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Junge Frau steht im weißen Kleid auf einem Weg

Ist eine Frucht­wasser­untersuchung sinnvoll?

Fruchtwasseruntersuchung - was ist das, wie hilft sie weiter und welche Risiken gehen mit ihr einher?

Das Wichtigste in Kürze

  • Mithilfe einer Fruchtwasseruntersuchung können Sie etwas über den Gesundheitszustand Ihres Kindes im Mutterleib herausfinden
  • Sinnvoll ist eine Fruchtwasseruntersuchung vor allem dann, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen
  • Ist die Fruchtwasseruntersuchung medizinisch notwendig, dann übernimmt in der Regel Ihre Krankenkasse die Kosten. Ansonsten müssen Sie die Kosten von ca. 700 EUR selbst tragen.

Was ist eine Fruchtwasseruntersuchung?

Eine Fruchtwasseruntersuchung, auch Amniozentese genannt, ist ein medizinischer Test, bei dem es darum geht, während der Schwangerschaft etwas über den Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes zu erfahren. Dabei führt ein Arzt eine dünne Nadel durch die Bauchdecke in die Fruchtblase der schwangeren Frau ein, um eine kleine Menge Fruchtwasser zu entnehmen. Das entnommene Fruchtwasser wird im Anschluss auf genetische Anomalien oder gesundheitliche Probleme untersucht.

Man spricht bei einer Fruchtwasseruntersuchung auch von einer invasiven Untersuchung, die nicht ganz ohne Risiko ist. Daher sollten Sie sich vorab gut informieren, ob es sich dabei um einen sinnvollen Eingriff für Sie handelt.

Wann ist eine Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll?

In der Regel wird eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt, wenn bei einer Ultraschalluntersuchung eine Fehlbildung oder ein erhöhtes Risiko für Chromosomenstörungen festgestellt wird. Weitere Gründe für eine Fruchtwasseruntersuchung:

  • Familiäre Vorgeschichte
  • Alter der Mutter
  • Verdacht auf eine Infektion bzw. eine Anämie des Fötus

Mit der Fruchtwasseruntersuchung kann festgestellt werden, ob beim Kind beispielsweise eine Chromosomenstörung wie Trisomie 21 (Down-Syndrom), bestimmte vererbbare Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen oder eine Fehlbildung wie Spina bifida (offener Rücken) vorliegen.

Die Entnahme des Fruchtwassers kann ab der 15. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden und erfolgt normalerweise ambulant. Eine Fruchtwasseruntersuchung ist keine standardmäßige Vorsorge-Untersuchung während der Schwangerschaft. Daher übernimmt die Krankenkasse hierfür ohne medizinische Notwendigkeit keine Kosten. Viele Frauenärzte raten aber generell Schwangeren ab 35 zu einer Amniozentese, da ab diesem Alter das Risiko für Gendefekte beim Kind steigt.

Schwangere Frau trägt weißes Kleid und hält sich ihren Bauch

Was bringt Ihnen eine Fruchtwasser­untersuchung?

Durch eine Fruchtwasseruntersuchung können Sie bereits im Mutterleib feststellen, ob es Ihrem Kind an etwas fehlt. Hat es zum Beispiel einen offenen Rücken (Spina bifida), dann kann direkt bei der Geburt darauf reagiert werden und wichtige Maßnahmen getroffen werden.

Die Entnahme von Fruchtwasser geht recht schnell und ist ambulant möglich. Allerdings besteht durch eine Fruchtwasseruntersuchung ein Risiko von ca. 0,1 bis 0,2 %, dass es gerade durch diesen Eingriff zu einer Fehlgeburt kommt. Ebenfalls sehr selten kann es zu Blutungen in der Gebärmutter oder zu einer Infektion kommen. Zudem kann der Eingriff Nebenwirkungen wie leichte Krämpfe mit sich bringen.

Nach der Entnahme des Fruchtwassers heißt es warten. Denn bis die Laborergebnisse vorliegen, können 2 bis 3 Wochen vergehen. Eine lange Zeit der Ungewissheit.

Eine Fruchtwasseruntersuchung will also sehr gut überlegt sein. Denn Ihnen sollte vorab klar sein, wie Sie mit einem Ergebnis umgehen, bei dem die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Ihr Kind mit einer Behinderung auf die Welt kommt.

Was kostet eine Fruchtwasseruntersuchung?

Wenn die Amniozentese von Ihrem Arzt als medizinisch notwendig eingestuft wird, dann übernimmt in der Regel Ihre Krankenkasse die Kosten für die Untersuchung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie ab Ihrem 35. Lebensjahr schwanger werden und/oder wenn in Ihrer Familie bereits bestimmte Erbkrankheiten oder Behinderungen aufgetreten sind.

In allen anderen Fällen müssen Sie die Kosten für diesen Eingriff selbst tragen. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 700 EUR. Hier kann eine ambulante Zusatzversicherung weiterhelfen. Informieren Sie sich beispielsweise zu unserem Budgettarif (ambulante Zusatzversicherung). Hier können Sie unterschiedliche Gesundheitsleistungen (wie zum Beispiel eine erweiterte Schwangerschaftsvorsorge) auswählen, die nicht von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, und erhalten bis zu 600 EUR Zuschuss pro Jahr.

Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll bei medizinischer Notwendigkeit

Vor allem, wenn wegen eines ärztlichen Befunds eine medizinische Notwendigkeit vorliegt oder aufgrund von Risikofaktoren wie Alter oder familiäre Vorgeschichte kann eine Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll sein. Da es unterschiedliche Nebenwirkungen geben kann, sollten Sie sich aber vorab gut informieren, ob sie in Ihrem Fall wirklich notwendig ist. Machen Sie sich außerdem Gedanken, wie Sie mit einem Befund umgehen würden, der beispielsweise eine mögliche Behinderung Ihres Kindes beinhaltet.

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