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Der Beihilfeantrag wirft häufig Fragen auf. Wir erklären Ihnen, wo Sie den Antrag stellen, welche Infos und Dokumente wichtig sind und was sie generell beachten sollten.

Denkbar ist folgender Fall: Thomas K. ist junger Lehrer in Bayern und wurde kürzlich auf Lebenszeit verbeamtet. Krankenversichert ist er bei einer privaten Krankenversicherung (PKV). Er ist verheiratet, hat einen 2-jährigen Sohn und eine 4-jährige Tochter. Bei dieser wurde chronisches Asthma diagnostiziert. Deshalb muss die 4-Jährige regelmäßig entsprechende Therapeutika einnehmen. Die Rechnung für die Medikamente möchte Thomas K. bei der Beihilfestelle einreichen. Was muss er dabei beachten? Und welche Zahlungen stehen seiner Tochter überhaupt zu?

Mit dem Begriff Beihilfe wird jeder Beamte konfrontiert, und zwar bereits zum Dienstantritt auf Probe. Denn die Krankenversorgung bei Beamten ist ein wenig anders geregelt als bei Angestellten. Die Beihilfe für Beamte ist ein eigenständiges Fürsorgesystem. Während Angestellte einen Arbeitgeberzuschuss zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung bekommen, haben Beamte Anspruch auf Beihilfe. Damit beteiligt sich der Dienstherr an den Kosten, die im Fall von Krankheit, Geburt und Pflegebedürftigkeit anfallen. Eingeschlossen ist dabei nicht nur der Beamte selbst, sondern auch Ehepartner und Kinder - sofern sie berücksichtigungsfähige Angehörige sind. Versichert sich ein Beamter freiwillig gesetzlich, entfällt in der Regel der Anspruch auf Beihilfe. Zudem muss in diesem Fall der volle Monatsbeitrag für die Versicherung selbst gezahlt werden.

Beachten Sie aber: Die Beihilfe ist begrenzt, gezahlt wird nur der sogenannte Beihilfebemessungssatz. Dieser kann sich je nach Fall und Bundesland unterscheiden. So hat etwa Baden-Württemberg im Jahr 2013 den Bemessungssatz für neueingestellte Beamte auf 50 % reduziert. Je nach Bundesland sind auch die Leistungen unterschiedlich, die als medizinisch notwendig und somit beihilfeberechtigt aufgeführt sind. So gibt es etwa Beihilfe für stationäre Wahlleistungen in Hessen oder Rheinland-Pfalz, nicht aber in Bremen oder Brandenburg.

Thomas K. und seiner Familie steht Beihilfe zu. Wäre er selbst erkrankt, stünden ihm 70 % auf die entsprechenden Aufwendungen zu, für die Krankheitskosten seiner Tochter sogar 80 %. Doch bevor die Beihilfestelle einen Teil der Rechnung erstattet, muss der junge Lehrer einen Antrag stellen. Und dabei gibt es einige Formalien und Kniffe zu beachten.

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Antrag auf Beihilfe für Beamte
Wichtig bei der Antragstellung: Das Beihilferecht unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.

Schnell-Check: Wichtiges zum Beihilfeantrag.

  • Das Antragsformular muss vollständig ausgefüllt werden.
  • Nummerieren Sie die Belege in der Reihenfolge der Aufwendungen - das kann die Bearbeitung ebenfalls beschleunigen.
  • Jeder Antrag muss vom Antragssteller persönlich unterschrieben werden.
  • Versenden Sie alle Dokumente per Post - E-Mail oder Fax sind nicht zulässig.
  • Die Gesamthöhe der Rechnungen muss in der Regel mindestens 200 EUR betragen; liegen Ihre Aufwendungen nach 10 Monaten immer noch darunter, können Sie die Rechnungen dennoch einreichen.
  • Der Beihilfeantrag muss in den meisten Bundesländern innerhalb von 1 Jahr gestellt werden, manche Länder gewähren 2 Jahre.

Unabhängig davon, ob Sie eine einmalige Rechnung bei der Apotheke erstattet bekommen möchten oder aufgrund eines Pflegefalls in der Familie langfristig auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind: Wer Beihilfe in Anspruch nehmen möchte, muss einen Antrag stellen. Über die Bewilligung entscheidet die Festsetzungsstelle. Welche für Ihren Antrag zuständig ist, hängt davon ab, wer Ihr Dienstherr ist. Dieser ist an ein Bundesland gebunden - und je nach Bundesland variieren die Zuständigkeiten sowie die Entscheidungswege. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist für den Beihilfe-Leistungsantrag das Landesamt für Versorgung und Besoldung zuständig, in Hamburg das Zentrum für Personaldienste. Beamte des Bundes müssen sich in der Regel an die höchste Dienststelle wenden.

Unser Tipp: Verkürzen Sie die Wartezeiten bei der Beihilfestelle.

Mit dem System der Beihilfe genießen Beamte einige Vorteile. Als lästig empfinden viele aber die Tatsache, dass die meisten Rechnungen aus eigener Tasche vorgestreckt werden müssen - und die Bearbeitungszeit ihres Antrags in Stoßzeiten mehrere Wochen dauern kann. Unser Tipp: Sie können diese Zeit unter Umständen verkürzen. Informieren Sie sich im Vorfeld genau darüber, an welche Bezirksregierung oder Dienststelle Sie den Antrag schicken müssen - dann wird er nicht hin- und hergereicht, sondern landet direkt bei den Zuständigen.

Besonders umfangreich ist der Beihilfeantrag, wenn Sie ihn zum 1. Mal stellen. Denn in diesem Fall muss die zuständige Behörde neben den Rechnungen auch all Ihre Stammdaten erfassen. Dieser Erstantrag nennt sich in der Regel ganz schlicht "Antrag auf Beihilfe", manchmal ist auch der Zusatz "lang" aufgeführt. Ab dem 2. Mal genügt - wenn sich keine beitragsrelevanten Sachverhalte geändert haben - ein Kurzantrag auf Beihilfe, meist "Vereinfachter Antrag auf Beihilfe" genannt.

In Ihrem Beihilfe-Formular sind folgende Angaben nötig: Neben persönlichen Daten wie Namen, Geburts-, Adress- und Kontodaten sind Angaben zu Ihrem Berufsstatus und -umfang, Ihrer Dienststelle, Ihrem Familienstand, Beurlaubungen, Ihrer Krankenversicherung sowie zu eventuell beihilfeberechtigten Kindern und Ehepartnern zu machen. Dazu gehören auch Angaben zum Einkommen des Ehepartners. Die Mitgliedschaft bei Ihrer Kranken- beziehungsweise Beihilfe-Ergänzungsversicherung muss durch entsprechende Formulare belegt werden.

Neben dem ausgefüllten Beihilfe-Vordruck verlangt die Festsetzungsstelle Nachweise über die Aufwendungen, für die Sie Beihilfe beantragen. Das können Rechnungen sowie Rezepte sein. Für alle Belege reichen normalerweise Kopien.

Wichtig: Auf Kopien von Rezepten sollte die Pharmazentralnummer (PZN) deutlich erkennbar sein. Das ist eine deutschlandweit einheitliche, achtstellige Identifikationsnummer mit 7 Ziffern und einer Prüfziffer für Medikamente und Apothekenprodukte.

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