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Beitrags­bemessungs­grenze oder Versicherungspflichtgrenze? Wir erklären den Unterschied und zeigen, warum die Beitragsbemessungsgrenze Einfluss auf die private Krankenversicherung haben kann.

Die Höhe Ihrer Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen wie Renten- und Krankenversicherung hängt grundsätzlich von Ihrem Einkommen ab. Hier greift das Solidaritätsprinzip: Menschen mit geringem Einkommen zahlen kleinere Beträge in das System ein als Besserverdienende. Der Gesetzgeber begrenzt die Bemessungsgrundlage (in der Regel Ihr Bruttoeinkommen) für die Berechnung der Beiträge jedoch nach oben: mit der so genannten Beitragsbemessungsgrenze. Sie wird jedes Jahr aufgrund der Veränderungen bei Löhnen und Gehältern für die verschiedenen Sozialversicherungsbereiche neu festgelegt.

Übersteigt Ihr Einkommen diesen Wert, müssen für den Betrag, der über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, keine Sozialabgaben abgeführt werden. Die Versicherungsbeiträge fallen also nur für das Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze an. Oberhalb des Limits werden allerdings keine Ansprüche auf Leistungen wie Rente und Arbeitslosengeld erworben.

Die Beitragsbemessungsgrenze hat Auswirkungen auf den Arbeitgeberzuschuss. Der Arbeitgeber beteiligt sich sowohl bei der gesetzlichen als auch bei der privaten Krankenversicherung (GKV/PKV) grundsätzlich mit der Hälfte der Kosten - aber maximal bis zur Beitrags­bemessungsgrenze.

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PKV-Bemessungsgrundlage Versicherungspflichtgrenze
Auch für Familien ein wichtiges Thema: Wie hoch sind die Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen?

Die Beitragsbemessungsgrenze wurde von der Bundesregierung für das Jahr 2017 in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 52.200 EUR/Jahr bzw. 4.350 EUR/Monat festgelegt. Der GKV-Beitragssatz beträgt 14,6 % und wird je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber entrichtet. Zusatzbeiträge muss der Versicherte allein tragen.

Daraus ergibt sich folgende Rechnung: Der maximale Arbeitgeberbeitrag zur GKV liegt 2017 bei 317,55 EUR monatlich (7,3 % von 4.350 EUR). Diese Deckelung gilt auch für den Arbeitgeberanteil im Basistarif der privaten Krankenversicherung. Liegt Ihr Monatsbeitrag hier über 619 EUR, müssen Sie die Differenz beim Arbeitgeberanteil selbst tragen.

Wichtige Antworten zur Versicherungs­pflichtgrenze:

  • Beitragsbemessungsgrenze oder Versicherungspflichtgrenze?

    Diese Begriffe werden gern verwechselt. Früher markierte die Beitragsbemessungsgrenze auch die Versicherungspflichtgrenze - also die Einkommenshöhe, ab der Versicherte von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln dürfen. Seit 2003 liegt die Versicherungspflichtgrenze aber höher als die Beitragsbemessungsgrenze. Sie wurde 2017 bei 57.600 EUR jährlich festgesetzt.

  • Gibt es nur eine Versicherungspflichtgrenze?

    Nein. Bei dem eben beschriebenen Limit handelt es sich um die allgemeine Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt). Daneben gibt es noch die besondere Versicherungspflichtgrenze.

  • Was ist der Unterschied zwischen allgemeiner und besonderer Versicherungspflichtgrenze?

    Die besondere Versicherungspflichtgrenze gilt nur, wenn Sie bereits zum Stichtag am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren. Dann ist für Sie die Versicherungspflichtgrenze weiterhin identisch mit der aktuell gültigen Beitragsbemessungsgrenze. Ihr minimales Jahreseinkommen, das Sie zur privaten Vorsorge berechtigt, darf 2017 also 5.400 EUR unter dem Einkommen von Menschen liegen, für die die allgemeine Versicherungspflichtgrenze gilt.

  • Wann haben Änderungen der Beitragsbemessungsgrenze in der PKV keine Folgen?

    Dies ist der Fall, wenn Sie erst ab 2003 eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben. Die Beitragsbemessungsgrenze wirkt sich zudem in der PKV jenseits des Basistarifs nicht aus. Hier berechnet sich die Beitragshöhe nämlich unabhängig vom Einkommen und wird von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und gewählten Tarifleistungen bestimmt.

Die Bundesregierung stellt durch die jährliche Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze sicher, dass der Anstieg bei Löhnen und Gehältern in der Sozialversicherung berücksichtigt wird. Vielleicht wundern Sie sich, warum der Staat freiwillig auf Sozialabgaben über der Beitragsbemessungsgrundlage verzichtet? Die Deckelung zielt in erster Linie nicht auf die Einnahmen, sondern auf die Ausgaben des Staates ab.

Es soll verhindert werden, dass bei sehr hohen Gehältern die Renten- und Krankengeldansprüche quasi ungebremst steigen. Die gesetzlichen Krankenkassen mussten in früheren Zeiten nämlich fast 95 % ihrer Ausgaben für Krankengeld aufwenden. Bei Versicherten, deren Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, wird davon ausgegangen, dass sie im Krankheitsfall keinen darüber hinausgehenden Schutz durch die Sozialkassen nötig haben.

Gleiche Limits in Ost und West.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie die Versicherungspflichtgrenze sind bundesweit einheitlich - ganz im Gegensatz zur Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Diese liegt in Westdeutschland sehr viel höher als im Osten (2017 sind es im Westen 76.200 EUR/Jahr, im Osten 68.400 EUR/Jahr).