Für Angestellte Für Selbstständige Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn Sie Ihren Beruf zu mindestens 50 % und für mindestens 6 Monate nicht mehr ausüben können
  • Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind im Rahmen von Höchstbeträgen als Vorsorgeaufwand steuerlich absetzbar

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzbar?

Die gute Nachricht: Beiträge für Berufsunfähigkeitsversicherungen können grundsätzlich von der Steuer abgesetzt werden. Sowohl Angestellte als auch Selbstständige haben die Möglichkeit, ihre Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung geltend zu machen. Allerdings nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen, die von den Vorsorgeaufwendungen insgesamt nicht überschritten werden dürfen. Bei Angestellten liegt der Höchstbetrag bei 1.900 EUR, für Selbstständige sind es 2.800 EUR.

Ich bin Angestellter - kann ich eine Berufsunfähigkeits­versicherung von der Steuer absetzen?

Für Angestellte gelten bestimmte steuerliche Grenzen. Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung können im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben abgesetzt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Gesamtsumme der absetzbaren Vorsorgeaufwendungen begrenzt ist.

Dazu gehören auch die Beiträge zur Rentenversicherung, zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung. Der Höchstbetrag für Angestellte beträgt in der Regel 1.900 EUR pro Jahr. Ist diese Grenze mit den anderen Vorsorgeaufwendungen bereits ausgeschöpft, können Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr absetzen.

Junge Frau mit schwarzen Locken sitzt mit Handy in der Hand auf einer breiten Steintreppe

Ich bin selbstständig - kann ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen?

Für Selbstständige gelten andere Regelungen. Sie können die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung als Betriebsausgaben in der Gewinnermittlung ihres Unternehmens geltend machen. Das bedeutet, dass die Beiträge den Gewinn mindern und somit steuerliche Vorteile bieten können. Hierbei sollten jedoch die allgemeinen Regeln der betrieblichen Kostenabzugsfähigkeit berücksichtigt werden. Selbstständige sollten darauf achten, dass die Beiträge angemessen und marktüblich sind, um mögliche steuerliche Probleme zu vermeiden.

Es ist empfehlenswert, einen Steuerberater zu konsultieren, um sicherzustellen, dass der steuerliche Abzug korrekt erfolgt. Wollen Sie dagegen die Berufsunfähigkeitsversicherung als sonstige Vorsorgeaufwendung privat absetzen, müssen Sie den Gesamt-Höchstbetrag von 2.800 EUR berücksichtigen.

Warum brauche ich überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine wichtige Absicherung für den Fall, dass Sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage sind, Ihren Beruf auszuüben - also für jeden sinnvoll, der auf sein berufliches Einkommen angewiesen ist. Sie kann dazu beitragen, dass Sie weiterhin finanziell abgesichert sind und Ihren Lebensstandard halten können. Dafür zahlt die Versicherung Ihnen eine Berufsunfähigkeits-Rente. Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Sie Fragen zu Ihrer Tätigkeit, Ihrem Gesundheitszustand und gefahrerhöhenden Tätigkeiten oder Hobbys beantworten.

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn Sie wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall Ihre bisherige berufliche Tätigkeit zu mindestens 50 % und für mindestens 6 Monate nicht mehr ausüben können. Die Berufsunfähigkeit muss ärztlich festgestellt werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann sowohl als eigenständiger Vertrag (SBU) oder als Zusatzversicherung (BUZ) zu einer Renten- oder Lebensversicherung abgeschlossen werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen - häufige Fragen

  • Wo gebe ich die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung ein?

    Als Angestellter tragen Sie die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung in der Anlage Vorsorgeaufwand, Zeile 49 Ihrer Steuererklärung ein. Selbstständige können die Beiträge auch als Betriebsausgaben in der Gewinnermittlung ihres Unternehmens angeben. Es ist ratsam, sich bei Unsicherheiten von einem Steuerberater beraten zu lassen, um sicherzustellen, dass die Angaben korrekt gemacht werden.

  • Was ist der Unterschied zwischen einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung?

    Eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) ist ein eigenständiger Vertrag, der speziell auf die Absicherung der Berufsunfähigkeit abzielt. Sie kann übrigens von Angestellten und Selbstständigen gleichermaßen abgeschlossen werden. Eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) wird in Verbindung mit einer bestehenden Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen und erweitert den Versicherungsschutz um den Bereich der Berufsunfähigkeit.

    Die Überschüsse aus der BUZ können mit den Beiträgen zur Lebens- oder Rentenversicherung verrechnet werden. Somit wird der Beitrag für die Hauptversicherung günstiger und Sie haben zusätzlich Ihre Arbeitskraft abgesichert - eine Win-win-Situation. Diese Kombination ist zum Beispiel mit einer staatlich geförderten Basisrente (Rürup-Rente) der NÜRNBERGER möglich, aber auch mit einer privaten Renten- oder Lebensversicherung.

  • Sind die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung und die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung unterschiedlich zu versteuern?

    Im Bereich der privaten Vorsorge nicht. Die Beiträge für eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) können Sie als Vorsorgeaufwendung in Ihrer Steuererklärung absetzen. Die Beiträge einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) können Sie ebenso steuerlich absetzen. Beides ist jedoch nur möglich, soweit der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen noch nicht ausgeschöpft ist (Angestellte: 1.900 EUR / Selbstständige: 2.800 EUR).

    Bei einer staatlich geförderten Basisrente können die Beiträge inkl. BUZ jährlich im Rahmen der Höchstgrenzen (Alleinstehende: 22.172 EUR / Verheiratete: 44.344 EUR) steuerlich geltend gemacht werden.

  • Muss ich eine Berufsunfähigkeits-Rente auch versteuern?

    Ja, die Berufsunfähigkeits-Rente unterliegt der Besteuerung, allerdings nur mit dem sogenannten Ertragsanteil. Er sinkt immer weiter, umso länger der Versicherungsvertrag läuft. Theoretisch müssen Sie also eine höhere Steuer zahlen, wenn Sie in jungen Jahren berufsunfähig werden und die Rente länger beziehen. Jedoch: In manchen Fällen kann eine (niedrige) BU-Rente sogar steuerfrei sein.

    Das hängt mit dem Grundfreibetrag zusammen: Im Jahr 2023 hat jede Person einen Grundfreibetrag von jährlich 10.908 EUR, bis zu dem das Einkommen steuerfrei ist. Erst ab Überschreitung der 10.908 EUR fallen Steuern an. Eine monatliche Berufsunfähigkeits-Rente von 900 EUR wäre also steuerfrei, wenn sie das einzige Einkommen ist. Ein Steuerberater kann hier weiterhelfen und individuelle Informationen geben.

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Bitte beachten Sie, dass die Antworten allgemeiner Natur sind und keine individuelle Steuerberatung ersetzen. Bei konkreten Fragen zur steuerlichen Absetzbarkeit Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung oder zur Besteuerung Ihrer Berufsunfähigkeits-Rente im Leistungsfall ist es ratsam, einen professionellen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein zu konsultieren.

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