedrigten Werten der weißen Blutkörperchen kommt es z. B. durch:

  • Viruserkrankungen
  • Pilzinfektionen
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie (je nach Größe des Strahlenfelds bzw. wenn blutbildende Knochen bestrahlt werden)
  • Medikamente, insbesondere sogenannte Analgetika (Schmerzmittel), Antibiotika, Thyreostatika (Mittel gegen Schilddrüsenüberfunktion) oder Psychopharmaka

Leukozyten bei Leukämie

Bei einer akuten Leukämie (weißer Blutkrebs) kann es anfangs vorübergehend zu einer Leukopenie (Abfall der Leukozytenzahlen) kommen. Das passiert, wenn das Knochenmark voller Blutkrebszellen ist und die normale Blutbildung nicht möglich ist.

Die Folge ist eine Anämie oder ein Mangel an Blutplättchen, den Thrombozyten. Gelangen allerdings die krankhaften Zellen in die Blutbahn, kann es auch zu einem massiven Anstieg kommen. Die Leukämiezellen sind dann als atypische Leukozyten im Differentialblutbild zu erkennen.

So lässt sich Leukopenie behandeln

Unser Immunsystem muss jeden Tag viel aushalten und abwehren. Bei manchen Menschen funktioniert das besser, bei anderen schlechter. Das liegt daran, dass neben genetischen und hormonellen Faktoren auch der Lebensstil erhebliche Auswirkungen darauf hat. Leukopenie gilt an sich nicht als lebensbedrohliche Erkrankung, macht den Körper jedoch anfällig für andere Krankheiten. Daher sollte die Ursache für die Leukopenie herausgefunden werden, z. B., wenn Krankheiten wie Tuberkulose oder eine heftige Erkältung bzw. Grippe vorangegangen sind.

Eine Leukopenie kann vor allem in schweren Fällen mit Medikamenten behandelt werden, hauptsächlich mit Antibiotika. Möglich sind auch Infusionen mit sogenannten Granulozytenkonzentraten.

Für ein starkes Immunsystem und aktive Immunzellen

Direkt ändern kann man seine Leukozytenwerte selbst nicht, aber man kann sein Immunsystem unterstützen:

  • Ausgewogen ernähren mit vielen Vitalstoffen und Vitaminen
  • Regelmäßig bewegen
  • Ausreichend schlafen
  • Stress reduzieren
  • Kontakte vermeiden, wenn Ansteckungsgefahr mit Krankheiten besteht
  • Auf Hygiene achten, z. B. häufig Hände waschen, kein ungewaschenes Obst essen
  • Offene Wunden (auch Schnittwunden) mit einem sterilen Verband so abdecken, dass keine Keime eindringen können.
  • Auf Rauchen verzichten

Leukopenie kann auch durch bestimmte Medikamente verursacht werden, daher könnte auch ein Wechsel der Medikamente von Ihrem Arzt erwogen werden.

Vorsorge und Schutzimpfungen

Schutzimpfungen stimulieren das Immunsystem. Hier haben dann die B-Lymphozyten ihren Spezialauftrag und produzieren spezifische Antikörper gegen die Krankheitserreger, die im Impfstoff enthalten sind.

So leisten empfohlene Impfungen einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Gesundheit. Sie sind Teil der individuellen Vorsorge. Vorsorgeuntersuchungen wiederum können dabei helfen, Erkrankungen frühzeitig zu entdecken und zu behandeln, die dem Immunsystem Schwerstarbeit bescheren und es letztendlich schwächen.

Bluttest-Ergebnisse richtig einordnen und vorsorgen

Leukozyten können wertvolle Hinweise auf die Beschaffenheit des Immunsystems und mögliche Erkrankungen geben. Wer seine Gesundheit aktiv mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen im Blick behält, schafft eine wichtige Grundlage nachhaltig gesund zu bleiben.

Mit einer passenden Absicherung der NÜRNBERGER für Vorsorge und Schutzimpfungen können Sie empfohlene Leistungen zuverlässig wahrnehmen. Ob regelmäßige und altersunabhängige Check-ups, Impfungen oder präventive Untersuchungen.

Häufige Fragen zu Leukozyten

Bei gesunden Menschen reicht meist die Kontrolle im Rahmen allgemeiner Vorsorgeuntersuchungen. Bei bestehenden Erkrankungen legt der Arzt die Intervalle fest.

Leukozyten im Urin können auf Entzündungen der Harnwege hinweisen und sollten im Zusammenhang mit Symptomen bewertet werden.

Ja, Faktoren wie Stress, Sport, Tageszeit oder Ernährung können die Werte der Leukozyten kurzfristig beeinflussen.

Nein, rote Blutkörperchen spielen keine Rolle im Immunsystem. Sie sind für den Transport des Sauerstoffs im Blut verantwortlich. Obwohl die weißen Blutkörperchen das Immunsystem schützen, gibt es von ihnen wesentlich weniger im Körper als von den roten.

Nach Impfungen kann es vorübergehend zu Veränderungen der Leukozytenwerte kommen, was aber eine normale Immunreaktion ist.

Hinweis: Die Informationen dieses Ratgebers wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch keinesfalls die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt.

  • Elena Weber, Leukozyten, pA Medien GmbH, zuletzt abgerufen am: 08.04.2026
  • Theo Leitner, Axel Matzdorff, Job Harenberg, Leukozyten und Leukämie, Springer Nature 09.05.2025, zuletzt abgerufen am: 08.04.2026