Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.   Details ansehen

Was bedeutet eigentlich Berufsunfähigkeit (BU) und was ist der Unterschied zwischen BU, Erwerbsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit?

Berufsunfähigkeit (BU) ist ganz wörtlich zu verstehen. Sie tritt dann ein, wenn Sie Ihren Beruf längerfristig oder dauerhaft nicht mehr ausüben können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Bäcker plötzlich eine schwere Allergie gegen Mehlstaub entwickelt. Oder wenn ein Handwerker in Folge eines Unfalls nicht mehr körperlich schwer arbeiten kann. Aber auch langwierige psychische Erkrankungen wie etwa Burn-out können zur BU führen. Sie sind mittlerweile sogar die häufigste BU-Ursache, noch vor Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Private BU-Versicherungen springen dann ein, wenn die Berufsunfähigkeit voraussichtlich mindestens 6 Monate anhalten wird. Einige Versicherer bieten die volle vereinbarte Rente bereits ab 50 % Berufsunfähigkeit (nur 3 statt 8 Stunden täglicher Arbeit möglich).

Je nach Schwere der Krankheit oder körperlichen Beeinträchtigung, aber auch abhängig vom Versicherungsträger, wird zwischen BU, Arbeits- sowie Erwerbsunfähigkeit unterschieden.

Arbeitsunfähig können Sie bereits mit einer schweren Erkältung werden. Ein Arzt stellt fest, dass Sie Ihre beruflichen Tätigkeiten vorübergehend nicht ausüben können und schreibt Sie krank. Hier wird davon ausgegangen, dass die Arbeitsunfähigkeit kein Dauerzustand ist. Der Arbeitgeber zahlt 6 Wochen lang den regulären Lohn weiter. Danach übernimmt die Krankenversicherung 70 % des Gehalts und das höchstens 78 Wochen lang.

Bei BU können Sie nicht mehr Ihrem Beruf nachgehen und sind zudem gesundheitlich sowie fachlich nicht in der Lage, sozial zumutbare Tätigkeiten auszuüben. Um Letzteres zu definieren, werden Berufe nach den für sie nötigen Qualifikation in 6 Stufen eingeordnet - von ungelernten Berufen (Stufe 1) bis zum Hochschulabschluss als Voraussetzung (Stufe 6). Sozial zumutbar sind Berufe aus derselben oder der nächsttieferen Stufe. Im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung sind nur noch vor dem 2. Januar 1961 Geborene gegen BU versichert. Deshalb müssen Jüngere unbedingt privat vorsorgen.

Übrigens können sich auch Menschen gegen Berufsunfähigkeit versichern, die sich in Vollzeit um Haushalt oder Betreuung der eigenen Kinder kümmern. Ausschlaggebend für die BU-Versicherung ist, dass ihre Tätigkeit nur mit hohem finanziellen Aufwand zu ersetzen wäre.

Erwerbsunfähigkeit bzw. Erwerbsminderung liegt dann vor, wenn Sie grundsätzlich auch keiner anderen Arbeit voll nachgehen können. Hier greift die staatliche Erwerbsminderungsrente. Sie wird von der gesetzlichen Rentenversicherung voll ausgezahlt, wenn jemand nur noch 3 Stunden täglich arbeitsfähig ist oder auch nur teilweise, wenn die Arbeitsfähigkeit 3 bis 6 Stunden pro Tag beträgt. Allerdings decken die staatlichen Leistungen nur 30 beziehungsweise 15 % des vorherigen Bruttolohns ab. Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, sind hier allerdings nicht abgesichert.

Weiterlesen Schließen

Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall
Unfall oder Krankheit können schnell zur Berufsunfähigkeit führen.

Was ist "abstrakte Verweisung"?

Unter Umständen darf der BU-Versicherer verlangen, dass der Versicherte eine andere Tätigkeit aufnimmt (abstrakte Verweisung). Diese muss aber Qualifikation und Prestige des alten Berufs entsprechen. Derartige Klauseln sind heutzutage bei BU-Versicherungen aber selten.

Ein Arzt attestiert Ihnen, ob Sie voraussichtlich mindestens 6 Monate berufsunfähig sein werden. Er gibt zudem an, in welchem Umfang die Fähigkeit, Ihren Beruf auszuüben, eingeschränkt ist. Je nach Versicherer besteht freie Arztwahl oder Ihnen wird ein ärztlicher Gutachter zugewiesen. Die Überprüfung Ihres Gesundheitszustands wird regelmäßig wiederholt.

Berufsunfähigkeit trifft jeden 4. Erwerbstätigen in Deutschland. Die staatliche Absicherung bei Erwerbsunfähigkeit ist kaum geeignet, um den früheren Lebensstandard zu halten. Eine private Vorsorge ist auch für junge Menschen daher ein guter Weg, um ihre Zukunft abzusichern.