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Bei Beamtenanwärtern fällt die private Krankenversicherung, im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, sehr viel günstiger aus und bietet eine sinnvolle Ergänzung zur Beihilfe des Dienstherrn.

Beamte genießen als Staatsbedienstete besondere Privilegien. Dazu gehört auch die Wahl einer privaten Krankenversicherung. Während Angestellte erst ab der Jahresarbeitsentgeltgrenze von derzeit 56.250 EUR in die PKV wechseln dürfen, steht diese Beamtenanwärtern bereits von Beginn an offen. Doch wer gilt als Beamtenanwärter?

Beamtenanwärter absolvieren - entweder beim Bund oder in den Ländern - eine Ausbildung zum einfachen, mittleren oder gehobenen Dienst. Beim höheren Dienst ist während des Vorbereitungsdienstes die Rede von Referendaren. Sie haben bereits ein Hochschulstudium mit dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. Die meisten Referendare werden Lehrer oder Volljuristen (z. B. Staatsanwalt).

Beamtenanwärter und Referendare werden auch als "Beamte auf Widerruf" bezeichnet. Der Dienstherr kann den Beamtenstatus jederzeit widerrufen, vor allem bei einer nicht bestandenen Abschlussprüfung. Den Status "auf Lebenszeit" erhalten Beamte erst nach der bestandenen Probezeit. In den meisten Bundesländern sind Rechtsreferendare keine Beamten auf Widerruf mehr. Denn der Ausbildungsweg ist auch Voraussetzung für Berufe außerhalb der Beamtenlaufbahn. Dazu gehört neben Rechtsanwalt und Notar übrigens auch das Richteramt. Wie lange Sie Beamtenanwärter bleiben, hängt von dem angestrebten Dienst ab. Der einfache Dienst (z. B. Justizwachtmeister) setzt nur einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss voraus und der Vorbereitungsdienst dauert im Regelfall lediglich 6 Monate. Im mittleren Dienst (z. B. Polizeimeister oder Feldwebel) dauert der Vorbereitungsdienst meist 2 Jahre, im gehobenen Dienst (z. B. Gymnasiallehrer, Oberleutnant, Kriminalkommissar) mindestens 3 Jahre.

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PKV oder GKV?

In Deutschland besteht seit 2009 für alle eine Versicherungspflicht - auch für Beamte und Beamtenanwärter. Diese können sich aber frei zwischen GKV oder PKV entscheiden. Erstere ist in vielen Fällen sehr viel teurer. In der privaten Krankenversicherung gibt es zudem häufig spezielle Anwärter-Tarife, die noch günstiger ausfallen.

Schon Beamtenanwärter sind von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit. Der Dienstherr übernimmt wegen seiner Fürsorgepflicht im Krankheitsfall einen großen Teil der Kosten. Diese Beihilfe greift auch bei Pflegefällen, Geburten, Früherkennungsmaßnahmen und Schutzimpfungen. Der Bund und die einzelnen Bundesländer haben bezüglich der Beihilfe eigene Regelungen. Viele Bundesländer orientieren sich bei der Höhe der Beihilfe an den Zahlen des Bundes. Demnach erhalten aktive Beamte für ihre eigenen Krankheitskosten eine Beihilfe in Höhe von 50 %. Ehegatten sind sogar zu 70 % und Kinder zu 80 % abgesichert. Haben Sie 2 oder mehr Kinder, steigt Ihre eigene Beihilfe auf 70 %.

Um die verbleibenden Kosten im Falle einer Erkrankung abzudecken, müssen Sie sich also zusätzlich versichern. Ganz wichtig: Die Beihilfe gibt es nur bei der privaten Krankenversicherung. Würden Sie sich für die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, müssten Sie die gesamten Kosten inklusive des Arbeitgeberanteils selbst tragen. Ehegatten erhalten nur dann Beihilfen, wenn sie berücksichtigungsfähig sind.

Bei besonders gefährlichen Berufen wie Polizist oder Berufsfeuerwehrmann leistet der Dienstherr oft keine Beihilfe, sondern übernimmt die Krankheitskosten mit der sogenannten Heilfürsorge komplett.

Die private Krankenversicherung ist für Beamte auf Widerruf meist die beste und günstigste Entscheidung. Schließlich müssen sie nur die Kosten versichern, die nicht von der Beihilfe ihres Dienstherrn abgedeckt werden. Früher waren gerade junge Beamtenanwärter versucht, auf eine zusätzliche Absicherung zur Beihilfe zu verzichten. Dies wurde 2009 vom Gesetzgeber durch die Einführung der Versicherungspflicht unterbunden.

Die private Beihilfeversicherung kommt aber nicht nur für die verbleibenden Krankheitskosten auf. Sie kann auch zusätzliche Leistungen bieten, die der Dienstherr nicht mehr übernimmt. Beihilfen für Brillen und Kontaktlinsen werden beispielsweise oft nur noch bei besonders schwerwiegenden Sehbeeinträchtigungen gezahlt. In solchen Fällen greift die private Beihilfeversicherung. Auch bei Zahn- und Heilpraktiker-Behandlungen bietet sie zusätzlichen Schutz.

Private Krankenversicherung Beamtenanwärter PKV
Beamtenanwärter profitieren ganz besonders von der privaten Krankenversicherung.

Beamtenanwärter und Referendare sparen mit der Wahl einer privaten Krankenversicherung gleich doppelt. Neben den generell niedrigeren Beiträgen im Vergleich zur GKV gibt es oft spezielle Beamtenanwärter-Tarife. Die Berufsanfänger müssen nämlich genauso wie Studenten noch keine Altersrückstellungen bilden. Zudem profitieren Beamtenanwärter aufgrund ihres jungen Alters und der meist guten gesundheitlichen Verfassung generell von niedrigen Beiträgen in der PKV.

Bei Tarifen für Beamtenanwärter gilt meist ein Höchstalter von 34 Jahren. Lehramts-Referendare hingegen kommen bei einigen Anbietern bis 39 in den Genuss der günstigeren Konditionen.

Das sollten Beamtenanwärter und Referendare beachten:

  • Die Beihilfe erhalten Sie nur in Verbindung mit der PKV.
  • Die Beihilfe muss innerhalb eines Jahres beantragt werden, ansonsten verfallen die Ansprüche.
  • Suchen Sie nach speziellen Beihilfetarifen der PKV, denn sonst werden wirklich nur die verbleibenden Kosten versichert.
  • Auch der Abschluss einer privaten Teil-/Ergänzungsversicherung berechtigt zur Beihilfe.
  • Anwärtertarife sind an Höchstalter gekoppelt (meist 34 Jahre, bei Lehramts-Referendaren oft 39 Jahre).
  • Informieren Sie sich, wie die Beiträge ausfallen, wenn Sie nach Ende der Ausbildung in den regulären Tarif wechseln.
  • Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf Beitragsrückerstattung in der PKV besitzen, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen werden.
  • Tarife mit Selbstbeteiligung sind noch günstiger.
  • Ehe- und Lebenspartner von Bundesbeamten sind nur dann beihilfeberechtigt, wenn ihre Einkünfte 17.000 EUR im Jahr nicht übersteigen. Auf Länderebene variiert die maximale Einkommenshöhe von Bundesland zu Bundesland.

Gerade als Beamtenanwärter oder Referendar ist die Krankenversicherung für Sie besonders günstig. Schon als Berufsanfänger steht Ihnen der Weg in die private Krankenversicherung offen. Dort versichern Sie die Krankheitskosten, die im Krankheitsfall nicht von der Beihilfe Ihres Dienstherrn abgedeckt werden. Zusätzlich bietet die PKV Leistungen an, die oft nicht beihilfefähig sind, z. B. bei Sehhilfen, Heilpraktikern oder Kuren.

Beihilfe sinnvoll ergänzen.

Beihilfeversicherung für Beamte

Als Beamtenanwärter oder Referendar benötigen Sie neben der Beihilfe zusätzlichen Versicherungsschutz. Eine private Krankenversicherung sorgt dafür, dass Sie und Ihre Familie im Krankheitsfall, aber auch bei der Vorsorge rundum geschützt sind - und das zu einem günstigen Preis.