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Die "50-Prozent-Hürde" - klingt nach einem Begriff aus der Politik, ist aber beim Thema Berufsunfähigkeit ganz entscheidend.

Eine schwere Erkrankung, ein Unfall, ein Schicksalsschlag: Die Gründe, seinen Beruf nicht mehr wie gewohnt ausüben zu können, sind vielfältig. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff Berufsunfähigkeit (BU)? Als berufsunfähig gelten Sie, wenn Sie Ihren bisherigen Job wegen einer ärztlich attestierten Krankheit, einer Verletzung oder Ähnlichem nicht mehr ausüben können - und zwar mindestens für 6 Monate oder länger. Von Erwerbsunfähigkeit spricht der Gesetzgeber nur dann, wenn Sie weder Ihrem bisherigen noch einem anderen Beruf nachgehen können, um Ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Ob berufs- oder erwerbsunfähig - in beiden Fällen gibt es Abstufungen. Und hier kommt die 50-Prozent-Hürde ins Spiel. Denn als berufsunfähig gilt nur, wer weniger als 50 % seines bisherigen Pensums leisten kann. Entscheidend sind in der Regel die bisher geleisteten Arbeitsstunden. Hat ein Unternehmensberater bislang 50 Stunden die Woche gearbeitet und kann künftig weniger als 25 Stunden arbeiten, z. B. wegen einer schweren Krankheit, tritt die 50-%-Regelung in Kraft - und er gilt als berufsunfähig. Eine Teilzeitkraft, die zuvor eine 20-Stunden-Stelle hatte, gilt somit erst als berufsunfähig, wenn sie ihrem Beruf weniger als 10 Stunden nachgehen kann.

Über die Einstufung entscheidet der behandelnde Arzt. Nur, wenn der Versicherer das Ergebnis anzweifelt, kann ein Ärztegremium einberufen werden, zu dem auch ein vom Versicherer gewählter Arzt gehört.

Häufige Fragen und Antworten:

  • Wenn ich zu 50 % berufsunfähig bin, darf ich trotzdem noch zu 50 % in meinem versicherten Beruf arbeiten?

    Ja, das ist möglich. Und theoretisch können Sie, wenn Sie als berufsunfähig eingestuft wurden, sogar mehr als 50 % arbeiten - allerdings nur in Ihrem versicherten Beruf. Das entschied 2014 der BGH in einem Präzedenzfall. Das Gericht spricht in diesem Fall von einem "überobligationsmäßigen Verhalten" des Versicherten.

  • Wie wird die 50-Prozent-Hürde festgelegt, etwa in Berufen mit sehr vielseitigen Anforderungen?

    Das kann ein Problem sein. Denn vielleicht können Sie nach einem Unfall nur eine bestimmte Tätigkeit nicht mehr ausüben, andere aber dafür problemlos. Deswegen muss auch hier der Arzt prüfen, bis zu welchem Grad Sie beruflich eingeschränkt sind und ob der Beruf durch gewisse Umstellungen eventuell doch zu mehr als 50 % ausgeübt werden kann.

  • Wie funktioniert die 50-Prozent-Regelung bei Teilzeitkräften?

    Teilzeitkräfte sind klar im Nachteil. Sie müssen in der Regel den gleichen Beitrag für ihre Versicherung zahlen wie Vollzeitbeschäftigte. Doch da für die 50-Prozent-Hürde die bisher geleisteten Arbeitsstunden maßgeblich sind, werden Sie erst bei einem entsprechend geringeren Pensum als berufsunfähig eingestuft, wie das Beispiel oben gezeigt hat.

  • Wie muss dem Versicherer die Berufsunfähigkeit nachgewiesen werden?

    Das hängt von den Bedingungen in Ihrem Vertrag ab. Viele Versicherer prüfen sehr genau, ob der Versicherte mehr oder weniger als 50 % berufsfähig ist. Nur, wenn eine sogenannte "Arbeitsunfähigkeitsklausel" im Vertrag steht, reicht oft schon eine Krankschreibung des Arztes.

50 % berufsunfähig - Hauptsache gut beraten.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie nachweislich nur noch 50 % oder weniger Ihrer bisherigen Arbeitsstunden leisten können, werden Sie in der Regel als berufsunfähig eingestuft. Und erhalten, wenn Sie vorgesorgt haben, Ihre Rente aus der BU-Versicherung. Doch die Einstufung ist nicht immer leicht. Lassen Sie sich auf jeden Fall beraten.