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Blonde Frau sitzt auf Couch und schaut in ihr Smartphone in ihrer rechten Hand

Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen.

Herzinfarkte bei Frauen werden oft zu spät erkannt - kennen Sie die Warnzeichen.

zuletzt aktualisiert am 14.04.2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Diagnose eines Herzinfarkts bei Frauen ist wegen untypischer Symptome wie Rückenschmerzen oder Übelkeit erschwert.
  • Gefährliches Zögern beim Notruf: Besonders Frauen im höheren Alter warten länger ab, sich medizinische Hilfe zu holen.
  • Sterblichkeitsrate nach Infarkt ist bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern.
  • Zu geringe Berücksichtigung der Gendermedizin: Forschung und medizinische Einschätzung orientieren sich meist nur an männlichen Kriterien.

Warum ein Herzinfarkt bei Frauen oft zu spät erkannt wird

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch bei Frauen die häufigste Todesursache in Deutschland. Erschwerend kommt hinzu: Die Symptome eines Herzinfarkts äußern sich bei Frauen oft anders als bei Männern und werden folglich nicht richtig erkannt oder zu spät behandelt. Daher versterben deutlich mehr Frauen als Männer an einem Herzinfarkt.

Hinzu kommt, dass Frauen laut Studien im Durchschnitt länger zögern, medizinische Hilfe zu rufen. Zum einen, weil sie die Anzeichen falsch interpretieren. Zum anderen sehen sich viele Frauen selbst nicht als Risikoperson für einen Herzinfarkt. Dabei ist schnelle Hilfe für eine höhere Überlebenschance entscheidend.

Typische und atypische Symptome bei Frauen

Die Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen lassen sich nicht immer eindeutig einordnen. Während einige Anzeichen denen von Männern ähneln, treten oft auch Beschwerden auf, die harmlos erscheinen. Im Folgenden zeigen wir, was ernsthafte Warnsignale für einen Infarkt bei Frauen sein können.

Klassische Anzeichen eines Herzinfarkts

Ein Herzinfarkt äußert sich nicht immer gleich - dennoch gibt es klassische Warnzeichen, die Sie unbedingt ernst nehmen sollten. Diese Symptome treten häufig plötzlich auf und können ein klares Signal für eine akute Durchblutungsstörung des Herzens sein.

  • Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust, oft mittig oder leicht links
  • Ausstrahlung der Schmerzen in Arme, Rücken, Nacken oder Kiefer
  • Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche und ein starkes Angstgefühl

Allerdings sind diese Symptome bei Frauen seltener oder weniger intensiv als bei Männern und können das frühzeitige Erkennen erschweren.

Atypische Herzinfarkt-Symptome bei Frauen

Mittlerweile gibt es in der geschlechtertypischen Medizinforschung Erkenntnisse darüber, dass Männer- und Frauenherzen "anders schlagen" und Erkrankungen unterschiedliche Symptome aufweisen können. Frauen berichten vor einem Herzinfarkt oftmals über Beschwerden, die eben nicht sofort damit in Verbindung gebracht werden:

  • Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
  • Starke Müdigkeit oder ungewöhnliche Erschöpfung
  • Atemnot, auch ohne körperliche Belastung
  • Schmerzen im Oberbauch, Rücken oder Nacken
  • Kalte Schweißausbrüche, Schwindel oder Schwächegefühl

Viele Frauen und sogar medizinisches Personal verwechseln diese unspezifischen Symptome häufig mit Stress, Magenproblemen oder einer Grippe. Eine gefährliche Annahme, die immer häufiger zum Tod führt.

Ein stiller Herzinfarkt

Er geht mit keinen oder nur sehr schwachen Symptomen einher, z. B. leichten Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit oder anhaltender Müdigkeit: Der stille Herzinfarkt ist eine besonders tückische Variante, an dem Frauen deutlich häufiger sterben als Männer. Nicht selten wird ein solcher Infarkt erst zufällig bei späteren Untersuchungen entdeckt.

Unbehandelt können jedoch dauerhafte Schäden am Herzmuskel entstehen, die langfristig eine Herzschwäche oder lebensbedrohliche Komplikationen zur Folge haben.

Blonde Frau sitzt gekrümmt und mit geschlossenen Augen auf einem Sofa und umklammert ihren Bauch

So kündigt sich ein Infarkt an

Ein Herzinfarkt kann sich bei Frauen bereits Tage oder sogar Wochen vorher ankündigen. Diese sogenannten Prodromalsymptome werden häufig unterschätzt.

Typische Frühwarnzeichen:

  • Wiederkehrende Schmerzen im Rücken oder Oberbauch
  • Plötzliche Atemnot bei leichter Belastung
  • Anhaltende, unerklärliche Erschöpfung
  • Schlafstörungen oder innere Unruhe
  • Druckgefühl in Brust, Kiefer oder Hals

Wichtig: Besonders Frauen ab 50 Jahren bzw. mit bekannten Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder erblicher Vorbelastung sollten solche Beschwerden ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.

Was tun bei Verdacht auf einen Herzinfarkt?

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollten Sie sofort handeln. Jedes Zögern kann lebensgefährlich sein. Wählen Sie umgehend den Notruf 112 - denn jede Minute zählt. Eine frühzeitige Behandlung kann Ihr Leben retten und schwere Folgeschäden verhindern.

  • Lagern Sie den Oberkörper erhöht und sorgen Sie für Ruhe.
  • Fahren Sie nicht selbst ins Krankenhaus.
  • Informieren Sie den Rettungsdienst möglichst genau über die Symptome.

Risikofaktoren und Prävention bei Frauen

Frauen haben teilweise besondere oder stärker ausgeprägte Risikofaktoren, die einen Herzinfarkt begünstigen. So hat sich herausgestellt, dass bei Frauen mit Diabetes die Wahrscheinlichkeit eines Infarkts höher ist als bei Männern mit dieser Stoffwechselerkrankung. Es ist daher wichtig, bestimmte Vitalwerte wie den Blutdruck immer im Blick zu haben und regelmäßig zu kontrollieren.

Bekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt:

  • Alter
  • Bluthochdruck, oft lange unentdeckt
  • Diabetes mellitus
  • Hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren
  • Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress
  • Rauchen
  • Familiäre Vorbelastung

Präventive Maßnahmen

Ein gesunder Lebensstil kann das Herzinfarktrisiko sowie Risiken anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Dazu gehören neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auch eine ausgewogene Ernährung, z. B. mediterrane Kost, sowie Bewegung (mind. 150 Minuten pro Woche) und Stressreduktion.

Gendermedizin und Herzgesundheit

Wie wichtig die differenzierte Betrachtung der verschiedenen Geschlechter bei Erkrankungen sein kann, zeigt sich gerade auch auf dem Fachgebiet der Kardiologie. Die Erkenntnisse von Gendermedizinern werden immer bedeutsamer. Demnach haben Hormone, insbesondere Sexualhormone, einen erheblichen Einfluss auf die Herzgesundheit von Frauen. Denn bis zur Menopause übernehmen z. B. Östrogene eine starke Schutzfunktion für Herz und Gefäße.

In den Wechseljahren und nach der Menopause fällt der Östrogenspiegel ab und der Schutz ist weg. Dann erhöht sich nicht nur das Risiko, sondern auch die Zahl der Fälle eines Herzinfarkts bei Frauen deutlich. Hier gewinnen Prävention und Gendermedizin besonders an Bedeutung. Die genaue und geschlechterspezifische Identifizierung von Personen mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko ist entscheidend, um präventive Maßnahmen zu ergreifen und kardiovaskuläre Erkrankungen zu reduzieren.

Absicherung für den Ernstfall: Dread-Disease-Versicherung

Ein Herzinfarkt kann das Leben vollkommen auf den Kopf stellen. Je nach Schwere des Infarkts müssen Sie dann vielleicht im Beruf kürzer treten. Was, wenn das Geld nicht mehr reicht, um die laufenden Kosten zu bezahlen? Für diesen Fall können Sie vorsorgen. Die Dread-Disease-Versicherung der NÜRNBERGER unterstützt finanziell bei schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs.

Die einmalige Kapitalleistung aus der Dread-Disease-Versicherung kann helfen, Einkommensausfälle abzufedern, Therapien zu finanzieren und sich ganz auf die Genesung zu konzentrieren.

Häufige Fragen zum Herzinfarkt bei Frauen

Bei einem Herzinfarkt (auch Myokardinfarkt genannt) kommt es zu einer Verstopfung von Blutkranzgefäßen. Dadurch wird die Blutzufuhr zum Herzmuskel reduziert und dieser kann nicht mehr richtig arbeiten. Die betroffene Region kann sich durch die Unterversorgung nicht mehr richtig zusammenziehen und die Pumparbeit des Herzens unterstützen. Wird das Gefäß nicht wieder schnell genug geöffnet, sterben Herzmuskelzellen ab.

Bevor es zu einem Herzinfarkt kommt, sind die Herzkranzgefäße meist bereits von einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) betroffen. Dabei werden die Gefäße durch Fettablagerungen, Verhärtungen sowie Plaques verengt (Stenose). Gelangt ein Blutgerinnsel in ein bereits verengtes Gefäß, kann es stecken bleiben und den Blutfluss komplett blockieren.

Die Gendermedizin (auch geschlechtersensible Medizin genannt) beschäftigt sich mit den biologischen, hormonellen und sozialen Unterschieden, die die Gesundheit, Krankheitsverläufe und Therapien beeinflussen können. Dabei geht es nicht nur um den Vergleich von "Mann" und "Frau", sondern um das ganzheitliche Verständnis der geschlechtlichen Diversität. Denn auch nicht-binäre, intergeschlechtliche und transgeschlechtliche Menschen können spezifische medizinische Bedürfnisse haben, die die klassische Medizin bislang übersehen hat.

Genau hier setzt die Gendermedizin an und will eine Gesundheitsversorgung schaffen, die individuelle Unterschiede berücksichtigt und präzisere Diagnosen ermöglicht. Gerade im Bereich der Kardiologie lassen sich hier schon für die Herzgesundheit von Frauen wichtige Aspekte ableiten und bestätigen.

Ein Selbsttest ist möglich. Die Deutsche Herzstiftung bietet z. B. auf ihrer Website einen Schnelltest zur Einschätzung des individuellen Herzinfarktrisikos an. Eine effektive Herzinfarkt-Vorsorge ist auf jeden Fall auch eine kardiologische Vorsorgeuntersuchung, um Erkrankungen wie Herzschwäche oder Bluthochdruck früh zu erkennen.

Es ist leider nicht möglich, dass man den Hormonspiegel dadurch anheben könnte und somit wieder einen effektiven Herzschutz herstellen könnte. Denn die hier besonders bedeutsamen Östrogene gehören zu den endogenen, also körpereigenen, Hormonen. Die durch Tabletten oder Pflaster zugeführten Hormone können lediglich die üblichen Wechseljahresbeschwerden lindern, aber nicht den Verlust der ursprünglichen Hormonwirkung ausgleichen oder gar ersetzen.

Neben dem Haupthormon Östrogen können das auch Stresshormone wie Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin sein. Diese Stresshormone führen bei Stress zu

  • steigender Herzfrequenz
  • steigendem Blutdruck
  • steigendem Insulinspiegel

Was die Natur als Schutz bei akuten Belastungssituationen eingerichtet hat, kann bei dauerhaftem Hormonüberschuss durch chronischen Stress krank machen: Zu viel von dem lebenswichtigen Hormon Cortisol führt langfristig zu einer vermehrten Fettablagerung, unter anderem an Gefäßen, aber auch um das Herz herum (epikardiales Fettgewebe), was verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen kann.

Hinweis: Die Informationen dieses Ratgebers wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch keinesfalls die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt.