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Mutter liegt mit schlafendem Sohn auf der Couch und streichelt seinen Kopf

Sorgerechtsverfügung.

Kinder absichern & richtig vorsorgen.

zuletzt aktualisiert am 24.06.2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit einer Sorgerechtsverfügung bestimmen Eltern, wer sich im Todesfall um die minderjährigen Kinder kümmern soll.
  • Gibt es keine Verfügung, bestimmt allein das Familiengericht, wer als Vormund eingesetzt wird.
  • Verfügung muss eigenhändig verfasst und unterschrieben werden.
  • Sicher hinterlegen und Kopien weitergeben.

Wer soll die Verantwortung für Ihr Kind übernehmen? Lassen Sie das nicht andere bestimmen!

Was passiert mit Ihrem Kind, wenn Ihnen etwas zustößt? Diese Frage ist unangenehm, aber enorm wichtig. Denn wenn Eltern durch einen Unfall, eine schwere Krankheit oder plötzlichen Tod ausfallen, entscheidet das Familiengericht, wer die Vormundschaft übernimmt. Ohne klare Anweisungen kann es passieren, dass eine Person die Vormundschaft übernimmt, die nicht den Vorstellungen der Eltern entspricht.

Mit einer Sorgerechtsverfügung können Sie für den Ernstfall vorsorgen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Sorgerechtsverfügung funktioniert, warum sie sinnvoll ist, welche Form sie haben sollte und worauf Sie achten müssen.

Was ist eine Sorgerechtsverfügung?

Die Sorgerechtsverfügung ist eine schriftliche Willenserklärung, in der Sie als Elternteil festlegen, wer im Falle Ihres Todes oder bei dauerhafter Handlungsunfähigkeit das Sorgerecht für Ihr minderjähriges Kind erhalten soll. Eltern können durch eine sogenannte Vormundsbenennung festlegen, wer nach ihrem Tod die Vormundschaft für ihr minderjähriges Kind übernehmen soll.

Die sogenannte Sorgerechtsverfügung wird juristisch häufig auch als Vormundschaftsverfügung oder Vormundsbenennung bezeichnet. Der Begriff "Sorgerechtsverfügung" hat sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.

Das Familiengericht berücksichtigt diesen Wunsch bei seiner Entscheidung und prüft dabei stets, ob die benannte Person für die Aufgabe geeignet ist und die Bestellung dem Kindeswohl entspricht.

Warum ist eine Sorgerechtsverfügung sinnvoll?

Grundsätzlich ist eine Sorgerechtsverfügung für alle Eltern sinnvoll, weil sie verhindern kann, dass Kinder in die Obhut von Menschen kommen, die nicht den Wünschen der Eltern entsprochen hätten. Besonders wichtig ist sie in folgenden familiären Situationen:

  • Alleinerziehende Eltern, bei denen unklar ist, ob der andere Elternteil einspringen kann oder soll.
  • Unverheiratete Paare, wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hat.
  • Patchworkfamilien, bei denen ein Partner Kinder aus früheren Beziehungen mitbringt.
  • Eltern mit schwer kranken oder behinderten Kindern, bei denen eine spezielle Betreuung notwendig ist.

Ohne Verfügung entscheidet das Familiengericht, was nicht immer im Sinne der Eltern ist. Im Zweifel wählt es nahestehende Verwandte oder einen professionellen Vormund.

Frau mit einem gelben Oberteil unterzeichnet einen Vertrag

Was sollte in einer Sorgerechtsverfügung stehen?

Folgende Angaben sollte eine Sorgerechtsverfügung enthalten:

  • Name, Geburtsdatum und Anschrift des Kindes bzw. der Kinder
  • Name und Kontaktdaten der vorgeschlagenen Person, die die Vormundschaft übernehmen soll
  • Begründung, warum gerade diese Person geeignet ist
  • Ausschluss bestimmter Personen (wenn gewünscht)
  • Ort, Datum und vollständige Unterschrift

Tipp: Die Verfügung sollte eigenhändig verfasst und unterschrieben werden. Alternativ kann sie auch notariell beurkundet werden.

Muster einer Sorgerechtsverfügung

Zahlreiche Webseiten bieten eine Sorgerechtsverfügung als Muster-PDF oder Vorlage zum Download an. Wichtig ist: Diese Vorlagen können nur eine Orientierung bieten. Jede Situation ist individuell einzuschätzen.

Eine Formulierung für eine Sorgerechtsverfügung könnte z. B. so lauten: "Für den Fall, dass ich, (Vorname/Name, Geburtsdatum, Anschrift) dauerhaft geschäftsunfähig werde oder versterbe, bestimme ich, dass (Vorname/Name, Geburtsdatum, Anschrift), die Vormundschaft für mein Kind Name/Vorname, Geburtsdatum, Anschrift, übernehmen soll. Ich bin überzeugt, dass sie/er in der Lage ist, für das Wohl meines Kindes zu sorgen."

Wo sollte die Sorgerechtsverfügung aufbewahrt werden?

Eine Sorgerechtsverfügung ist nur dann hilfreich, wenn sie im Ernstfall auch auffindbar ist. Ebenso sollten die eingesetzten Personen über Ihre Willenserklärung zum Verbleib Ihres Kindes oder Ihrer Kinder Bescheid wissen.

Empfehlenswert ist daher:

  • Hinterlegung der Sorgerechtsverfügung beim Nachlassgericht oder Notar
  • Eine Kopie bei Vertrauenspersonen oder dem benannten Vormund
  • Ein Hinweis im Notfallordner oder bei Patientenverfügung

Sorgerechtsverfügung für Alleinerziehende

Gerade für Alleinerziehende ist eine Sorgerechtsverfügung besonders wichtig. Verstirbt der allein sorgeberechtigte Elternteil, prüft das Familiengericht grundsätzlich, ob der andere Elternteil die elterliche Sorge übernehmen kann.

Mit einer Sorgerechtsverfügung können Sie dem Gericht mitteilen, welche Person Sie als Vormund für Ihr Kind wünschen. Diese Benennung wird bei der Entscheidung berücksichtigt, soweit sie dem Wohl des Kindes entspricht.

Unterschied zwischen Sorgerechtsverfügung und Sorgerechtsvollmacht

Die Sorgerechtsverfügung regelt, wer nach dem Tod der Eltern oder bei Wegfall der elterlichen Sorge als Vormund für das Kind infrage kommen soll.

Eine Sorgerechtsvollmacht verfolgt hingegen einen anderen Zweck. Mit ihr können Eltern einer Vertrauensperson bestimmte Befugnisse übertragen, damit diese das Kind vorübergehend betreuen und in festgelegten Angelegenheiten vertreten kann - beispielsweise während eines Krankenhausaufenthalts oder einer längeren Reise.

Eine Vollmacht ersetzt jedoch weder das Sorgerecht noch eine gerichtliche Vormundschaft. Beide Dokumente können sich sinnvoll ergänzen, haben aber unterschiedliche rechtliche Funktionen.

Illustration von einer Frau in Businesskleidung mit dunklen Haaren, die frontal in die Kamera schaut

Rechtsschutz bei Streit um das Sorgerecht?

Kommt es nach dem Tod eines Elternteils zu Auseinandersetzungen über das Sorgerecht, kann eine rechtliche Klärung notwendig werden. Gerade im Bereich des Familienrechts stößt aber auch der Rechtsschutz einer Versicherung an bestimmte Grenzen. Eine normale Rechtsschutzversicherung kommt in solchen Fällen meist nicht für die Kosten eines Sorgerechtsstreits auf. Allerdings ist bei einigen Rechtsschutzversicherungen wie bei der NÜRNBERGER ein Beratungs-Rechtsschutz im Familien-, Erb- und Betreuungsrecht dabei. Umso wichtiger ist eine Sorgerechtsverfügung.

Bei der NÜRNBERGER können Sie mit dem Paket Vorsorge Ihre Sorgerechtsverfügung und weitere Verfügungen professionell erstellen und regelmäßig aktualisieren lassen (XXL-Baustein in der Rechtsschutzversicherung erforderlich).

Fazit: Vorsorgen heißt Verantwortung zeigen

Eine Sorgerechtsverfügung gibt Eltern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wer sich im Ernstfall um ihr Kind kümmern soll. Sie schafft Sicherheit für das Kind und entlastet das Umfeld. Nutzen Sie diese Möglichkeit - am besten noch heute.

Denken Sie auch daran, für die finanzielle Sicherheit Ihres Kindes vorzusorgen. Zum Beispiel kann die NÜRNBERGER Kindervorsorge hier ein wichtiger Baustein für die Zukunft sein.

Häufige Fragen zur Sorgerechtsverfügung

Am besten sollte eine Sorgerechtsverfügung handschriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben werden. Eine notarielle Beurkundung ist nicht Pflicht, aber empfehlenswert. Im Internet gibt es entsprechende Vorlagen, die beim Erstellen einer Sorgerechtsverfügung helfen können.

Ohne Sorgerechtsverfügung bestimmt das Familiengericht einen gesetzlichen Vormund. Meist wird dabei das familiäre Umfeld näher betrachtet und zum Wohl des Kindes entschieden. Es kann aber auch jemand als Vormund eingesetzt werden, dem Sie selbst Ihr Kind nie anvertraut hätten.

Die Sorgerechtsverfügung ist kostenlos, wenn Sie diese selbst erstellen und bei sich zu Hause oder beim benannten Vormund aufbewahren.

Allerdings können Sie eine Sorgerechtsverfügung auch von einem Notar verfassen und beurkunden lassen. Die Kosten dafür variieren und können nicht pauschal bestimmt werden. Erkundigen Sie sich am besten vorher im Notariat, wie hoch die Kosten dafür sein können. Wollen Sie außerdem die Sorgerechtsverfügung beim Notar hinterlegen, können bis zu 150 EUR anfallen.

Ebenso können Sie sich beim Verfassen anwaltlich beraten lassen, vor allem bei komplizierten Familienverhältnissen.