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Etwa jeder 4. Erwerbstätige in Deutschland ist von Berufsunfähigkeit betroffen. Die häufigsten Ursachen sind: Nerven­krank­heiten (31 %), Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (22 %), Tumore (14 %), Unfälle (10 %) sowie Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems (8 %).

Als Ursache für eine Berufs­unfähigkeit (BU) vermuten die meisten als erstes einen (Arbeits-)Unfall. Etwa, wenn ein Bauarbeiter vom Gerüst stürzt und aus diesem Grund keine schwere körperliche Arbeit mehr verrichten kann oder wenn ein Chirurg wegen einer Handverletzung nicht mehr operieren kann. Dabei wird in Deutschland nur etwa jede 10. private Berufsunfähigkeitsrente wegen eines Unfalls ausbezahlt. Dies hat eine Studie des Analysehauses Morgen & Morgen ergeben. 9 von 10 Berufs­tätigen werden also nicht durch einen Unfall, sondern durch Krankheit aus dem Berufsalltag gerissen.

Immer mehr Menschen sind wegen seelischer Probleme ihrem Beruf nicht mehr gewachsen. Nervenkrankheiten wie Depressionen und Burn-out sind mittlerweile die häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit - fast jeder 3. BU-Leistungsfall ist darauf zurück­zuführen. Auf Platz 2 folgen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats. Bandscheibenvorfälle, Knieprobleme, Rheuma, Arthrose und ähnliche Leiden sind für etwa jeden 5. Fall von BU verantwortlich.

Weitere Gründe für Berufsunfähigkeit sind Krebs und andere bösartige Geschwüre (14 %), Unfälle (10 %), Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems (8 %) sowie sonstige Erkrankungen (16 %). Psychische Erkrankungen und solche des Skelettapparats kommen in den verschiedenen Altersgruppen ungefähr gleich häufig vor.

Große Unterschiede gibt es bei Herzerkrankungen. Sie sind bei unter 40-Jährigen nur für 3,44 % der BU-Fälle verantwortlich. Ab 51 Jahren steigt der Anteil auf knapp 14 %. Allerdings haben jüngere Versicherte mit etwa 15 % ein fast doppelt so hohes Risiko, wegen eines Unfalls berufsunfähig zu werden.

Unter dem Oberbegriff der psychischen Erkrankungen werden unter anderem Burn-out, Depressionen, Angstzustände und Suchterkrankungen zusammen­gefasst. Sie entwickeln sich immer mehr zu Volkskrankheiten mit weitreichenden Folgen: Die BU-Leistungsfälle haben sich hier seit 2012 nahezu verdoppelt.

Der starke Anstieg ist zum einen auf eine bessere Aufklärung von Ärzten und Patienten zurückzuführen: Erstere diagnostizieren diese psychischen Leiden häufiger. Betroffene wiederum suchen Hilfe und schrecken nicht mehr so oft vor dem vermeintlichen Stigma einer seelischen Erkrankung zurück.

Zum anderen aber sind wir durch den Wandel der Arbeitswelt tatsächlich sehr viel mehr Stress ausgesetzt. Termin- und Leistungsdruck zerren an den Nerven und machen oft auch vor Feierabend oder Urlaub keinen Halt.

Womöglich würde die Statistik zu den BU-Gründen ganz anders ausfallen, wäre da nicht eine Sache: Menschen mit einem risikoreicheren Job müssen höhere Beiträge zahlen und verzichten vielleicht eher auf eine BU-Versicherung. Ihre Arbeitsunfälle oder körperlichen Gebrechen tauchen deshalb in der Statistik der Versicherer nicht auf.

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Berufsunfähigkeit Ursachen Depression
Der Stress der modernen Arbeitswelt führt zu einem Anstieg bei Depressionen.

BU-Versicherung und psychische Erkrankungen: Was muss ich beachten?

Sie geben vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung unter anderem Auskunft über Ihren Gesundheitszustand. Dazu gehört neben körperlichen Vorerkrankungen auch eine etwaige Behandlung wegen psychischer Probleme. Wird eine solche Therapie beim Antrag verschwiegen und tritt später Berufsunfähigkeit ein, kann der Versicherer die Auszahlung der BU-Rente verweigern - auf jeden Fall dann, wenn die Berufsunfähigkeit im Zusammenhang mit Depressionen oder Burn-out steht.

Der Skelett- und Bewegungsapparat ist nach psychischen Erkrankungen der zweithäufigste Verursacher von Berufsunfähigkeit. Auslöser sind dabei nicht unbedingt Verschleiß­erschei­nungen. Denn überraschen­derweise betreffen schwere Rücken­leiden und Ähnliches besonders junge Menschen. Bei den Versicherten bis 40 Jahre führen diese Krankheiten in 23 % der Fälle zu BU. In der Altersgruppe ab 51 Jahren sinkt der Anteil auf knapp 21 %.

Das deckt sich mit Daten des Statistischen Bundesamtes. In einer Zusatzerhebung zum Mikrozensus 2013 gaben etwa 36 % der 15- bis 34-Jährigen an, unter arbeitsbedingten Rückenbeschwerden zu leiden. Der Anteil sank in der Altersgruppe 55 bis 64 Jahre auf knapp 30 %. Dafür waren die älteren Berufstätigen fast doppelt so häufig von Beschwerden in Hüfte, Beinen und Füßen betroffen.

Die Statistiken zeigen: Gerade Berufsanfänger laufen Gefahr, durch eine Erkrankung der Wirbelsäule oder der Rückenmuskulatur berufsunfähig zu werden. Oft sind Übergewicht, langes Sitzen und mangelnde Bewegung die Ursachen. Hier können spezielle Lockerungsübungen helfen, den Rücken gesund zu halten.

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Berufsunfähigkeit Rückenprobleme BU
Rückenprobleme treffen auch schon jüngere Menschen.

Haben Sie sich für eine BU-Versicherung entschieden, führt der Versicherer zunächst eine Risiko­prüfung durch. Dabei werden per­sönliche Angaben abgefragt, darunter Ihr Alter, gefährliche Hobbys und vor allem auch frühere Erkrankungen. Auf diese Weise kalkuliert der Versicherer Ihr Risiko einer Berufsunfähigkeit und die Höhe Ihres persönlichen Versicherungsbeitrags.

Schwere Erkrankungen aus der Vergangenheit können dazu führen, dass eine BU-Versicherung abgelehnt oder nur mit Risikozuschlägen vereinbart wird. Dazu gehören meist Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ähnliches. Auch bestehende Suchterkrankungen und aktuelle psychologische Therapien gelten als erhöhtes Risiko.

Bei leichteren Erkrankungen ist es unter Umständen möglich, die früheren Krankheiten bei der BU-Versicherung als Grund auszu­schließen. So könnte ein ehemaliger Bandscheiben-Patient die Rente wegen Depressionen beziehen - nicht aber bei erneutem Bandscheiben­vorfall.

Wer denkt schon daran, dass das Arbeiten im Büro einmal zum Problem werden könnte? Man sitzt doch meist am Schreibtisch und ist keinen besonderen Gefahren ausgesetzt. Aber gerade das ständige Sitzen, unsere mangelnde Bewegung und nicht zuletzt der zunehmende Stress der modernen Arbeitswelt sind Faktoren, die uns unser Körper übel nimmt. Manchmal so sehr, dass er seinen Dienst versagt oder die Psyche nicht mehr mitspielt - und das in jedem Alter. Vor allem junge Menschen schätzen das Risiko, berufsunfähig zu werden meist falsch ein. Dabei ist gerade für sie eine frühe Vorsorge unbedingt empfehlenswert.