Entgegen der weitverbreiteten Annah­me gibt es auch in Deutschland Erdbe­ben. Gleiches gilt für Erdrutsche und Erdfälle. Lesen Sie im Folgenden alles Wissens­werte zu den Natur­gewalten und zu wirksamen Schutz­maßnahmen.

Erde in Bewegung.

Erdsenkung, Erdrutsch oder Erdbe­ben: Die Natur birgt ein nicht zu unter­schät­­zendes Zerstörungs­poten­zial - auch in Deutschland. Doch was genau zeichnet die 3 genannten Phä­nomene eigentlich aus? Und wie gefährlich sind sie wirk­lich? Wir nehmen Erdbeben, Erdrutsch und Erdsenkung (Erdfall) in den Fokus.

Erdrutsch

Erdgefahren: Das steckt dahin­ter.

  • Erdbeben

    Erdbeben sind auch in Deutschland nicht so ungewöhnlich, wie man zu­nächst glau­ben mag. Mehrere hun­dert - zumeist sehr schwache - Be­ben werden jähr­lich hier­zulande gemessen. Während schwache Erd­beben meist unbemerkt bleiben, kön­nen die Erschütterungen von stär­keren Erdbeben erhebliche Schä­den an Gebäuden an­richten. Erdbe­ben sind unter ande­rem die Ursache für Erdrutsche und Erdfälle. So kön­nen Erdbeben sowohl direkt als auch in­direkt zu Gebäude­schä­den führen. In Deutschland gab es zu­letzt 2014 in der Nähe von Darm­stadt ein stärke­res Erdbe­ben (4,2 auf der Richter­skala), das Schäden an mehr als 70 Häusern verursachte. Einen Über­blick der aktuellen Erd­beben in Deutschland finden Sie hier.

  • Erdsenkung/Erdfall

    Zu einem Erdfall kommt es, wenn unter der Erde verborgene Hohl­räume ein­stür­­zen. Entspre­chen­de Hohlräume können beispielsweise unbemerkt durch starke Regenfälle entstehen. Diese führen zu Auswa­schungen unterhalb der Erdoberflä­che, während der Erdboden selbst zunächst intakt bleibt. So können Hauseigen­tü­mer zu einem späteren Zeitpunkt vom Zusam­menfallen des Hohl­raums überrascht werden, was im schlimmsten Fall ganze Gebäude zum Ein­sturz bringt.

  • Erdrutsch

    Erdrutsche treten an steilen Berg­hän­gen auf. Es handelt sich um Erd- und Ge­steins­­massen, die je nach Grö­ße ganze Häuser unter sich be­graben können. Meist liegt einem Erdrutsch eine natür­liche Ursache zugrunde.

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Erdbeben: Entstehung und Wahr­scheinlichkeit.

Der Erdmantel besteht aus mehreren Platten, die sich langsam bewegen. Diese auch als "Plattentek­tonik" be­zeichnete Bewegung sorgt immer wieder dafür, dass es zu immensen Spannungen zwischen aneinander­gren­zenden Erdplatten kommt. Diese Span­nungen können so groß werden, dass die Erd­kruste ihnen nicht stand­halten kann. Es kommt zu einem Erdbeben.

Im Gegensatz zu Erdrutschen und Erd­fällen wird die Wahrscheinlichkeit eines Erd­bebens hierzulande oft unter­schätzt. Häufig wird sogar die Auf­fas­sung ver­treten, dass schwere Erdbe­ben in Deutschland schlicht nicht auftreten. Das ist jedoch falsch. Tat­säch­lich gibt es auch in Deutschland mehrere Hundert schwa­che Erdbe­ben jährlich. Die Wahr­schein­lichkeit eines Erdbebens variiert allerdings von Region zu Re­gion: Be­son­ders häufig betroffen sind bei­spiels­weise die Schwä­­bische Alb, das Vogt­land und das Ober­rheintal. 1992 sorgte ein starkes Erdbeben für erhebliche Zer­störungen im Rheinland. Das Beben brachte es immerhin auf eine Stärke von 5,9 auf der Richterskala.

Die Richterskala - kurz erklärt.

Das Maß für die Stärke eines Erdbebens nennt man Magni­tu­de. Aufge­zeichnet werden diese Magnituden weltweit mithilfe von Seismo­gra­fen. Die wohl be­kannteste Skala zur Einteilung der Stärke eines Erd­be­bens ist die Richterskala. Sie reicht bis zu einer Magni­tu­de von 10. Ein Erd­be­ben mit der Stärke 10 auf der Richterskala kä­me einer globa­len Katastrophe gleich. Erdbe­ben mit einer Magnitu­­de von unter 3,0 sind dagegen in der Regel nicht spürbar.

Erdbeben: Verhaltenstipps auf einen Blick.

  • Suchen Sie Schutz unter ei­nem Türrahmen oder einem schwe­ren Tisch.
  • Ist kein stabiler Türrahmen oder schwerer Tisch in der Nähe, le­gen Sie sich so weit wie mög­lich vom Fenster entfernt auf den Boden.
  • Verlassen Sie das Gebäude kei­nesfalls während eines Erd­be­bens. Im Treppenhaus besteht Lebensgefahr durch Sturz oder herabfallende Trümmer.
  • Wenn Sie sich während des Erd­bebens im Freien aufhal­ten: Versuchen Sie, eine mög­lichst große Freifläche zu er­reichen.
  • Sofern vorhanden: Schalten Sie Ihr Radio an und folgen Sie den Anwei­sun­gen des Kata­stro­­phen­­­dienstes.
  • Leisten Sie verletzten Perso­nen Erste Hilfe, bringen Sie sich da­bei aber nicht selbst in Ge­fahr.
  • Bedenken Sie, dass es jeder­zeit zu Nachbeben kommen kann.

Erdrutsch - Schutzmaßnahmen im Überblick.

Neubauten sollten möglichst außer­halb der Gefahrenzone von Erdrut­schen ge­baut werden. Zur Beur­tei­lung der Ge­fahr ist es ratsam, einen Spe­zia­listen her­anzuziehen. Wer ein Haus nahe ei­nem Hang hat, kann die Gefahr eines Erd­rutsches mindern: So sollten Drai­nagen am Hang installiert werden, die das Wasser aus Niederschlägen ab­füh­ren. Hänge können durch Bäume und Holz­konstruktionen gesichert werden. Zudem sollten Außenwände und Bo­denplatten des Hauses ver­stärkt wer­den, um besser gegen einen möglichen Erdrutsch gewappnet zu sein.

Erdbeben, Erdfall, Erd­rutsch: Wer zahlt?

Egal ob Erdbeben, Erdfall oder Erdrutsch: Naturgewalten kön­nen enor­men Schaden an Immo­bi­lien samt Inventar anrichten. Doch welche Versicherung zahlt dann? Prinzipiell gilt: Da die ent­spre­chen­den Schä­den zu den Elementarschäden zählen, greift die Wohnge­bäude- bzw. Haus­rat­versicherung nur dann, wenn sie einen Baustein wie "Elemen­tar­schutz" enthält. Übri­gens: Dieser kann in der Regel prob­lemlos zu einer bestehenden Wohnge­bäu­de­- oder Haus­rat­versicherung hinzu­gefügt wer­den.

Erdbeben und Co.: Gefahr nicht unterschätzen.

Auch wenn hierzulande einige Regio­nen stärker von Erdbeben betroffen sind als andere: Ausschließen lassen sich Erdbeben­schäden nirgends. Schä­den durch einen Erdfall können Haus­besitzer ebenfalls ohne jede Vorwar­nung treffen. Umso wich­tiger ist es, sich rechtzeitig gegen entsprechende Eventualitäten abzusichern.

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