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Viele fragen uns nach dem Unterschied zwischen Teilkasko und Vollkasko. Hier kommt die Antwort.

Ohne die Kfz-Haftpflichtversicherung darf in Deutschland kein motorisiertes Fahrzeug auf die Straße. Sie kommt nach einem Unfall für Personen-, Sach- und Vermögensschäden auf, die Sie als Versicherungsnehmer bzw. Fahrer verursachen. Anspruch auf Schmerzensgeld haben übrigens auch Ihre Beifahrer. Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt unter anderem Reparaturkosten und Wertminderung bei Fahrzeugen beziehungsweise den Wiederbeschaffungswert bei einem Totalschaden ab. Die gesetzliche Mindestdeckung beträgt 7,5 Mio. EUR pro geschädigte Person, 1,12 Mio. EUR für Sachschäden und 50.000 EUR für Vermögensschäden. Bei höheren Schadensummen haftet der Verursacher. Oft liegen die tatsächlichen Summen bei Policen aber ohnehin viel höher, z. B. bei 100 Mio. EUR.

Mit einer Kaskoversicherung versichern Sie die Schäden am eigenen Fahrzeug. Darauf wollen die meisten Autofahrer nicht verzichten. Hierzulande besitzen mehr als 80 % einen Kaskoschutz. Bei der Teilkasko ist genau definiert, welche Schäden abgedeckt sind. Die Vollkasko hingegen ersetzt alle weiteren Schäden am eigenen Auto.

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Autoversicherung Teilkasko oder Vollkasko

Bei einem Unfall ist die richtige Autoversicherung entscheidend.


Der Unterschied zwischen Teilkasko und Vollkasko.

  • Teilkasko: die Basis-Autoversicherung.

    Der Leistungsumfang der Teilkasko ist zwar begrenzt - die Versicherung kann Sie im Ernstfall aber vor den finanziellen Folgen sehr großer Schäden bewahren. Sie deckt in der Regel folgende Szenarien ab:

    • Fahrzeugdiebstahl/Einbruchsversuch
    • Diebstahl oder Beschädigung von Zubehör (etwa Radioklau)
    • Brand oder Explosion (zum Beispiel Kabelbrand)
    • Glasbruch (zum Beispiel der klassische Steinschlag in der Windschutzscheibe)
    • Zusammenstoß mit Haarwild (etwa Wildschweine und Rehe)
    • Unmittelbare Folgen von Sturm, Hagel oder Überschwemmung (auch ein durch Sturm auf das Auto gestürzter Baum)
    • Marderbiss (in vielen Komfort-Tarifen können zusätzlich die Folgeschäden eines Marderbisses mitversichert werden)

    Beim Zusammenstoß des fahrenden Wagens mit Haarwild ist zu beachten, dass hier bei billigen Tarifen oft nur die im Bundesjagdgesetz definierten Tiere gemeint sind, also nicht Kühe oder Pferde. Leistungsstarke Kfz-Versicherungen bieten darüber hinaus finanziellen Schutz nach einem Zusammenstoß mit Tieren aller Art.

    Bei Marderbiss sollte darauf geachtet werden, dass Schäden an allen Fahrzeugteilen mitversichert sind. Viele Anbieter grenzen dies auf Kabel, Schläuche und Leitungen ein. Marderbiss-Schäden an Antennen, Autositzen oder Dämmmaterial wären dann nicht versichert.

  • Vollkasko: der Rundumschutz.

    Die Vollkaskoversicherung ersetzt zusätzlich zu den Teilkaskoleistungen alle weiteren Schäden am eigenen Auto. Das gilt auch bei:

    • Vandalismus (Fremde beschädigen mutwillig das Fahrzeug)
    • einem selbst verschuldeten Unfall

    Schäden aus dem Bereich der Teilkasko wirken sich übrigens in der Vollkasko nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt (SFR) aus. Eine durch Steinschlag gesprungene Scheibe führt also nicht zu einem höheren Beitrag. Das liegt daran, dass der Halter keinen Einfluss auf das Risiko der Teilkasko-Schäden hat. Sie können zwar durch umsichtiges Fahren unfallfrei bleiben und so die Vollkasko schonen - aber keinen Hagel verhindern oder das Reh von der Straße fernhalten. Welchen Einfluss der SFR auf die Höhe Ihres Versicherungsbeitrags hat, erklären wir im nächsten Abschnitt.

Wussten Sie schon?

Sie sollten nach einem Schadenfall oder einem Verkehrsunfall niemals eine Schuldanerkenntnis unterschreiben. Das gilt selbst dann, wenn die Schuldfrage scheinbar eindeutig ist. Es ist stets die Versicherung, die urteilt. Im Streitfall entscheiden die Gerichte.

Haben Sie einen Unfall grob fahrlässig verursacht, muss die Kaskoversicherung in der Regel nur teilweise oder auch gar nicht für die Schäden aufkommen. Als grobe Fahrlässigkeit gilt beispielsweise:

  • Fahren unter Alkoholeinfluss
  • Überfahren einer roten Ampel
  • Telefonieren ohne Freisprechanlange
  • Aufbewahren des Fahrzeugbriefs im Auto (Diebe können den Wagen so leicht weiterverkaufen)

Zum Thema Alkohol: Mit 0,3 Promille Alkohol im Blut gilt ein Fahrer als relativ fahrunfähig. Allerdings kommt es hier auch auf die Einschätzung der Polizei und das Unfallgeschehen an.

Bei Wahl des Anbieters sollte darauf geachtet werden, dass auch Schäden, die durch grob fahrlässiges Handeln entstehen, mitversichert sind. Aber Vorsicht: Dies gilt in der Regel nicht für das Fahren mit ungeeigneter Bereifung, wenn Sie unter Einfluss berauschender Mittel stehen oder auch, wenn Sie den Diebstahl des Fahrzeugs besonders einfach machen. Es gibt aber immer noch Kfz-Tarife, die Schäden durch grobe Fahrlässigkeit vom Versicherungsschutz generell ausschließen.

Wie berechnet sich der Beitrag einer Kfz-Versicherung?

Autoversicherung berechnen Fahrer

Der Fahrer.


Ausschlaggebend für die Höhe des Beitrags ist Ihre eigene Unfallbilanz. Beim sogenannten Schadenfreiheitsrabatt erhalten Sie einen Nachlass, wenn Sie längere Zeit unfallfrei geblieben sind und auch sonst keine Schäden gemeldet haben. Des Weiteren ist für den Versicherer von Interesse, wie viele und welche Personen (z. B. Fahrer unter 25 Jahre) das Auto regelmäßig fahren. Auch eine höhere Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung reduziert die Beitragshöhe.

Autoversicherung berechnen Auto

Das Fahrzeug.


Auf welche Autos haben es Diebe vor allem abgesehen, welche Modelle sind besonders oft in Kollisionen verwickelt? Aufgrund solcher Schaden- und Unfallbilanzen werden alle Kraftfahrzeugmodelle für die Kfz-Versicherer in Typklassen geordnet. Generell gilt hier die Grundregel: Je höher die Typklassen-Einstufung, desto mehr müssen Sie für den Versicherungsschutz bezahlen. Die Typklasse Ihres Fahrzeugs können Sie unter www.typklasse.de abfragen.

Autoversicherung berechnen Wohnort

Der Wohnort.


Diebstähle, Unwetter und Wildunfälle treten in Deutschland regional unterschiedlich stark auf. Dies wird bei der Berechnung des Beitrags mit der Regionalklasse berücksichtigt. Ein weiterer Faktor ist die Zahl der Schäden und die jeweilige Schadenhöhe pro Regionalklasse. Wo Ihr Wohnort eingestuft wird, erfahren Sie unter www.gdv.de/regionaldatenbank.

Ist Ihr Auto sehr alt und hat keinen nennbaren Wiederverkaufswert? Dann sollten Sie den Abschluss einer Teilkasko überdenken. Denn in der Regel wird bei Schäden nur der Zeitwert ersetzt. Für alle anderen Halter gehört zumindest die Teilkasko im Grunde zum Versicherungs-Standardprogramm. Generell gilt die Faustregel, dass sich Vollkasko bei Neuwagen während der ersten 3 bis 5 Jahre lohnt. Allerdings sind bei der Wahl zwischen Vollkasko und Teilkasko Ihr individueller Schadenfreiheitsrabatt und die Typklasse ganz entscheidend. Bei extrem günstigen Voraussetzungen kann eine Vollkasko sogar billiger sein als Teilkasko! Genaues Hinschauen und Vergleichen lohnen sich also.